| 21.40 Uhr

Unternehmertag
Digital-Experte Sascha Lobo diskutiert in Duisburg

Sascha Lobo zu Gast beim Unternehmertag in Duisburg
Sascha Lobo zu Gast beim Unternehmertag in Duisburg FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Wie sollen Unternehmen auf den digitalen Wandel reagieren? Um diese Frage drehte sich am Mittwoch alles beim Unternehmertag in Duisburg. Prominenter Gast: Blogger und Autor Sascha Lobo. Von Carolin Skiba

Unter der Leitfrage "Vorn oder verschlafen? – Die Wirtschaft und der digitale Wandel" fand am Mittwoch in Duisburg der Unternehmertag statt. Anlass für dieses Motto ist die Digitalisierung, die nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Wirtschaft immer weiter verändert. "Die Digitalisierung macht vor nichts und niemandem Halt", betonte dann auch der Vorstandsvorsitzende des Unternehmerverbandes, Wim Abbing, zu Beginn der Veranstaltung.

Passend dazu hatte der Unternehmerverband einen Vordenker zum Thema eingeladen – den Autoren, Blogger und Grimmepreisträger Sascha Lobo. Seine Thesen und – oftmals provokanten – Denkanstöße beschäftigen längst alle, die sich mit dem Thema Internet und Digitalisierung auseinandersetzen. In seiner Rede vor rund 300 Gästen im "Haus der Unternehmer" betonte er, dass Deutschland zwar eine hervorragende Infrastruktur habe, aber eine katastrophale digitale Infrastruktur. Bei der Versorgung der Haushalte mit Glasfaser, laut Lobo die bedeutendste Technologie für schnelles Internet, liege Deutschland mit knapp einem Prozent aller Haushalte nahezu am Ende der Rangliste aller Industrie- und Schwellenländer. Das müsse sich dringend ändern, denn in der Digitalisierung lägen Chancen, sofern man sich ihr nicht verschließe, so Lobo. Die digitale Revolution sei besonders sichtbar bei der Nutzung der Smartphones. Lobo zitierte eine Studie, nach der durchschnittliche Nutzer pro Tag 221 mal sein Smartphone aus der Tasche ziehe. Er selbst, scherzte der Kolumnist von "Spiegel Online", liege fünf Mal drüber.

Lobo forderte von den Unternehmern eine Firmenkultur, in der Fehler erlaubt sind: "Scheitern muss zum strategischen Portfolio eines Unternehmens gehören. Man muss handeln wie im Halbdunkeln. Nach vorne tasten, aber eben auch mal zurück." Nur so, ist Lobo überzeugt, lasse sich die digitale Transformation meistern.

In der anschließenden Diskussion mit RP-Chefredakteur Michael Bröcker ging es dann unter anderem darum, wie Unternehmen die Digitalisierung nutzen können. "Wie finde ich heraus, welcher Teil der digitalen Transformation für mein Unternehmen der ist, den ich jetzt anpacken muss?", fragte Bröcker. Lobo riet, sich zunächst mal vorurteilsfrei damit zu beschäftigen, was in der eigenen Branche passiere. "Wo ist der Datenstrom, der unsere Branche verändern könnte?", sei die Frage, die sich Unternehmen anschließend stellen müssten.

Neben der Diskussion wurde am Mittwoch auch der Unternehmerpreis "Der Traum vom Fliegen" vergeben, der traditionell ein besonders vorbildliches und erfolgreiches Unternehmen würdigt. In diesem Jahr ging der Preis an den Emmericher Unternehmer Robert Prager, der das Unternehmen Setter GmbH & Co Papierverarbeitung, das unter anderem Papiere für Ohrenstäbchen herstellt, zum Weltmarktführer machte.

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