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Duisburg
Die Kfz-Zulassungsstelle ist überlastet

Duisburg: Die Kfz-Zulassungsstelle ist überlastet
Wer das Nummernschild für seinen neuen Wagen in der Hand hält, hat darauf lange warten müssen. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Ein Auto zu kaufen, ist leicht - es im Straßenverkehrsamt anzumelden in diesen Tagen hingegen nicht. Wer lange Wartezeiten umgehen will, muss sich durch ein kompliziertes Online-Formular arbeiten. Von Franziska Hein

Wer dieser Tage ein Auto in der Zulassungsstelle des Straßenverkehrsamts anmelden möchte, wird sich wohl vorkommen wie Asterix und Obelix in der Trabantenstadt. Da werden die beiden Gallier aus dem beliebten Comic durch eine römische Behörde auf der Suche nach einem Formular gejagt und gelangen dabei sprichwörtlich von Pontius zu Pilatus.

Ähnlich geht es wohl derzeit im Straßenverkehrsamt zu. Es ist überlastet. In der vorigen Woche zum Beispiel konnten nur Kunden mit Termin ihre Anliegen bearbeiten lassen. Grund dafür seien steigende Fallzahlen, teilt die Stadt auf Anfrage der Redaktion mit. Daneben hätten die Mitarbeiter der Zulassungsstelle festgestellt, dass die Bearbeitung in letzter Zeit häufig länger dauere.

Das liege daran, dass mehr Importfahrzeuge mit ausländischen Papieren zugelassen würden oder Lkw mit Gutachten, die erst gelesen werden müssten. Man prüfe momentan die Kapazitäten und organisatorischen Abläufe, hieß es aus der Stadtverwaltung.

Was die Zulassung von Autos kostet FOTO: AP

Mittlerweile ist es wieder möglich, Wartemarken zu ziehen. So mancher Kunde muss zunächst auch dafür anstehen. Wer sein Auto spontan und ohne Termin an- oder ummelden möchte, muss Geduld mitbringen. Es kann mehrere Stunden dauern, bis ein Mitarbeiter frei ist. Zwei Mitarbeiter prüfen zunächst die mitgebrachten Unterlagen und geben die Wartemarken aus. Weitere 19 Mitarbeiter sind nach Information der Stadt an den Aufrufschaltern tätig.

Auf der Internetseite der Stadt ist es möglich, schon einen Teil der Zulassung zu erledigen. Dafür gibt es ein Online-System. In der Maske müssen Autobesitzer auswählen, welches Anliegen sie haben: Reservierung eines Wunschkennzeichens, (Neu-)Zulassung, Abmeldung eines Fahrzeugs oder das Beschaffen von Ersatzpapieren.

Wer sein Auto ummelden oder neu zulassen möchte, muss dann schon seine Unterlagen parat haben - inklusive des Zahlencodes zum Nachweis einer Versicherung. In mehreren Schritten manövriert das System die Autobesitzer durch die Zulassung. Gleich zu Beginn müssen die Fahrzeugdokumente eingetragen werden. Wer die Felder sauber ausfüllen kann, gelangt zur Maske, in der nach dem Fahrzeughalter, der nächsten Hauptuntersuchung, der Kfz-Steuer und der Versicherungsnummer gefragt wird.

Auch hier muss man als Kunde gut vorbereitet sein. Und wer noch kein Kennzeichen ausgewählt hat, muss sogar weitere Formulare auswählen. Das System ist anfällig für Fehler und nicht sehr benutzerfreundlich. Einmal falsch geklickt - und schon erscheint eine Fehlermeldung.

Wer aber einen Termin bei der Zulassungsstelle vereinbaren möchte, dem bleibt nichts anderes übrig, als dieses Prozedere mitzumachen. Denn einen Termin gibt es nur, wer den Weg der Online-Zulassung wählt. Eine gesonderte Terminvergabe, etwa telefonisch, wird abgelehnt. Die Mitarbeiterin des städtischen Call-Centers gibt zwar die Telefonnummer des Straßenverkehrsamtes heraus, wenn man in der Maske der Onlinezulassung nicht alleine weiterkommt, doch ruft man an, ist dort niemand zu erreichen. Nach dem fünften Klingeln des Straßenverkehrsamts landet der Anrufer wieder in der Warteschleife für das Servicetelefon.

Umständlich ist das. Und wenn die Möglichkeit entfällt, sein Anliegen mit langer Wartezeit persönlich im Straßenverkehrsamt vorzutragen, ist das für viele ein frustrierendes Erlebnis - auch für die Mitarbeiter, die all den Ärger abkriegen.

Quelle: RP
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