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Duisburg
"Duisburg braucht auch Hochkultur"

Duisburg: "Duisburg braucht auch Hochkultur"
Thomas Krützberg, gestern beim RP-Gespräch. FOTO: andreas probst
Duisburg. Bei den Verhandlungen über die Verlängerung der Opernehe hätten alle Beteiligten den Erfolg gewollt, so Thomas Krützberg. Der Dezernent glaubt, dass die Kultur in Duisburg trotz Haushaltssicherung einen hohen Stellenwert hat. Von Peter Klucken

Dezernent Thomas Krützberg war dabei, als beim Philharmonischen Konzert in der vergangenen Woche Intendant Dr. Alfred Wendel vor das Publikum trat und die Freude des Orchesters über die Verlängerung der Opernehe um fünf Jahre zum Ausdruck brachte. Die Zuhörer quittierten die "gute Entscheidung des Stadtrates" mit Applaus. "Hätten wir die Verhandlungen in den Sand gesetzt, wäre der Aufschrei riesengroß gewesen, und das mit Recht", sagt Thomas Krützberg. Eine Großstadt wie Duisburg brauche ein Angebot wie die Rheinoper im Bereich der Hochkultur. Mag die Stadt ansonsten auch "ärmer als eine Kirchenmaus" sein.

Bei den Verhandlungen über die Verlängerung der Operngemeinschaft von Düsseldorf und Duisburg hätten alle Beteiligten den Erfolg gewünscht. Er, Krützberg, habe vom Oberbürgermeister den Auftrag gehabt, mit einem klaren Angebot zu verhandeln. Das mit diesem Angebot die schwierigen Verhandlungen positiv beendet werden konnten, sei auch ein Verdienst des Generalintendanten Prof. Christoph Meyer und der Geschäftsführenden Direktorin der Rheinoper, Alexandra Stampler-Brown, gewesen.

Die Verlängerung der Rheinopernehe stärke auch die Duisburger Philharmoniker, die noch eine Saison im Theater am Marientor spielen müssen. Dass die Instandsetzungsarbeiten im Großen Saal der Mercator-Halle so lange dauern, habe er anfangs auch nicht glauben können. Doch seien die Mängel so groß gewesen, dass man von Glück sprechen könne, dass nichts passiert ist. Da habe es Pfusch am Bau in einer gefährlich-kriminellen Dimension gegeben. Die Kosten für die nun notwendige Beseitigung der Mängel beziffert der Dezernent auf zehn Millionen Euro. Krützberg geht davon aus, dass ab der Spielzeit 2016 / 2017 alle Philharmonischen Konzerte wieder in der Mercator-Halle stattfinden können.

Die Bauarbeiten beim neuen Stadtfenster an der Steinschen Gasse liefen planmäßig. Am 14. Juli werde die neue Zentralbibliothek eröffnet. Und mit einem Fest am 22. August werde das gesamte Stadtfenster offiziell eröffnet.

Für das kommende Jahr seien die Duisburger Festivals Akzente, Traumzeit, Duisburger Tanztage und das Kinderkultur-Festival, die allesamt erfolgreich gewesen seien, wohl noch gesichert. Dann jedoch kämen diese Festivals auf den Prüfstand. Das werde im Haushaltssicherungsplan so vorgeschrieben. Krützberg sieht noch keinen Grund zum Pessimismus. Aber: "Ich verspreche nur das, was ich sicher halten kann."

Am Fortbestehen der Duisburger Filmwoche hat Krützberg allerdings keinen Zweifel. "Es wäre auch ganz falsch, die Filmwoche in Frage zu stellen." Die Duisburger Filmwoche sei schließlich national und sogar international bekannt. Und für Duisburg sei es gut, wenn beispielsweise auf 3Sat eine Dokumentation gezeigt wird, die zuvor im Wettbewerb der Duisburger Filmwoche lief.

Trotz der so gut wie nicht vorhandenen Ausstellungsetats sieht Krützberg die Duisburger Museen auf einem guten Weg. Besonders positiv sei, dass mit dem Zentrum für Erinnerungskultur, das demnächst eröffnet wird, eine jahrelange unerfreuliche Diskussion über die Installierung eines NS-Dokumentationszentrums beendet werden konnte. Das Kultur- und Stadthistorische Museum und das Stadtarchiv könnten dieses Zentrum gemeinsam mit Leben füllen. Ansonsten zeige sich, dass mit pfiffigen Ideen fehlende Geldmittel ausgeglichen werden könnten. So habe das Lehmbruck-Museum beispielsweise mit der Rekonstruktion der Lehmbruck-Eröffnungsausstellung im vergangenen Jubiläumsjahr großen Eindruck gemacht.

Zum Schluss des RP-Gesprächs kündigte Krützberg die Rückkehr der beiden EarPort-Komponisten Gerhard Stäbler und Kunsu Shim an ihre alte Wirkungsstätte am Innenhafen an. Am 1. Oktober würden die beiden dort mit einem öffentlichen Kultur-Fest ihre Rückkehr feiern.

Quelle: RP
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