| 00.00 Uhr

Duisburg
Zahl der Zuwanderer erreicht Höchststand

Fotos: #ZufluchtNRW: So leben Flüchtlinge in unserer Region
Fotos: #ZufluchtNRW: So leben Flüchtlinge in unserer Region FOTO: RPO, Laura Sandgathe
Duisburg. Das Flüchtlingsthema ist allgegenwärtig. Fast in Vergessenheit geraten dabei die Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien. Eine aktuelle Statistik der Polizei zeigt, dass der Zustrom aus Südosteuropa nach wie vor ungebrochen ist. Von Sandra Kaiser

Allein im vergangenen Monat ist die Zahl der rumänischen und bulgarischen Staatsangehörigen in Duisburg um 243 gestiegen. Im Juli und Juni lag der monatliche Zuwachs bei jeweils 160, im Mai bei 224, im April bei 195, im März bei 348. Derzeit (Stand 1. September) leben 6313 Rumänen und 6604 Bulgaren in Duisburg, also insgesamt 12 917 Menschen aus diesen beiden südosteuropäischen Ländern - ein neuer Höchststand.

Die Statistik der Polizei, die unserer Redaktion vorliegt, reicht bis Sommer 2011 zurück. Am 1. Juli 2011 lebten 3872 Rumänen und Bulgaren in unserer Stadt. Damals waren die Zahlen allerdings noch weitaus ungleicher verteilt: 1082 Rumänen und 2790 Bulgaren. Die Zahlen stiegen seitdem kontinuierlich, wobei die Fluktuation immer sehr hoch war. Zuwanderer ziehen weg, neue kommen nach Duisburg. Ein Jahr später, am 1. Juli 2012, waren es schon 5279 Rumänen und Bulgaren, am 1. Juli 2013 7634. Ein vorläufiger Höchststand wurde Anfang Februar 2014 mit 10 770 Zuwanderern aus diesen beiden Ländern verzeichnet.

Nachts unterwegs in Duisburg-Marxloh FOTO: Christoph Reichwein

Danach waren die Zahlen vier Monate lang rückläufig, was vor allem darauf zurückzuführen war, dass in diesen Monaten das "Problemhaus" In den Peschen in Bergheim nach und nach geräumt wurde. Seit 1. Juli 2014 (damals waren es 9853) steigen die Zahlen wieder kontinuierlich. Am 1. Januar dieses Jahres waren es bereits 10 926. Seitdem sind es noch einmal knapp 2000 mehr geworden.

Interessant an der Statistik sind nicht nur die absoluten Zahlen, sondern auch die Unterscheidung nach Stadtteilen. So leben in Bergheim, das durch die Immobilien In den Peschen und Beguinenstraße lange Zeit neben Hochfeld zu den "Spitzenreitern" gehörte, mittlerweile nur noch 55 rumänische und bulgarische Staatsbürger (zu Hochzeiten sollen allein in besagten Häusern mehr als 1400 gelebt haben).

Zeltstadt für Flüchtlinge in Duisburg FOTO: Christoph Reichwein

Hochfeld ist mit 3576 Menschen der Stadtteil, in dem die meisten Rumänen und Bulgaren leben - dicht gefolgt von Marxloh mit 3471. Der Stadtteil im Norden steht mittlerweile auch deshalb an Position zwei, weil im Frühjahr und Sommer des vergangenen Jahres sehr viele Menschen aus den Problemimmobilien in Bergheim dorthin gezogen waren.

Dies sind die Zahlen für die einzelnen Stadtbezirke:

No-Go-Area? Duisburg-Marxloh am Abend

In Walsum leben gerade einmal 101 Zuwanderer aus Südosteuropa - im Stadtteile-Vergleich mit Abstand die wenigsten. Die meisten beherbergt hier Aldenrade (43), die wenigsten Overbruch, Wehofen und Alt-Walsum (jeweils drei).

In Hamborn sind es, vor allem wegen der hohen Anzahl in Marxloh, insgesamt 3884. Die wenigsten leben hier in Röttgersbach (20).

In Meiderich-Beeck sind es insgesamt 2710 (die meisten mit 771 in Bruckhausen, die wenigsten mit gerade einmal zwei in Beeckerwerth).

In Homberg/Ruhrort/Baerl leben 441 Menschen aus Rumänien und Bulgarien, wobei in Baerl nur 14 gemeldet sind und in Hochheide 229.

Im Bezirk Mitte leben mit 4645 die meisten Menschen aus Südosteuropa, wobei Hochfeld den allergrößten Teil ausmacht. An zweiter Stelle steht hier das Dellviertel mit 274. Die wenigsten sind in Duissern gemeldet (48).

In Rheinhausen leben mittlerweile nur noch 881 Zuwanderer aus Südosteuropa. An erster Stelle steht hier nicht mehr Bergheim, sondern Hochemmerich mit 621; die wenigsten leben in Rumeln-Kaldenhausen (23).

Im Bezirk Süd leben nur 255 Zuwanderer. Auch hier schwanken die Zahlen. Die meisten leben in Wanheim-Angerhausen (84), die wenigsten in Ungelsheim (gerade einmal einer) und in Bissingheim (zwei).

Quelle: RP
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.