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Festtage in Duisburg
Schön, schöner, Hafenfest

So war das Feuerwerk beim Hafenfest 2017
So war das Feuerwerk beim Hafenfest 2017 FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Dicke schwarze Wolken hingen am Freitag zur Eröffnung des 24. Hafenfestes am Himmel über Ruhrort und hängen im übertragenen Sinne auch am Schlusstag weiterhin als Vorbote über der Jubiläumsausgabe des nächsten Jahres. Von Olaf Reifegerste

Doch während das Hafenfest vom schlechten Wetter in diesem Jahr weitestgehend verschont blieb – von den sintflutartigen Regenfällen am Freitagabendeinmal abgessehen –, hält die Drohkulisse für 2018 an. "Denn", so Walter Pavenstedt, Chef des Hafenfestvereins, "wenn die Kosten der Sicherheit höher sind als die Programmkosten, dann stimmt da was nicht. Falls sich daran nichts ändert, müssen wir in Zukunft Eintritt nehmen, mit all seinen Folgen."

Ungeachtet dessen lief das bunte Treiben am Wochenende sowohl unten am Hafen – ob auf der Kirmes oder flanierend auf der Hafenpromenade – als auch im Kiez fröhlich ausgelassen und äußerst friedvoll ab. Während einerseits die durch Vandalismus zum Teil zerstörten Großfotos der "Outdoor-Galerie Aufnachtschicht" auf dem Leinpfad rechtzeitig zum Fest wieder komplettiert werden konnten und die Ruhrorter Strickguerilla einen Tausend Kilogramm schweren Anker neu eingestrickt hatte, war andererseits die Bühne auf dem Vorplatz der Schifferbörse von ihrer musikalischen Vielfalt her nach Ansicht vieler Besucher nur noch ein Schatten vergangener Tage. Außerdem hätte es ohne das Engagement der "Frank Schwarz Gastro Group" es nicht einmal mehr den Musikpavillon mit U50-Musik dort gegeben.

Ein echter "Hingucker" der Festtage war die "George Stephenson", die erstmalig im Hafenmund vor Anker ging. Nur zwei Besatzungsmitglieder, nämlich Kapitän Luc Vos und sein Maschinist Frans Coelers, hat das zwischen 2006 und 2013 gebaute, 200 Tonnen schwere, einzigartige Dampf- und Dieselschiff aus den Niederlanden. 35 Jahre lang hatte man Schiffsteile jeglicher Art für den Zusammenbau gesammelt. Seine 30 Dampfpfeifen an Bord können dazu noch einen Höllenlärm veranstalten, was der Schiffskapitän beim Wettbewerb am Samstag "Schwimmer ziehen Schiff" eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Der vom Ruhrorter Bürgerverein neu ins Hafenfestprogramm aufgenommene Beitrag zog viele Besucher an, die sich zudem von der Moderation "Thommies" (alias Thomas Warnecke) auf der "Oscar Hübi" – wie er das Museumsschiff unweit der besagten Hafenkneipe nennt, bestens unterhalten lassen konnten – Sieger des Wettbewerbs wurde die Wasserballabteilung des "Amateur-Schwimm-Clubs Duisburg".

Neu im Programm war auch ein "Hinterhoftrödel" am Sonntag in 25 Privathöfen des Ruhrorter Kiez‘. Mit mediterranem Flair ausgestattet war zum Beispiel der Hof des Ehepaars Scherf auf der Harmoniestraße 15. Dort hatte Karl Scherf passend zum Hafenfest neben einer Reihe klassischer Prinz-Heinrich-Mützen über 300 Schiffsflaggen, -wimpel und -stander als "Trödel" angeboten.

 
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