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Duisburg
"Duisburg kann mehr aus sich machen"

Duisburg: "Duisburg kann mehr aus sich machen"
Alexander Kranki auf dem Balkon seines Unternehmens am Innenhafen. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Alexander Kranki ist Vorsitzender des neu gegründeten Vereins "Wirtschaft für Duisburg". Vor allem beim Thema Digitalisierung sieht der Unternehmer in der Stadt viel Potenzial.

Alexander Kranki ist derzeit einer der umtriebigsten Unternehmer in Duisburg. Der Gründer und Geschäftsführer des IT-Firma Krankikom baut bekanntlich am Innenhafen nicht nur seine neue Zentrale, sondern er ist seit Dezember auch Vorsitzender des beim Unternehmerverband neu gegründeten Vereins "Wirtschaft für Duisburg".

"Duisburg kann mehr aus sich machen", sagt Kranki. "Mit der Gründung des Vereins wollten wir ein Forum für den Austausch schaffen, das dabei helfen soll, die Wirtschaft in der Stadt nach vorne zu bringen."

Wie viel Potenzial in der Stadt steckt, beweist Kranki tagtäglich in seiner eigenen Firma. Natürlich sei der um sich greifende Fachkräftemangel auch für ein IT-Unternehmen wie das seine ein Problem. "Man muss in diesen Tagen einfach schauen, wie man seinen Mitarbeitern ein attraktives Arbeitsumfeld schaffen kann", sagt Kranki. "Dann entscheiden sie sich auch gerne, dazu in Duisburg zu arbeiten." Das fange zum Beispiel bei den Arbeitszeiten an. "Wir schauen, dass wir unseren Mitarbeitern interessante Lösungen anbieten." Außerdem setzt Krankikom auf flache Hierarchien und Aufenthaltsqualität. Das neue Büro soll wie das alte transparent und mit offenen Räumen gestaltet werden. Der Chef sitzt selbst mit im offenen Großraumbüro, ist immer ansprechbar. Ein klassisches Vorzimmer gibt es nicht.

"Das ist natürlich Philosophie", erläutert der Unternehmer das Konzept. "Wir haben auch eine große Küche mit Aufenthaltsraum. Dort steht auch ein Kicker. Das ist der Versuch, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Privates und Berufliches sich miteinander verbinden lassen."

Tatsächlich habe es im Vorfeld der Entscheidung für den Neubau sogar Überlegungen gegeben, ob das Unternehmen in Zukunft überhaupt noch Büroräume braucht. "Da gibt es ja heute mit Home-Office und ähnlichem auch andere denkbare Modelle", sagt Kranki. "Für uns ist das Büro allerdings auch ein wichtiger Ort des Austausches. Entscheidungen lassen sich einfacher treffen, wenn man sich von Angesicht zu Angesicht gegenübersitzt." Deshalb sei am Ende auch die Entscheidung für den Neubau gefallen.

Duisburg als Wirtschaftsstandort sieht der Unternehmer auf einem guten Weg. "Schauen Sie sich den Hafen an, den Landschaftspark, die Universität - das sind alles Erfolgsgeschichten", sagt er. Was Duisburg fehle, sei positive Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein. "Dabei gibt es gerade jetzt wieder viele Chancen. Ich denke da zum Beispiel an die Erweiterung des Uni-Geländes nach Süden oder die ganzen Innenstadt-Entwicklungsprojekte." Die Aufstellung des Masterplans Wirtschaft sei in diesem Zusammenhang für viele Akteure in der Stadt ein Startschuss gewesen. "Der Verein Wirtschaft für Duisburg soll ein Forum für diejenigen sein, die wie wir glauben, dass da jetzt echt was in Gang kommen kann. Der Verein hat im Vergleich zu den bestehenden - zum Beispiel bei der IHK - den Vorteil, dass die Beteiligten dort die Möglichkeit haben, sich nur auf Duisburg zu fokussieren und die Entwicklungen in unserer Stadt voranzutreiben."

Eine der größten Herausforderungen ist für Kranki die Digitalisierung. "Wichtig ist, dass die Stadt die entsprechende Infrastruktur schafft", sagt er. Überall schnelles verfügbares Internet zu haben, sei eine Grundvoraussetzung für die Arbeit der Zukunft. "Ich habe aber den Eindruck, dass es da aufseiten der Stadt eine große Aufgeschlossenheit gibt." Ansonsten habe Duisburg in Sachen Digitalisierung aber bereits schon jetzt keinen Grund, sich zu verstecken. "Da ist viel mehr da, als man denkt. Siemens zum Beispiel ist bei der Digitalisierung von Produktionsprozessen schon sehr weit vorne." Außerdem seien schon einige Andere am Thema Smart Building dran. "Neben Krankikom wollen zum Beispiel auch die Projektentwickler des China-Trade-Center in Asterlagen auf Digital-Prozesse bei der Gebäudesteuerung setzen." Die Uni sei ebenfalls schon seit mehr als 15 Jahren mit dem Thema Digitalisierung beschäftigt. "Das Know-How ist also da. Der Wirtschaftsverein kann ein Instrument sein, dieses Wissen zu bündeln und für die Duisburger Unternehmen nutzbar zu machen."

VON TIM HARPERS

Quelle: RP
 
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