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Thema Bilanz
Der Landschaftspark bricht alle Rekorde

Thema Bilanz: Der Landschaftspark bricht alle Rekorde
Die Lichtinstallation des Landschaftsparks sorgt dafür, dass der Besuchermagnet auch von weither zu erkennen ist. FOTO: Christoph Reichwein (2)/Thomas Berns
Duisburg. Das Besucherinteresse war noch nie so groß wie im vergangenen Jahr. Für das gerade begonnene gibt es jetzt schon kaum noch freie Buchungstermine mehr für Veranstaltungen in der Kraftzentrale. Von Hildegard Chudobba

Seinen traditionell ersten Platz bei der Besucherfrequenz hat der Duisburger Zoo an den Landschaftspark-Nord abgeben müssen. Schauten sich in 2017 nur noch knapp eine Million Besucher die Tiere am Kaiserberg an, so setzten mehr als 1,2 Millionen ihren Fuß in den Landschaftspark. Wer hätte das gedacht, als das stillgelegte Thyssen-Stahlwerk in Meiderich vor gut zwei Jahrzehnten nicht abgerissen, sondern für touristische Zwecke geöffnet wurde?

Insgesamt kamen 1.233.609 Besucher in das Industriedenkmal. Seit Beginn der elektronischen Zählung am Haupteingang wurden im Landschaftspark noch nie mehr Besucher erfasst. In nahezu jedem Monat wurde der Vorjahreswert übertroffen. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 hatte sich der Landschaftspark über 1.019.391 Besucher gefreut. Im Jahr 2015 waren es noch 945.949 Besucher. Auch der bisherige Bestwert aus dem Jahr 2013 mit 1.075.770 Besuchern konnte 2017 übertroffen werden. "Diese Besucherentwicklung unterstreicht deutlich die touristische Bedeutung des Landschaftsparks", sagt Peter Joppa, Geschäftsführer der Duisburg Kontor Hallenmanagement GmbH.

Rund ein Drittel der über eine Million Besucher kam im Spätsommer, um den Bau der Riesen-Sandburg mitzuerleben. Fast 400.000 Neugierige pilgerten von der ersten Sandlieferung am 8. August bis zum 24. September in den Landschaftspark, um das Bauwerk aus purem Sand mit eigenen Augen zu sehen. Das Spektakel, das Schauinslandreisen möglich machte, endete mit einem Rekord. In Duisburg entstand laut Guinnessbuch die höchste Sandburg der Welt.

"Hinter uns liegt ein unglaubliches Jahr", freut sich Ralf Winkels, Leiter des Landschaftsparks. "Hier ging es Schlag auf Schlag: Spannende Aktionen und attraktive Veranstaltungen haben den Rekord begünstigt." So nutzten allein 37.000 Besucher die Osterferien für einen Besuch. Für zwei Wochen leuchtete die Lichtinstallation des Parks jeden Abend in unterschiedlichen Szenen. Auch die Juni-Festivals verzeichneten Traumbilanzen: Die Photo+Adventure konnte mehr als 10.000 Besucher in der Kraftzentrale begrüßen, das Musik-Festival Traumzeit erreichte mit 25.000 Besuchern einen neuen Publikumsbestwert. Und auch die ExtraSchicht im Landschaftspark verzeichnete mit 24.500 Gästen neue Rekorde. Allein im August zählte die Parkverwaltung 184.000 Gäste im stillgelegten Hüttenwerk: Das 24-Stunden-Mountainbike-Rennen, das Stadtwerke Sommerkino und die Ruhrtriennale entpuppten sich neben der Rekord-Sandburg als Besuchermagnet.

Ebenfalls besucherstark (allein im September wurden 203.157 Gäste gezählt) waren der Herbst und Winter mit dem Halloween-Run, der Messe "Bauen und Wohnen", mit dem Lichtermarkt und dem Gastspiel des Zirkus Flic Flac.

Der starke Andrang (an Wochenenden bis zu 40.000 Besucher) bringt allerdings auch Probleme mit sich. Denn meist aus Bequemlichkeit parkten vor allem an Wochenenden Gäste ihre Autos in den angrenzenden Wohngebieten, sehr zum Ärger der Anwohner des Landschaftsparks. "Durch den Einsatz der Ordnungskräfte konnte vielen Falschparkern ein Strich durch die Rechnung gemacht werden. Am Landschaftspark gibt es schließlich kostenfreie Parkplätze", so Winkels.

