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Duisburg
Duisburger Schüler auf der TaM-Bühne

Duisburg: Duisburger Schüler auf der TaM-Bühne
FOTO: Christoph Reichwein (crei)
Duisburg. Am Tag der Schul- und Jugendkultur beteiligten sich gestern Schüler von 15 Duisburger Schulen. Für jeweils drei bis zehn Minuten zeigten die Kinder und Jugendlichen vor 600 Gleichaltrigen ihre Beiträge zum Akzente-Thema Heimat. Von Peter Klucken

Einen bemerkenswerten Hinweis gab gestern Kultur- und Bildungsdezernent Thomas Krützberg beim Pressegespräch zum zwölften Tag der Schul- und Jugendkultur: Duisburg ist die jüngste Großstadt in Duisburg. 25 Prozent der Einwohner sind unter 21 Jahren alt. Mehr als die Hälfte dieser jungen Leute stammen aus Familien mit Einwanderungsgeschichte. Vor diesem Hintergrund war der gestrige Tag der Schulkultur etwas Besonderes, denn die jungen Leute waren aufgefordert, einen maximal zehnminütigen Beitrag zum Akzente-Thema "Heimat" zu erarbeiten und auf der großen Bühne des Theaters am Marientor zu zeigen.

Für Schüler mit "Migrationshintergrund" ist der Begriff Heimat schillernd, pendeln sie doch - zusammen mit ihren Eltern - in gewisser Weise zwischen verschiedenen "Heimaten". Das Multikulturelle spielte bei fast allen Auftritten eine große Rolle. Beteiligt waren übrigens auch Schüler von Förderschulen und auch einige Schüler mit Behinderung aus integrativen Gruppen oder Schulklassen.

Zu stark problematisieren wollte Petra Müller, die die so genannte Schulkulturkontaktstelle im Amt für Schule und Bildung leitet, den Heimatbegriff jedoch nicht. Sie habe das Gefühl, dass alle Schüler, die gestern auf der Bühne standen, gerne in Duisburg leben. Die beim Pressegespräch anwesenden Neuntklässler der Herbert-Grillo-Gesamtschule gaben jedenfalls Petra Müller freundlich recht.

Die Grillo-Schüler hatten gestern ein Video im Gepäck, das sie zwar nicht eigens für den Schulkultur-Tag gedreht hatten, das aber vorzüglich zum Thema Heimat passt. "Cool und Mashallah" ist der Titel des musikalisch-tänzerischen Videos, bei dem deutsche und nicht-deutsche Schüler zusammen agieren. Das türkische Wort "Mashallah" könne man nicht genau übersetzen, verrieten gestern zwei türkische Schüler.

Es bedeute aber soviel wie "cool". Das Video gewann übrigens einen von der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgelobten Schülerpreis. Die Schulen bekamen als Vorgabe nur das Thema Heimat und die zeitliche Beschränkung. Wie das Thema umgesetzt wird, konnten sie selber entscheiden. Da wurde gesungen, getanzt, Theater gespielt, musiziert und filmisch inszeniert. Eine besonders aufwendige Choreografie hatten Schüler des Max-Planck-Gymnasiums unter Anleitung von Teresa Grünhage und Maximilian Bilitza entwickelt. "Und alles verändert sich" heißt das Tanztheater, das die Schüler seit Monaten beschäftigt. Gestern zeigten sie nur einen Ausschnitt.

Es geht dabei um Umbruch, Veränderung, Revolution - und die Pubertät. In dem Stück sollen Fragen und Erfahrungen der Schüler mit dem aktuellen politischen Zeitgeschehen verbunden werden. Die Performance vereint Tanz und Kampfkunst, Musik und Poesie und eine von der Gruppe entwickelte Lichtprojektion. Die 600 Schüler, die das Publikum im Theater am Marientor bildeten, zeigten sich beeindruckt von der anspruchsvollen Aufführung.

Schüler der fünften Klasse des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums beschäftigten sich im Musikunterricht mit Bela Bartók, der in seinen Kompositionen Lieder seiner ungarischen Heimat verarbeitet hat. Musiklehrer Klaus Hagge und die Tanzpädagogin Petra Jebavy entwickelten zu Bartók-Klängen eine überaus ideenreiche Choreografie. Das Jahresprojekt wurde übrigens vom Klavierfestival Ruhr angestoßen.

Den Schlusspunkt setzten gestern die älteren Schüler des Sophie-Scholl-Berufskollegs, die sich tänzerisch mit der angeblich unpolitischen Jugend auseinandergesetzt haben. Mia Sophie und wiederum Maximilian Bilitza entwickelten mit den Schülern die Choreografie.

Quelle: RP
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