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Duisburg
Bluttat in Marxloh – Täter weiter auf der Flucht

Toter und Verletzte bei Schüssen in Duisburg
Toter und Verletzte bei Schüssen in Duisburg FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. An der Grillostraße in Duisburg-Marxloh ist am Sonntag ein 29-Jähriger getötet worden. Einer 42 Jahre alten Frau schossen die unbekannten Täter in den Bauch. Nachrichten, nach denen die Frau schwanger war, bestätigten sich nicht. Nach den Tätern war eine Großfahndung eingeleitet worden. Von Sandra Kaiser und Christoph Reichwein

Eine Frau sitzt auf dem Bürgersteig, als die Einsatzkräfte der Polizei am Sonntag wenige Minuten nach dem Notruf um 13.18 Uhr vor dem Haus in Marxloh eintreffen. Sie blutet stark. Als die Beamten näherkommen, stellen sie fest: sie hat eine Schussverletzung im Bauchbereich. Sofort kümmern sich Rettungskräfte um die 42 Jahre alte Frau, bringen sie so schnell es geht in ein Krankenhaus. Dort wird sie notoperiert. Am Tatort heißt es, die Frau sei schwanger - eine Nachricht, die die Polizei am Montag widerlegt. Als die Polizisten das Haus, vor dem die Frau saß, am Sonntag betreten und die Wohnungstür im ersten Stock öffnen, der nächste Schock: Dort liegt ein Mann mit Verletzungen am Oberkörper. Er ist tot.

"Ich habe drei Schüsse gehört und dann die lauten Schreie der Frau", sagt eine Nachbarin unserer Redaktion wenig später. Dann habe sie gesehen, wie zwei Männer zu Fuß flüchteten. Am Tatort treffen derweil immer mehr Einsatzkräfte ein. Die Polizei sperrt die Umgebung weiträumig mit Flatterband ab. Spezialisten der Spurensicherung in weißen Overalls nehmen die Arbeit auf. Sie sichern Spuren auf dem Bürgersteig, wo sich mit bloßem Auge Blutspritzer erkennen lassen. Und sie sichern Spuren im Haus und in der Wohnung.

Die Pressestelle der Polizei Duisburg hält sich extrem bedeckt. "Weil die Täter noch flüchtig sind, wollen wir in Absprache mit der Staatsanwaltschaft zum jetzigen Zeitpunkt keine näheren Angaben machen", sagt Sprecher Ramon van der Maat am Sonntagabend. Zeugen sprechen am Sonntag von zwei Tätern die flüchtig sein sollen. Am Montag heißt es aus Polizeikreisen jedoch, dass dieselben Zeugen nun bereits von vier verdächtigen Personen sprechen.

Fest steht: Die Leiche des Opfers wird obduziert, wie Ramon van der Maat am Sonntag sagte. Ob der 29-Jährige Schusswunden oder andere Verletzungen habe, werde dabei geklärt.

Aus Polizeikreisen vor Ort war jedoch zu hören, dass es sich wohl um eine Beziehungstat handelte. Die Wohnung sei die des 29-Jährigen, der dort mit seiner Ehefrau gelebt habe. Die habe sich in die Türkei abgesetzt. Mit der 42 Jahre alten Frau habe der 29-Jährige ein Verhältnis gehabt. Und sie sei es auch gewesen, die der Polizei nach der Tat Hinweise auf den oder die Tatverdächtigen gegeben habe.

Um 18.35 Uhr am Sonntag wird die Leiche des 29-jährigen Opfers abtransportiert. Die Suche nach den Tätern war weiter in vollem Gange. Bei einer Großfahndung wurden den Angaben zufolge rund 20 Streifenwagen und ein Polizeihubschrauber eingesetzt. Dabei sei auch ein nahe gelegener Park durchkämmt worden, hieß es. Der Täter ist jedoch am Montagnachmittag noch nicht gefasst.

Die Polizei in Duisburg bittet derweil diejenigen, Hinweise rund um das Geschehen geben können, dies unter der Rufnummer 0203/2800 mitzuteilen.

Anmerkung: In einer vorigen Version des Textes hat es geheißen, dass die verletzte Frau schwanger gewesen sei. Zwar hatten Zeugen dies der Redaktion berichtet, die Polizei widersprach diesen Angaben jedoch am Montag und berief sich auf das Krankenhaus, in dem die Frau behandelt wurde.

(rp)
 
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