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Streit in Duisburg eskaliert
Sicherheitskräfte treten Schwarzfahrer gegen Kopf

Fragen und Antworten zum Schwarzfahren in NRW
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Duisburg. Nach einem Streit mit drei Sicherheitsbediensteten in einer Duisburger Straßenbahn ist ein Mann mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus gekommen. Gegen die jungen Männer wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Sie stammen von der städtischen Tochter "Octeo".

Wie die Polizei Duisburg am Mittwochmorgen mitteilte, wurde das Opfer am Dienstagmittag gegen 14.30 Uhr in einer Straßenbahn von den drei Kontrolleuren ohne gültigen Fahrschein aufgegriffen. Da der Schwarzfahrer bei der Angabe seiner Personalien widersprüchliche Angaben gemacht haben soll, wollte das Kontrolleurs-Trio ihn in die nahegelegende Polizeiwache im Averdunk-Zentrum bringen. Zwei der Sicherheitsbediensteten gingen vor, einer wartete mit dem Schwarzfahrer vor der Wache. "Währenddessen soll das vermeintliche Opfer versucht haben, sich loszureißen und zu flüchten", sagte Polizeisprecherin Jacqueline Grahl. Daraufhin sei der Mann festgehalten und zu Boden gedrückt worden.

"Dabei soll es dann zur Körperverletzung gekommen sein." Dem Schwarzfahrer wurde dabei nach eigenen Angaben ein Fußtritt gegen den Kopf verpasst. Er wurde ohnmächtig. Polizeibeamte schlichteten den Streit schließlich. Der junge Mann kam mit Hämatomen und Schürfwunden im Gesicht ins Krankenhaus. Gegen die Sicherheitsbediensteten wird laut Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Die drei 26 bis 35 Jahre alten Männer sind beim städtischen Dienstleister "Octeo", einer Tochter der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV), als "Sicherheitsfachkräfte mit Sachkundeprüfung" angestellt. Das bestätigte Helmut Schoofs, Pressesprecher der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG), am Mittwochmorgen unserer Redaktion. Alle drei hätten die erforderlichen Prüfungen abgelegt und seien für den Einsatz im öffentlichen Verkehr eigens geschult worden. Auch die grundsätzliche Bedingung für eine Einstellung in diesem Bereich - ein polizeiliches Führungszeugnis ohne Einträge - sei von den drei Sicherheitsleuten erfüllt worden.

Derweil ist die Identität des Opfers nach Polizeiangaben immer noch nicht geklärt, da er auch im Nachhinein keine konkreten Angaben zu seiner Person machen wollte. Der Mann wurde nach Polizeiangaben am Mittwochmorgen von Beamten im Krankenhaus abgeholt und zur Vernehmung mit auf eine Wache genommen.

(met/ lnw)
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