Das neue Jahr scheint die Erfolgsgeschichte des Landschaftsparks schon jetzt fortzuschreiben. "Unser Veranstaltungskalender hat eine Kapazitätsgrenze erreicht", sagt Ralf Winkels, Leiter des Landschaftsparks. "Für 2018 gibt es kaum noch freie Termine, und Gäste können sich auf neue Events freuen."

Kraftzentrale, Gießhalle, Gebläsehalle und das Außengelände waren im vergangenen Jahr insgesamt 729 belegt - meist parallel. Im Jahr 2016 waren es noch 802 Belegungstage gewesen und 742 Tage im Jahr 2015. Der leichte Rückgang im vergangenen Jahr ist vor allem auf die akustische und energetische Sanierung des Hüttenmagazins zurückzuführen.

Das Team der Bauhütte hatte das Gebäude, in dem einst die Idee zum Landschaftspark entstand, mit eigenen Mitteln Anfang des Jahres aufwändig instand gesetzt und für Seminare und Workshops hergerichtet. In der dreimonatigen Bauphase konnte das Gebäude nicht vermarktet werden. Jetzt erstrahlt es in neuem Glanz.

In 2018 erwartete die Landschaftspark-Besucher unter anderem folgendes: Vom 26. bis 28. Januar feiert die Messe "LebensArt" Premiere in der Kraftzentrale. Im Gepäck: die neuesten Trends aus den Bereichen Garten, Lifestyle, Wohnen sowie Design, Wellness, Schmuck und Mode. Im Anschluss macht zum ersten Mal eine Publikumsmesse rund um Brett- und Kartenspiele Station im Landschaftspark. Präsentiert werden die Brettspielneuheiten des Frühjahrs vom 23. bis 25. März.

Zu den Neuerungen gehört, dass der Landschaftspark seine Nutzfahrzeuge durch Elektromobile ergänzen und ersetzen wird. Intensiv gearbeitet wird auch an der Erneuerung der Internetseite und der Erstellung einer App. "Wir können uns der Digitalisierung nicht verschließen und überlegen stetig, wie wir die Identität dieses Geländes modern transportieren können", erklärt Parkleiter Ralf Winkels. So soll sich die neue Internetseite zukünftig allen Endgeräten automatisch anpassen.

In den Landschaftspark kommen allerdings nicht nur Besucher von Veranstaltungen. Sondern auch die alten Industrieanlagen selbst sind verlockend: Als Publikumsmagnet entpuppten sich zum Beispiel die Führungen durch das Gelände. Insgesamt buchten 34.454 Gäste eine Hütten-, Fackel-, Fahrrad- oder Kinderführung bei der Tour de Ruhr GmbH. Damit konnte erneut eine deutliche Steigerung zum Vorjahr erzielt werden (2016 waren es 30.793, ein Jahr zuvor 28.869). Gut angenommen wurde gleichfalls die neu ins Programm genommene "Große GPS-Schatzsuche mit Edgar". Die Rallye mit Parkmaskottchen Edgar hat Familien eine neue Möglichkeit geboten, das stillgelegte Hüttenwerk zu erschließen. In den Sommerferien lernten insgesamt 232 Kinder den Landschaftspark auf diese Weise kennen. Zukünftig soll die Rallye immer in den Oster-, Sommer- und Herbstferien angeboten werden.

Zusätzlich zur Sanierung des Hüttenmagazins hatte die Bauhütte im Landschaftspark im vergangenen Jahr an dem Erhalt des Denkmals gearbeitet: Das Windrad des Parks wurde nach erfolgter Reparatur wieder an seinem Platz befestigt. Eine Mammutaufgabe, denn zwei Kräne und absolute Windstille waren notwendig, um das vier Tonnen schwere Windrad mit seinen 16 Metern Durchmessern in 40 Metern Höhe zu seiner Befestigung zu heben. Nun dreht es sich wieder.

Darüber hinaus hat die Bauhütte mit bewilligten Fördermitteln an die Stadt Duisburg aus dem Bundesinvestitionsprogramm für finanzschwache Kommunen ein Blockheizkraftwerk (BHKW) errichtet. Die Anlage soll den Verbrauch von elektrischer Energie und Erdgas im Park weiter reduzieren. Aktuell werden die Fenster der Jugendherberge saniert.

Quelle: RP
 
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