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Technik der Zugsicherung in Duisburg veraltet
Die Zukunft des Schienen-Nahverkehrs ist in Gefahr

Technik der Zugsicherung in Duisburg veraltet: Die Zukunft des Schienen-Nahverkehrs ist in Gefahr
Die DVG braucht Geld, um die veraltete Technik bei der Zugsicherung in Stand zu setzen. FOTO: DVG
Duisburg. Die CDU-Vertreter im Aufsichtsrat der DVG werden in der nächsten Sitzung das Thema Zugsicherung auf die Tagesordnung bringen. Bekanntlich hat Düsseldorf das Projekt ausgeschrieben, Duisburg aber nicht, weil der Stadt dafür das Geld fehlt. Sie müsste rund 40 Millionen Euro in neue Technik investieren. Von Hildegard Chudobba

"Düsseldorf wird wohl im kommenden Jahr mit der Erneuerung beginnen", schätzt Frank Heidenreich, Sprecher der CDU im DVG-Aufsichtsrat. "Für uns wird es dann allerhöchste Zeit, mitzuziehen. Denn sonst fahren irgendwann gar keine Bahnen mehr durch den Tunnel und wir erleben das Ende des schienengebundenen Nahverkehrs."

Bekanntlich arbeitet die Zugsicherung im U-Bahn-Tunnel mit veralteter Technik. Nur noch ein gutes Jahr sieht sich die Herstellerfirma in der Lage, Ersatzteile für die Uralt-Computer zu liefern.

Düsseldorf droht Duisburg abzuhängen

Arbeiten die Düsseldorfer irgendwann mit dem neuen System, ohne dass sich Duisburg "dranhängt", droht die Straßenbahnlinie U 79 an der Stadtgrenze zu enden. Fällt das System in unserem U-Bahn-Tunnel aus, würde gar keine Straßenbahn mehr fahren können. Ähnlich wie es Marcus Wittig, Vorstandsvorsitzender des Duisburger Versorgungs- und Verkehrskonzerns, in seinem Gastbeitrag für die RP beschrieben hatte, sieht auch Heidenreich ein Hauptproblem darin, dass für Ersatzinvestitionen im Nahverkehr seitens der öffentlichen Hand zu wenig Geld bereitgestellt wird.

"Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr darf laut Landesgesetz Ersatzmaßnahmen nicht bezuschussen", so Heidenreich, CDU-Fraktionsvorsitzender beim VRR. In dieser Funktion wird er in der kommenden Woche den "Tag des Nahverkehrs" in Berlin besuchen, bei dem mit Bundesverkehrsminister Dobrindt unter anderem über eine bessere Förderung der vorhandenen Infrastruktur im Öffentlichen Nahverkehr geredet wird.

Zuschuss vom Bund ist unwahrscheinlich

"Ich rechne allerdings nicht damit, dass er dort das Portemonnaie aufmacht", so Heidenreich. Zwar gäbe es einen interfraktionellen Beschluss im Bundestag, fünf Milliarden Euro in Verkehrsinfrastruktur zu investieren. "Aber damit ist auch der Auto-, Schiffs- und überregionale Schienenverkehr gemeint. Da ist die Frage, wie viel bundesweit für den Nahverkehr noch übrig bleibt."

Im DVG-Aufsichtsrat will die CDU darüber diskutieren, welches Szenario droht, sollte die Stadt das Geld für die Zugsicherung nicht aufbringen können. "Wir befürchten eine Einstellung des Schienenverkehrs der DVG. Das muss unter allen Umständen verhindert werden." Heidenreich fordert in diesem Zusammenhang, dass die Stadt schleunigst einen Finanzierungsvorschlag unterbreitet, "statt immer nur nach einem Schuldigen dafür zu suchen, warum sie das Geld nicht hat".

Eigentlich hätte sie die Mittel aus dem Cross-Border-Geschäft (bekanntlich hatte Duisburg vor Jahren sein Schienennetz an amerikanische Investmentbanken verleast und nach Vertragsende dafür rund 35 Millionen Euro bekommen) nehmen können.

Das Geld ist für die Verbesserung des Nahverkehrs bestimmt. "Die Millionen fließen jetzt aber in den Ausbau des Individualverkehrs auf dem Karl-Lehr-Brückenzug und sind damit für den Nahverkehr verloren", so Heidenreich.

Quelle: RP
 
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