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Duisburg
Duisburg wächst jetzt wieder

Duisburg: Duisburg wächst jetzt wieder
Die Einwohnerzahl steigt wieder deutlich an. FOTO: TIETZ, Remo
Duisburg. Bei der Bevölkerungsstatistik rechnen die Behörden auch die Flüchtlinge mit. Von Ingo Blazejewski

Duisburg wächst wieder, allen Prognosen zum Trotz. Seit Mitte 2014 steigt die Einwohnerzahl kontinuierlich an. Laut der amtlichen Bevölkerungsstatistik, die das Land vor wenigen Tagen veröffentlicht hatte, zählte Duisburg zum Stichtag Ende Juni 2015 insgesamt 486.936 Einwohner. Das sind 1470 mehr als zu Beginn des Vorjahres. Hintergrund ist der verstärkte Zuzug: Auch Asylbewerber und Flüchtlinge, die beispielsweise in Wohnungen untergebracht sind, werden in der Statistik mitgerechnet.

Die Zahl der Landesstatistiker spiegelt den rasanten Zuwachs allerdings nur in Teilen wider. Denn seit jeher gibt es immer zwei Einwohnerzahlen: Zum einen die der Landesstatistiker, die auf Basis der Zensus-Ergebnisse beruht und aufgrund der Zu- und Abwanderungen sowie der Geburten und Sterbefälle fortgeschrieben wird. Zum anderen gibt es die Zahl aus dem Einwohnermelderegister der Stadt Duisburg. Welche denn nun die genauere ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Die Zahl der Stadt jedenfalls ist die aktuellere und sie dokumentiert auch deutlicher den Zuwachs.

So sind im Melderegister der Stadt zum gleichen Stichtag Ende Juni 2015 mit 489.258 zwar deutlich mehr Einwohner verzeichnet, der Anstieg im gleichen Halbjahreszeitraum liegt mit einem Plus von 1420 aber ähnlich hoch. Alleine für das zweite Halbjahr 2015 verzeichnet das Melderegister einen Zuwachs von fast 5200 Einwohnern, so dass Duisburg zum Jahreswechsel mit mehr als 494.000 Einwohnern fast schon wieder auf eine Halb-Millionen-Stadt zusteuert.

Auch wenn die in einigen Monaten absolute Zahl der Landesstatistiker nicht die gleiche Höhe erreichen wird, ist davon auszugehen, dass sich zumindest der Zuwachs in den Zahlen widerspiegeln wird. Und die sind immerhin ausschlaggebend für die von Bund und Land gezahlten Pro-Kopf-Pauschalen oder Schlüsselzuweisungen.

Die Zuwanderung jedenfalls dreht die "natürliche" Bevölkerungsentwicklung. Denn seit Jahren ist die Zahl der Sterbefälle höher als die der Geburten. Laut den letzten Duisburger Monatszahlen vom Dezember 2015, die alle vier Wochen auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht werden, ist die deutsche Bevölkerung innerhalb eines Jahres um fast 3000 Einwohner geschrumpft, während sich die Zahl derer mit nicht-deutschem Pass um rund 6400 erhöht hat.

Auch der Zuzug von Bulgaren und Rumänen ebbt nicht ab; zum Jahreswechsel waren im Melderegister mehr als 14.000 erfasst. Die größte Bevölkerungsgruppe in Folge des Flüchtlingsstroms bilden Syrer (2571), Iraker (1226) sowie Afghanen (549). Der Anteil der Männer liegt jeweils doppelt so hoch wie der der Frauen. Eine Prognose zur weiteren Entwicklung ist indes schwer zu treffen: Fraglich ist, wer von den Flüchtlingen bleibt und wie sich die Entscheidungen auf Bundesebene weiter auf die Zuweisungen auswirken wird. Überhaupt stehen die Vorhersagen auf wackeligen Beinen. Im Jahr 2010, als weder die Wanderungen aus Südosteuropa noch aus den Krisengebieten der Welt zu erahnen waren, errechneten Statistiker, dass Duisburg im Jahr 2027 nur noch rund 446.500 Einwohner haben wird. Davon ist die Stadt jetzt weiter entfernt als je zuvor.

Quelle: RP
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