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Duisburg
Der neue Ehrenoffizier fasst sich kurz

Duisburg. Sören Link ist der neue Ehrenoffizier im Korps à la suite der Duisburger Prinzengarde. Im Rahmen des traditionellen Herrenessens wurde dem Duisburger Oberbürgermeister diese Auszeichnung verliehen. Von Dieter Krüssmann

Link ist nun nach den Alt-Oberbürgermeistern Josef Krings und Adolf Sauerland das dritte Stadtoberhaupt, das zu solchen Ehren gekommen ist. Einmal im Jahr lädt die Leibgarde des Prinzen zu einem köstlichen Mahl in das Wyndham-Hotel "Duisburger Hof". Festlich gekleidet waren die geladenen und auserwählten Herren aus Politik, Wirtschaft, Sport, Showgeschäft und Karneval zu dieser Veranstaltung gekommen, bei der alljährlich immer ein neues Mitglied in die närrische Reihe aufgenommen wird. Der große Festsaal glänzte in rot-weiß geschmückten Farben. Präsident Eugen Hahn freute sich, dass alle zu diesem besonderen Ereignis gekommen waren, und begrüßte den Duisburger Stadtprinzen Michael I., seine beiden Hofmarschälle Stefan Baltes und Christian Grothuysen sowie HDK-Präsident Michael Jansen. Ein riesiges Buffet mit Köstlichkeiten wie Fischvariationen, Rinderrouladen, Geschnetzeltem, diversen Gemüsezubereitungen und Salaten und fabelhaften Desserts war aufgebaut. Doch bevor die Gäste sich daran erfreuen konnten, wurde es feierlich.

Die Überreichung von Narrenkappe und Orden findet nach Protokoll statt, genau so wie bei einem Staatsbankett, jedoch mit zackiger Marschmusik. Zum Ritual gehört immer eine Laudatio über den neuen Offizier. Hierbei erfährt man einiges über das Leben und auch unbekannte Abschnitte des Neuen. Ehrengeneralmajor Alexander Graf von Schwerin (er moderierte noch vor kurzem das "lachende Opernhaus") hielt eine wunderbare Rede. Der 1976 in Hamborn geborene Politiker Sören Link wollte schon mit vier Jahren Bundeskanzler werden, weil er sich schon sehr früh für die Politik interessierte. Seine roten Haare und das Tragen einer roten Jacke waren wohl die Grundlage für die SPD-Mitgliedschaft, meinte er schmunzelnd. Sören Link lächelte zurück. Der Chef der Duisburger Stadtverwaltung war von 2005 bis 2012 Abgeordneter des Landtages. Nicht zu vergessen seien seine oft humorvollen Zwischenrufe im Düsseldorfer Landtag. Am 3. Juli 2013 wurde er schließlich Oberbürgermeister der Stadt.

Man erfuhr, dass er eine Vorliebe für Frikadellen hat, früher Zeitungen austrug und sich ein Zubrot beim Hähnchenverkaufswagen-Reinigen verdiente. Sein Herz schlägt für den MSV, aber auch immer noch für den 1. FC Köln. Seine Vorbilder seien Willy Brandt und John F. Kennedy. Dass auch Link als Standesbeamter tätig war, erfuhren die meisten erst bei dieser Veranstaltung, denn seine letzte Trauung war die vom Laudator am 23. Dezember 2015. Als einer der jüngsten Oberbürgermeister sei er sehr spontan und lache auch über sich selbst sehr gerne. Und das ist mit ein Grund, dass er zum Karneval passe.

Sören Link konterte bestens gelaunt: "Alles ist wahr!". Kurz und bündig, jedoch sehr aussagekräftig war seine Ansprache. Als Neuling wollte er nicht singen, sondern er reimte einige Zeilen. Für das Rathaus sei das Brauchtum sehr wichtig. "Das Essen wartet und daher fasse ich mich kurz", so Link. Aus den Händen von Präsident Eugen Hahn erhielt er die Narrenkappe, und der Offiziers-Orden wurde ihm überreicht.

Nun hat sich der Oberbürgermeister ebenfalls eingereiht in die Reihe von Prominenten wie Weihbischof Franz Grave, Innenminister Ralf Jäger, Schauspieler Horst Naumann, Bernard Dietz vom MSV und Karl-Josef Laumann.

Quelle: RP
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