| 18.10 Uhr

Demo für abgeschobene Duisburger Schülerin
"Bivsi kann sich auf uns verlassen"

1000 demonstrieren in Duisburg für Bivsi
Für ihre nach Nepal abgeschobene Mitschülerin sind zahlreiche Schüler und ihre Eltern in Duisburg auf die Straße gegangen. Oberbürgermeister Link will sich dafür einsetzen, dass Bivsi für ihren Abschluss nach Duisburg zurückkommen kann. Von Laura Harlos, Duisburg

"Bring Bivsi zurück" rufen die rund 1000 Demonstranten durch die Fußgängerzone an der Königsstraße. Bivsi Ranas Mitschüler haben Plakate gemalt: "In Deutschland geboren. Abgeschoben nach Nepal", "Menschlichkeit im Gesetzt fehlt" und "Menschen brauchen eine Heimat", steht darauf.

Am Morgen des 29. Mai wurde Bivsi Rana vor den Augen ihrer Mitschüler von Beamten der Ausländerbehörde von der Schule abgeholt. Gemeinsam mit ihren Eltern wurde sie noch am selben Abend in ein Flugzeug gesetzt und nach Nepal abgeschoben. Mit der Demonstration wollen Mitschüler, Eltern, Duisburger und Menschen aus der Region ihrer Solidarität gegenüber der 15-Jährigen und ihrer Familie Ausdruck verleihen.

Demonstration in Duisburg für Bivsi Rana FOTO: Christoph Reichwein

Schüler, Eltern, Lehrer setzen sich für Bivsi ein

"Bivsi kann sich auf uns verlassen", sagt Sarah Habibi, Schülersprecherin des Steinbart-Gymnasiums. "Heute können wir zeigen, dass wir eine geballte Menschenmasse sind und wir alle wollen uns für Bivsi und ihre Familie einsetzen." Vor 15 Jahren lehnten die Behörden den Asylantrag der Familie Rana erstmals ab. Nachdem er alle Instanzen durchlaufen hatte, wurde auch die letzte Klage 2016 abgelehnt. Der Familie ist in ihrem Asylverfahren offenbar zum Verhängnis geworden, dass die Eltern bereits vor knapp 20 Jahren bei der Einreise nach Deutschland falsche Angaben zu ihrer Identität gemacht haben.

Die 15 Jahre alte Bivsi Rana. FOTO: rana

Auch eine Online-Petition für Bivsis Rückkehr nach Deutschland gibt es bereits. "Wir wollen mit der Petition kein Strohfeuer entzünden, sondern nachhaltig handeln, deswegen jetzt die Demo", sagt Stephan Kube, Vorsitzender der Steinbart-Schulpflegschaft. Am Steinbart-Gymnasium startet die Demo, mit Verzögerung und Unruhe. Obwohl im Vorfeld gebeten wurde, Parteiwerbung zu unterlassen, werfen Menschen Flugblätter durch die Luft. "Haut ab"-Chöre ertönen am Schulhof. Die Polizei nimmt die Personalien eines angeblichen Pegida-Anhängers auf.

Am Rathaus wartet Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link auf die Demonstranten. "Das war rechtmäßig", sagt Link zum Abschiebeverfahren. "Ich möchte Ihnen nichts versprechen, was ich nicht halten kann. Die Stadt kann das nicht alleine entscheiden", sagt Link weiter, "ich persönlich werde aber alles dafür tun, dass Bivsi zurückkommen und ihren Abschluss hier machen kann."

 
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