| 14.15 Uhr

Hurrikan in Haiti
Duisburger Helfer errichten Kinderschutzzentren

Duisburg. Die Kindernothilfe leistet in Haiti Aufbauarbeit für die Opfer des Hurrikans "Matthew". In besonders stark betroffenen Gebieten hat die Duisburger Hilfsorganisation nach eigenen Angaben nun Kinderhilfszentren errichtet.

Wie das Hilfswerk am Montag mitteilte,  hat es die Mittel für die Katastrophenhilfe auf 150.000 Euro erhöht und ruft weiterhin zu Spenden auf. "Kinder sind in Katastrophen besonders gefährdet", sagt Jürgen Borchardt, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe. "Wir wissen aus jahrelanger Erfahrung, wie wichtig in dieser chaotischen Zeit eine sichere Anlaufstelle für die Kleinen ist. Sie brauchen dringend altersgerechte Nahrung, besondere Zuwendung und vor allem Schutz."

Demeter Russafov, Mitarbeiter des Kindernothilfe-Büros in Port-au-Prince, ist von einer Erkundungstour durch die am schlimmsten betroffenen Gebiete zurückgekehrt: "Die Situation in den ländlichen Gebieten ist für Tausende Familien kritisch. Allein in Ans Rouge, im Nordwesten Haitis, sind 720 Häuser unterschiedlich stark zerstört und fünf Schulen beschädigt." Die Stadt Port-A-Piment sei völlig zerstört. Durch die Überschwemmungen seien Ernten zerstört und Trinkwasservorräte vergiftet. "Die Gefahr, dass sich Epidemien wie die Cholera weiter ausbreiten, ist enorm hoch."

Ein Dach über dem Kopf, Nahrung und sauberes Wasser sind nach Auffassung der Kindernothilfe aber nicht ausreichend für das Wohl vieler betroffener Kinder. "Sie brauchen möglichst rasch wieder klare Strukturen in ihrem Leben, um die Erlebnisse gut verarbeiten zu können", sagt Jürgen Borchardt. "In den Kinderschutzzentren unserer lokalen Partnerorganisationen kümmern sich deshalb Sozialarbeiter und bei Bedarf Psychotherapeuten um die Kleinen." Häufig seien die Eltern in dieser schwierigen Situation überfordert, sich zusätzlich mit den Sorgen und Nöten der Kinder auseinanderzusetzen. Außerdem sei es wichtig, dass der reguläre Schulbetrieb bald wieder aufgenommen werde, um möglichst wenig Unterricht zu versäumen.

Die Kindernothilfe ist seit 1973 in Haiti aktiv und unterstützt dort derzeit rund 16.500 Kinder in 14 verschiedenen Projekten. Nach dem schweren Beben 2010 konzentrierte sich die Arbeit nach anfänglicher Soforthilfe auf den Wiederaufbau. Alle Maßnahmen wurden erfolgreich umgesetzt und in die langfristige Projektarbeit überführt.

 

 

(url)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Hurrikan in Haiti: Duisburger Helfer errichten Kinderschutzzentren


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.