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Duisburg
Diese Aufführung gehört auf die Weltbühne

Duisburg. Mein Gefühl: Die beeindruckendste Ballettaufführung, die ich in meinem Leben gesehen habe. Was wird mir unvergessen bleiben? Das Fingerschnipsen zu Beginn von "Obelisco", Gitarre und Mundharmonika, ausgedrückt durch Körper, die sich im gemeinsamen Tanz grazil miteinander bewegen, unabhängig ob auf Plateau oder Spitze, ob gemeinsam oder für sich. Wahnsinnig spannend zu betrachten - und mitreißend! Von Jessica Gerhold

Meine Impressionen des zweiten Stückes (Adagio Hammerklavier, Choreographie: Hans van Manen): Ein zartfühliges Tanzen in weißen, wehenden, zurückhaltendend glitzernden Kleidchen und ein Tänzer, der wie ein eleganter männlicher weißer Schwanenprinz auf mich wirkte. Ein Ballett wie aus einem Märchen.

Das dritte Stück ("Sh-Boom!" von Sol León und Paul Lightfoot)) bleibt mir durch seine grotesken komischen Elemente in Erinnerung, die den Zuschauer in ständiges Erstaunen halten, untermalt mit Musik der revolutionären schwungvollen 20er Jahre. Fast kam ich mir wie am Broadway vor.

Mein Traum: Diese Aufführung gehört auf eine Weltbühne. Meine Lieblingsstadt New York wäre gerade richtig dafür und ich sitze im Publikum und spüre immer noch den wahnsinnigen Stolz, dass so etwas Großartiges "bei mir um die Ecke" entstehen konnte.

Insgesamt ist die Inszenierung ein Traum, in dem das Publikum mit einbezogen wird und dies mit großer Freude aufnimmt, ausgedrückt zum Beispiel durch den Konfettiregen, der positive erstaunte Ausrufe auslöst und Hände, die nach den Papierstreifen beglückt greifen. Ein verzücktes beglückendes Gefühl verbreitet sich im Saal und die Ahnung, dass kein Zuschauer diesen geschützten Raum des Träumens verlassen möchte, um raus in die Realität zu müssen.

Ich glaube, Herr Schläpfer hat mich!

Quelle: RP
 
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