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Rp-Serie Backstage
Der Punk steht im Mittelpunkt

Duisburg. Hinter dem Konzept der Konzertreihe "Extravaganza" im djäzz steckt Florian Gaar. Heute Abend startet die Reihe 2018. Von Alfons Winterseel

Duisburg ist in punkto Musik oder Comedy zwar nicht mit Städten wie Köln oder Berlin vergleichbar, doch gibt es in der Stadt während der Woche und besonders an Wochenenden viele Konzerte, Partys oder Comedy-Abende, die gute Unterhaltung versprechen. Hinter all dem stecken Menschen, die sich mit viel Herzblut, großem Enthusiasmus und nicht selten mit einem eigenen finanziellen Risiko dafür engagieren. Die Rheinische Post stellt einige von ihnen in der Serie "Backstage" in loser Reihenfolge vor.

Drei Bands an einem Abend, dazu einen "Begrüßungsschnappo", macht zusammen fünf Euro - für Freunde der Konzertreihe "Extravaganza" im djäzz seit einem Jahr ein gewohnter Einstieg in einen Abend. Hinter dem Konzept steckt Florian Gaar von "Ganz und Gaar Konzerte", selbst Musiker und Freund der Punk-Musik. Gleich in zwei Bands greift er selbst in die Saiten: "Blue Chips to eat" und bei der Band, die sich fragte "Why did I waste my youth on Meth when I could have done Yoga all along" (auf Deutsch: Warum habe ich meine Jugend an Meth verschwendet, wenn ich doch auch die ganze Zeit hätte Yoga machen können?) und sich auch gleich diesen Namen gaben, der jeden Plakat-Designer in die schiere Verzweiflung treiben dürfte.

Dass er selbst nun Konzerte veranstaltet, die durchschnittlich 80 Besucher anlocken, hat seinen Grund: "Ich lebe jetzt seit zehn Jahren in Duisburg und habe den Auf- und Niedergang der Subkultur hier miterlebt. Früher gab es wesentlich mehr Auswahl als heute. Ich glaube aber fest, dass Duisburg mehr kann." Dazu will er nun durch die Reihe "Extravaganza" seinen Beitrag leisten. Als er sein erstes Konzert im djäzz im Jahr 2016 veranstaltete, "habe ich gesehen, dass alle Spaß hatten. Das djäzz ist ein cooler Laden." Und die Leute, die bei der Konzertreihe mithelfen, dafür zum Teil auch kein Geld nehmen, trugen und tragen dazu nicht unerheblich bei, lobt er sein Team.

Am Ende - und das wird leider immer seltener - bekommen die Bands sogar noch Geld: Nach Abzug aller Fixkosten werde unter den Bands aufgeteilt, was übrig geblieben ist. Dazu geht nach den Konzerten nicht das Licht aus, sondern es schließt sich eine kleine Party an. "Der Laden ist bei den Konzerten voll. Und es freut uns, dass es so gut läuft. Wir gehen am Ende mit einem guten Gefühl nach Hause." Die Konzertreihe sieht für 2018 sieben Termine im djäzz vor, hinzu kommt ein "Auswärtsspiel" am 28. März mit der Band "Cold Kids" aus Bamberg im Düsseldorfer "Tube" in Kooperation mit der Rockzentrale Düsseldorf.

Während die Veranstaltung am 9. März im djäzz eher in die Kategorie "Punk bis Funk" gehört, wird bei allen anderen Konzerten der Punk im Mittelpunkt stehen. Und obwohl sein Konzertkalender für 2018 schon voll ist, verspricht Florian Gaar: "Jeder, der sich bewirbt, bekommt von mir eine Antwort - auf jeden Fall und schnell. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie blöd es ist, keine Antwort zu bekommen."

Hier die Konzerttermine: 12. Januar mit den Bands Kotwort, Die Lieben Löwen und Abschaumbad, 9. März Public Mischief, Hellpetrol und Dinomites, 28. März Cold Kids (im Tube), 27. April "Why did I waste..." (s.o.), Pep im Kühlschrank und Kontrollpunkt, 29. Juni Tortenschlacht, Fuck'it'Head, und Subversive Brats, 24. August Blue Chips to eat, Trick und Masche sowie SKRTS, 26. Oktober Different Inside, Dinomites, Die WuT und schließlich am 14. Dezember Black Hole Bomb, Die Frischen Muscheln und PaCO.

Weitere Informationen: facebook.com/ganzundgaarkonzerte

Quelle: RP
 
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