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Duisburg
Duisburg: Heimat der Matjesliebhaber

Duisburg: Duisburg: Heimat der Matjesliebhaber
So ist's richtig: Kopf in den Nacken und abgebissen. Peter Heyden nahm im vergangenen Jahr beim Matjesfest eine Kostprobe. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. In der kommenden Woche ist Matjesfest in Duisburg. Das bedeutet: Vier Tage, ganz im Zeichen von frischem Fisch. Vom 26. bis zum 29. Mai findet das alljährliche Fischfest statt. Musik, Wein und ein Karussell runden das Programm ab. Von Carolin Skiba

Kommende Woche dreht sich wieder vier Tage lang alles rund um frischen Fisch. Vom "Arme-Leute-Essen" hat es der Hering mittlerweile zum Kult-Fisch geschafft, dem in der Duisburger Innenstadt sogar ein eigenes Fest gewidmet wird. Und das bereits zum 22. Mal.

Pünktlich zu Fronleichnam werden entlang der Königstraße und am König-Heinrich-Platz Köstlichkeiten für Fisch-Liebhaber angeboten. Und von denen scheint es eine Menge zu geben - rund 50.000 Besucher verzeichnete das Matjesfest im vergangenen Jahr. "Das ist eine tolle Zahl dafür, dass wir gar nicht an der Küste liegen", sagt Peter Joppa, Geschäftsführer der Duisburg Kontor GmbH. Dennoch werde in Duisburg traditionell viel Fisch gegessen. "Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir eine Hafenstadt sind." Allein auf dem Matjesfest im vergangenen Jahr sind etwa 120.000 Doppelfilets über die Theke gegangen. So gehört das Event seit Jahren zu den etabliertesten und größten Veranstaltungen dieser Art in Deutschland.

Dank der großen Beliebtheit hat sich die Veranstaltung von anfangs einem, auf mittlerweile vier Tage ausgeweitet. Frischer Fisch kann nicht nur vor Ort verzehrt, sondern auch für zuhause mitgenommen werden. Es wird acht Fischverkaufsstände und zwei Imbissstände geben. Neben dem holländischen Matjes stehen aber noch andere Fischsorten zur Wahl. "Der Backfisch ist sehr beliebt genau wie Kibbeling und Flammlachs, den es in diesem Jahr auch wieder geben wird", sagt Stefan Wilken von der Firma "Fisch Wilken". Auch beliebt sei Heringssalat, das klassische Doppelfilet sei aber "das, worum es beim Matjesfest geht".

Wilken selbst wird etwas ganz Neues anbieten. "Wir bringen ein Matjes-Apfelgelee mit. Mit seiner Mischung aus Äpfeln, Kräutern und Matjes schmeckt das Gelee herzhaft-süßlich." Mit Speisen, die ohne Fisch auskommen, werden auch Besucher willkommen geheißen, die die Tiere lieber im Wasser als auf dem Teller sehen. Es wird Flammkuchen und Poffertjes geben, dazu noch einen Süßwarenstand. Und weil das Drumherum auch nicht fehlen darf, wird es musikalische Unterhaltung in Form von "Walking Acts" geben. Kinder können sich auf dem Karussell vergnügen und die älteren Gäste das Weinzelt ansteuern. Auch ein Zelt steht parat, in dem Tellergerichte serviert werden. Im Mittelpunkt wird natürlich der Matjes stehen, in all seinen Variationen.

Doch was macht den Hering eigentlich so beliebt? Und ist jeder Hering auch ein Matjes? Der Fischexperte Wilken weiß die Antwort: "Jeder Matjes ist ein Hering, aber nicht jeder Hering ist ein Matjes", sagt er. Das liegt daran, dass ein Hering "jungfräulich" sein muss. Das bedeutet, er darf noch keine Geschlechtsprodukte (Milch und Rogen) gebildet haben, denn nur dann hat er den typischen hohen Fettgehalt. "Idealerweise hat er 15 bis 19 Gramm Fett", sagt Wilken. Zubereitet wird der Matjes, indem er gekehlt wird, das heißt, die Kiemen und ein Teil der Innereien sind entfernt worden, wobei die Bauchspeicheldrüse im Fisch bleibt. Anschließend wird er in Fässern mit Salz vermischt und muss anschließend reifen. "Damit er auf den deutschen Markt darf, muss jeder Hering mindestens 36 Stunden gefroren gewesen sein oder vier Wochen in Salz gelegen haben", erklärt Wilken. Das Wort "Matjes" stammt übrigens vom holländischen Begriff "Maagdenharing", was frei übersetzt "Mädchenhering" bedeutet.

Quelle: RP
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