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Geänderter Verfahrensstand
Loveparade-Prozess verzögert sich weiter

Auftakt im Prozess zum Duisburger Loveparade-Unglück
Düsseldorf/Duisburg. Beim Loveparade-Prozess deutet alles darauf hin, dass sich die Verhandlung erneut verzögern wird. Am Mittwoch wurde klar: Es gab deutlich mehr Verletzte, als in der Anklageschrift enthalten. Von Christian Schwerdtfeger

Rund eine Stunde wurde der Prozess am Mittwoch unterbrochen. Grund dafür ist, dass sich offenbar der Verfahrensstand geändert hat: Bisher waren in der Anklageschrift 18 Verletzte berücksichtigt, nun sind es laut Gericht jedoch 50. Tatsächlich waren mindestens 652 Menschen verletzt worden. 

Wegen der zahlreichen neuen Anträge könnte es zu einer längeren Prozesspause kommen. Bereits in der Vergangenheit kam es immer wieder zu Verzögerungen. Einer der Anwälte wünschte sich am Mittwoch eine Woche Pause für Beratungen mit seinen Mandanten. "Der Prozesstermin am Donnnerstag fällt möglicherweise deswegen schon aus", sagte der vorsitzende Richter. 

Fotos: Loveparade-Prozess in Düsseldorf gestartet FOTO: dpa

Aus Kreisen der Nebenkläger heißt es, dass man davon ausgehe, dass mit der Zeugenbefragung im Januar, spätestens im Februar beginnen werde. Generell sei man bislang sehr zufrieden mit dem Prozessverlauf, so ein Anwalt, der Hinterbliebene vertritt. 

Strittig ist außerdem auch noch, ob die 5. Große Strafkammer des Landgerichts überhaupt zuständig ist. Die Strafverteidiger haben eine sogenannte Besetzungsrüge vorgetragen. Sie sind der Meinung, dass der Fall von der 6. Strafkammer verhandelt werden müsste. Die 5. hatte die Zulassung des Verfahrens abgelehnt. Dagegen wurde juristisch vorgegangen. Das OLG Düsseldorf ließ die Angelegenheit prüfen und urteilte, dass die Anklageschrift doch ausreicht für ein Strafverfahren. Daraufhin nahm sich die 6. des Landgerichts Duisburg des Verfahrens an. Die Zuweisung an die 6. Strafkammer sei laut einem Strafverteidiger ein eklatanter Verstoß gegen das Grundgesetz. Die Entscheidung sei unvertretbar und nicht zu rechtfertigen. Sie sei reine Willkür, so der Strafverteidiger. 

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Das öffentliche Interesse an dem Prozess ist offenbar weniger geworden. Fast alle Plätze im Zuschauerraum sind leer geblieben. Auch fast alle Nebenkläger sind nicht mehr persönlich erschienen. Sie lassen sich stattdessen von ihren Anwälten vertreten. 

 
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