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Duisburg
Ex-Rocker ist neuer "Pegida"-Chef NRW

Ex-Rocker spricht bei "Pegida"-Umzug in Duisburg
Ex-Rocker spricht bei "Pegida"-Umzug in Duisburg FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Der Zuspruch innerhalb der Bevölkerung für die "Pegida"-Demonstrationen in NRW schwindet offenbar. Zur Veranstaltung der islamkritischen Bewegung am Montagabend in Duisburg kamen nur rund 130 Anhänger. Der neue Chef von "Pegida" NRW ist ein Ex-Rocker. Marco C. sprach mit unserer Redaktion.  Von Christian Schwerdtfeger und Christoph Reichwein

Nachdem Sebastian Nobile als Vorsteher des Duisburger "Pegida"-Ablegers vor wenigen Tagen aus persönlichen Gründen zurückgetreten war, zeigte sich Marco C. (49) Montagabend als das neue Gesicht der Bewegung. C. gehört nach Recherchen unserer Redaktion dem Umfeld der Rockergruppe Bandidos an. Im Internet ist er auf mehreren Fotos mit Mitgliedern der Bandidos zu sehen. Auf einem trägt er auch eine Jacke mit dem Abzeichen des Rockerclubs.

Am Tag nach der Demonstration spricht Marco C. mit unserer Redaktion über seine Vergangenheit. "Ich war in einem Support-Club der Bandidos, ich habe aber gemerkt, dass das nichts für mich ist", sagt der 49-Jährige. Vor eineinhalb Jahren sei er dort ausgetreten. "Seitdem habe ich nichts mehr mit denen zu tun und distanziere mich von den Bandidos", erklärt er. Der neue Sprecher legt zudem Wert auf eine Abgrenzung zu anderen Demos der Islamkritiker in NRW: "Wir als "Pegida"-NRW haben nichts mit "Dügida" und "Kögida" zu tun", sagt Marco C. 

Die "Pegida"-Demo in Duisburg

Bei seiner Ansprache betonte C. am Montag, dass er nicht rechtsradikal sei.

"Bei uns ist jeder willkommen, ob Migrant oder nicht, das spielt keine Rolle", sagte er. (Hier geht es zur Rede im Video). Den Protestzug ließ er am Abend kurzzeitig demonstrativ stoppen, als er bemerkte, dass bekannte Neonazis aus Dortmund mitliefen.

Dabei rief er: "Nazis raus." Dafür gab es von Teilen der "Pegida"-Anhänger heftige Widerworte. Anders als noch vor zwei Wochen gab es in Duisburg diesmal keine Ausschreitungen. Nach Angaben der Polizei blieben die Gegendemonstranten weitestgehend friedlich.

Januar 2015: Hooligans bei "Pediga"-Umzug in Duisburg FOTO: Christoph Reichwein

Rund 300 Gegendemonstranten äußerten ihren Protest und versuchten den Umzug der "Pediga" lautstark zu stören. Wie in der Vorwoche marschierte "Pegida" nach der Versammlung am Fernbusbahnhof über die Mercator-, Wittekind-, Fürsten-, Günther-, Hohe Straße, Friedrich-Wilhelm-Straße und am Bahnhofsvorplatz vorbei.

Auf dem Bahnhofsvorplatz hatten sich die Gegendemostranten versammelt und konterten die "Pegida"-Teilnehmer unter anderem mit lauten "Haut-ab"-Rufen.

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