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Duisburg
Douvil droht Stadt nun mit einer Millionen-Klage

Duisburg. Sagt der Rat der Stadt am Montag das FOC ab, wird der Investor die Stadt auf Schadensersatz verklagen. Das kündigte gestern Douvil-Projektkoordinator Robin de Groot bei einer Pressekonferenz an. Von Lena Köhnlein und Jan Luhrenberg

Gleichzeitig erneuerte die SPD nach einem Gespräch mit Douvil, dass sie bei der Absage bleibe und setzt nun in die Stadtspitze die Hoffnung, dass sie alternative Nutzungsideen für das Gelände erarbeitet. Die Pressekonferenz des Projektentwicklers wolle er nicht als Drohung an die Stadt verstanden wissen, betont de Groot.

Vielmehr wollte er die Sicht der Investoren darstellen. "Das Wetter in Duisburg ist besser als das politische Klima in der Stadt", begrüßt der Niederländer die Anwesenden und macht damit deutlich, wie enttäuscht er von der Politik der Stadt ist. "Für uns ist es total unverständlich, dass sich die SPD nach über fünf Jahren Zusammenarbeit gegen unser Projekt entscheidet." Vor allem sei es "unmöglich", dass die Stadt im Jahr 2011 und 2014 dafür gestimmt hatte und nun "eine Minute vor Zwölf abspringt. Wir haben darauf vertraut und mehr als neun Millionen Euro investiert", so de Groot.

Er frage vor allem nach dem Warum? Die Stadt hätte keine Argumente gegen das Outlet Projekt nennen können (oder wollen). Denn in den vergangenen Jahren habe Douvil 15 Gutachten erstellen lassen, mit denen alle Bedenken aus dem Weg geräumt worden seien. 13 seien bereits von der Stadt anerkannt worden, zwei - das Verkehrs- und das Störfallgutachten lägen ebenfalls vor, seien aber noch nicht unterzeichnet worden.

Vor allem beim Störfallgutachten sei die Stadt "an der Nase herumgeführt worden", so Robin de Groot. Denn die Fässer auf dem Grillo-Gelände, aus denen giftige Dämpfe austreten könnten, dürften gar nicht offen dort gelagert werden. Grillo müsse sich eigentlich um die Sicherstellung der gefährlichen Stoffe kümmern - für eine Überdachung hätte Douvil 400.000 Euro bezahlt. Dies hatte Grillo abgelehnt. Trotzdem habe Douvil eine Lösung präsentiert: Eine gasdichte Folie, die schon von Feuerwehr und Umweltschutz genehmigt ist und vier Millionen Euro kosten soll. Ein halbes Jahr mehr Zeit hätte man für diese Planungen benötigt.

Die Douvil-Verantwortlichen rätseln nach wie vor, warum nun die Absage kam. Könnte ein Grund die Siedlung "Am Zinkhüttenplatz" sein? Dort leben noch rund 100 Menschen, die für das FOC weichen müssten. Rund 20 möchten das aber nicht. "Nicht jeder kann gewinnen", sagt de Groot. Die Immeo als Eigentümer der Siedlung, würde die FOC-Pläne laut eines Schreibens jedoch unterstützen.

Laut de Groot sollte die Stadt nicht vergessen, dass das FOC eine Chance für Duisburg sei: Die Stadt könnte mit rund 1000 neuen Arbeitsplätzen rechnen. Ebenso würden die Stadtteile Marxloh und Hamborn aufgewertet werden und neue Impulse bekommen. Im Falle der Klage würde die Stadt finanziell zu schaden kommen, betont de Groot. Auch Immeo würde wohl Anspruch auf einen Ausgleich für die jahrelang leerstehenden Häuser fordern. Robin de Groot hofft, dass der Rat am Montag noch einlenkt. "Wir möchten, dass sich die Politik die Zeit nimmt, den wirklichen Stand zu untersuchen." Nur das wäre respektvoll "Wir werden nicht kampflos aufgeben!"

Quelle: RP
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