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Duisburg
Die Zinkhüttensiedlung ist verkauft

Duisburg: Die Zinkhüttensiedlung ist verkauft
Blick auf die Zinkhüttensiedlung in Duisburg-Hamborn. FOTO: reichwein
Duisburg. In die Wohnsiedlung Am Zinkhüttenplatz in Hamborn soll wieder Leben einkehren. Ein Düsseldorfer Investor hat die Immobilie gekauft und möchte die Wohnungen der zu drei Viertel leerstehenden Anlage günstig vermieten. Von Carolin Skiba

Die Zinkhüttensiedlung hat einen neuen Besitzer. Die Brune Real Estate AG und Co KG hat die Verträge für die 394 Wohnungen große Siedlung vor vier Tagen unterschrieben. Das teilte Inhaber Walter Brune gestern mit. 15 Millionen Euro hat sein Unternehmen investiert, weitere Investitionen in Millionenhöhe sollen folgen, um die zahlreichen, teilweise seit Jahren leerstehenden, Wohnungen zu renovieren.

Nach der Absage des FOC-Projekts stand zur Debatte, dass die Zinkhüttensiedlung von Immeo an die städtische Immobiliengesellschaft Gebag verkauft werden soll. Diese Überlegung scheiterte an den Preisvorstellungen der Beteiligten, die am Ende zu weit auseinander lagen. Das Projekt sei für die Gebag wirtschaftlich nicht darstellbar, begründete Gebag-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer die Absage. Nun hat der Düsseldorfer Architekt, Bauherr und Investor Walter Brune zugeschlagen. Der Verkäufer, das Immobilienunternehmen Immeo, sei zu angeschlagen gewesen, um selbst handeln zu können. "Sie wollten sichergehen, dass sie die Immobilie an jemanden übergeben, der ihre Reputation wiederherstellt. Es war das Beste, was sie machen konnten", sagt Brune.

Der 90-jährige Düsseldorfer Stararchitekt Walter Brune hat die Zinkhüttenplatzsiedlung in Hamborn gekauft. FOTO: jürgen moll

Dass das FOC nicht realisiert wurde, sei für Duisburg die reelle Chance eines Neuanfangs und eines wirtschaftlichen Aufschwungs. "Gott sei Dank ist das geplante Factory Outlet Center gestorben", sagt Brune. Er sehe große Möglichkeiten, die Innenstadt und insbesondere die Königstraße neu zu beleben und betrachte Duisburg daher als eine Stadt mit Zukunft. "Dieses Vertrauen in eine gute Perspektive für die Stadt hat mich auch in meiner Entscheidung bestärkt, die Zinkhüttensiedlung zu erwerben", sagt Brune.

Ein weiterer Grund für seine Entscheidung seien die Bewohner der Siedlung, denen er Sicherheit geben wolle. "Durch die Entmietung sind große Ängste und Sorgen entstanden." Durch ihn als Bestandshalter könnten die Menschen sich darauf verlassen, langfristig dort wohnen zu bleiben. "Wir sind auf Vermietung eingerichtet, nicht auf Verkauf. Wir wollen nichts machen, was den Leuten schadet", sagt Brune. So betont er, dass auch bereits ausgezogene Mieter ihre Wohnungen zu den gleichen Bedingungen wie vorher zurückbekämen. Für einen geringen Mietaufschlag, der ausreichend ist, um die Renovierungs-Investition zu finanzieren, bekämen Interessenten eine modernisierte Wohnung. Wie viel mehr Geld das sein wird, hänge von den genauen Vorstellungen der zukünftigen Mieter ab. Fakt sei, dass die Mieten niedrig blieben und nicht mit denen von Neubauten zu vergleichen seien. "Das Geld verdienen steht hier nicht im Vordergrund", betont Brune. Er wolle die Siedlung, die zukünftig in Zinkhüttenpark umbenannt werden soll, aufwerten. "Das ist eine super Wohnanlage, sie ist nur etwas verwohnt. Aber mit Idealismus und Einsatz kann eine höherwertige Wohngegend entstehen." Die Parkanlagen um die Gebäude sollen erhalten werden. Parkende Autos möchte Brune nicht auf den Parkflächen sehen. "Die Anzahl der Parkplätze wird bei einer Vollvermietung wahrscheinlich nicht ausreichen, daher werde ich entsprechende Parkvorrichtungen erstellen lassen, vielleicht eine Tiefgarage." Auf der Fläche der Rhein-Ruhr-Halle könnte er sich ein kleines Stadtteilzentrum vorstellen. Als zukünftiger Mieter sei jeder willkommen. Schwerpunktmäßig anerkannte Asylbewerber dort einziehen lassen, so wie es die Gebag überlegt hatte, will der neue Eigentümer aber nicht.

Quelle: RP
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