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Duisburg
Die "Natur in der Musik" zum Klingen gebracht

Duisburg. In dieser Woche läuft im EarPort, dem Ort der experimentellen Musik und Performance am Innenhafen (Philosophenweg 17A), eine "Hörschule" zum Thema "Natur in der Musik" (die RP berichtete). Es begann mit einem ausverkauften Konzert mit Musik, Performance und Poesie unter dem Titel nach einem Gedicht von Emily Dickinson "Einen Pirol singen hören..." Das war zugleich die Vernissage der Ausstellung "Natur und Transformation" der Duisburger Künstlerpersönlichkeiten Britta Lauer, Evangelos Koukouwitakis und Lutz Gierig. Von Ingo Hoddick

In den Künsten der westlichen Welt wurde die Natur zunächst nachgeahmt, dann transformiert und schließlich immer mehr zur Umgebung. Im Osten dagegen bedeutet "Natur" das Gleiche wie "Selbst-Werdung". Fünf charismatische Ausführende brachten dieses Spannungsfeld hier zum Klingen: drei Solisten der Duisburger Philharmoniker, nämlich Mikhail Zhuravlev (Oboe), Max Dommers (Kontrabass) und Rafael Sars (Schlagzeug), dazu die beiden EarPort-Gründer und -Leiter Kunsu Shim und Gerhard Stäbler mit Klavier, Performance und Rezitation.

Beispielhaft wurden gleich zu Beginn sieben verschiedene klangliche Ereignisse geschickt miteinander vermischt: "Wolf" für Schlagzeug (1988) von Yuji Takahashi gleichzeitig mit "Nachtigall, Cucu, die Wachtel, die Katz" aus der "Sonata Representativa" 1669) von Heinrich Ignaz Franz von Biber (hier ausgeführt auf der Oboe, zum Teil mit Bass), "Dust" für Kontrabass (1981/83) von Stefano Scodanibbio, "One" für Klavier (1987) und etwas aus "Music for Oboe" (1984), beides von John Cage, etwas aus der elektronischen Musik "Neural Synthesis Nr. 6" (1993) von David Tudor und nicht zuletzt Naturgeräuschen von Vögeln. An diesem Abend gab es zwei Uraufführungen je eines kurzen Werkes einer jungen koreanischen Komponistin, nämlich "Jala (Netz der Natur)" für Kontrabass solo von Bohyun Kim und "Ash" für Oboe, Kontrabass und Schlagzeug von Huiyeon Bang, beide ebenso scharfkantig wie farbenreich.

Das nächste Konzert der "Hörschule" im EarPort am morgigen Mittwoch, 10. Januar, um 19 Uhr, enthält neben Musik von Lukas Tobiassen und Teilnehmern auch einen Vortrag der Düsseldorfer Musikwissenschaftlerin Elisabeth von Leliwa, eben über "Natur in der Musik - von der Renaissance bis zur Gegenwart".

Der Eintritt - nur an der Abendkasse, kein Vorverkauf - kostet zehn Euro, ermäßigt fünf Euro.

Quelle: RP
 
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