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Heimat erleben in Duisburg
Die Keimzelle des Duisburger Hafens

Duisburg. Der Aufstieg des Hafens ist untrennbar mit dem Stadtteil Ruhrort verbunden. Von Volker Poley

Der kleine klevische Schifffahrtsplatz - 1665 gründete sich in Ruhrort eine Schiffergilde - hat sich im Laufe der Jahrhunderte zum größten Binnenhafen der Welt und zu einem führenden europäischen Logistik-Standort entwickelt. Das Duisport- Areal geht längst über das ursprüngliche Ruhrorter Kerngebiet hinaus, große Container-Terminals findet man an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet, das größte davon auf dem ehemaligen Krupp-Gelände in Rheinhausen. Auf der 700.000 Quadratmeter großen Fläche haben sich zahlreiche international operierende Logistikfirmen angesiedelt.

Zur Hafenstadt wurde Ruhrort im Jahr 1716, als der Magistrat der damals selbstständigen Stadt beschloss, ein Hafenbecken zu bauen. Eine wesentliche Rolle für die Entwicklung des Ruhrorter Hafens kam später dem Präsidenten der preußischen Provinz Westfalen, Ludwig Freiherr von Vincke zu, der in den 20er und 30er Jahren des 19. Jahrhunderts in seiner Funktion als Ruhrschifffahrtsdirektor den Hafen ausbauen ließ. Im Jahr 1838 konnten bereits 12.000 ein- und auslaufende Schiffe registriert werden.

Aber nicht nur Ruhrort baute seine Hafenanlagen aus, sondern auch das südlich der Ruhr gelegen Duisburg. Anfang des 20. Jahrhunderts kam es zur Fusion der beiden bis dahin konkurrierenden Hafengesellschaften. Am 1. Oktober 1905 wurde die Verwaltung der Duisburg- Ruhrorter Häfen gegründet, zeitgleich mit dem Zusammenschluss der Städte Duisburg, Meiderich und Ruhrort. Der riesige Rohstoffbedarf mit der beginnenden Industrialisierung trug maßgeblich dazu bei, dass der Hafen zum Zentrum der Rheinschifffahrt wurde.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Häfen weitgehend zerstört. Nach dem Krieg stieg in den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs der Güterumschlag kontinuierlich an. Schnell wurde die Umschlagszahlen der Vorkriegszeit wieder erreicht und übertroffen. Wichtigste Umschlagsgüter waren unter anderem Eisenerze, Mineralöle, Kohle, Eisen und Stahl. Bis Mitte der 50er Jahre transportierten Schleppkähne die Massengüter auf dem Rhein, die nach und nach durch Selbstfahrer ersetzt wurden. Dabei wurde der Containerverkehr immer wichtiger. 1984 entstand auf der zugeschütteten Fläche des Nordhafens die erste "Roll-on/Roll-off-Anlage".

Dachgesellschaft der Duisburger Häfen ist seit dem Jahr 2000 Duisport. Aktuell sind mehr als 230 Firmen im Duisburger Hafen vertreten. 22 Hafenbecken mit über 180 Hektar Wasserfläche und einer Uferlänge von 40 Kilometern - davon allein 17 Umschlagufer mit Gleisanschluss - ermöglichen den Transport von Gütern aller Art. Logistisches Herzstück ist das "DIT - Duisburg Intermodal Terminal" auf dem ehemaligen Krupp-Gelände in Rheinhausen, das als Schnittstelle zwischen Schiff, Bahn und Lkw konzipiert wurde und unter anderem Verbindungen zu den Nordseehäfen Rotterdam und Antwerpen möglich macht.

Das Rheinhauser Logport-Gelände ist auch Start- und Endpunkt des "Yuxinou", eines Güterzuges, der dreimal wöchentlich für den Warenaustausch zwischen dem Duisburger Logistikzentrum und dem chinesischen Chongqing sorgt.

Quelle: RP
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