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Duisburg
Duisburger Wohnraum immer beliebter

Duisburg: Duisburger Wohnraum immer beliebter
Der Angerbogen in Huckingen ist für Düsseldorfer ein attraktives Wohngebiet. Daher wird dieses Areal jetzt noch erweitert. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Die Landeshauptstadt platzt aus allen Nähten. Hinzu kommt, dass die verfügbaren Wohnungen immer teurer werden. Duisburg stellt eine echte Alternative dar, doch nicht jeder Stadtteil ist gefragt. Von Carolin Skiba

Wohnraum in Düsseldorf ist knapp. Und teuer. Wer es sich leisten kann, der findet oft nichts, und wer nicht das Geld hat, braucht gar nicht erst zu suchen. Jörg Schnorrenberger, Geschäftsführer der gleichnamigen Immobilien-GmbH und Vorsitzender des örtlichen Ring Deutscher Makler, sagt: "Die Miet- und Kaufpreise in Düsseldorf haben Höhen erreicht, die kaum mehr einer bezahlen kann." Also heißt es für immer mehr Menschen: arbeiten in Düsseldorf, wohnen außerhalb. Der sogenannte Speckgürtel rund um die Landeshauptstadt wird immer attraktiver. Wer eine entsprechende Infrastruktur aufweist, wird immer deutlicher nachgefragt. Vor allem der Süden unserer Stadt profitiert davon.

Die Bevölkerungsprognosen Düsseldorfs werden jedes Quartal nach oben korrigiert, der Neubau kann nicht Schritt halten. Schätzungsweise fehlen aktuell etwa 10.000 Wohnungen in der Landeshauptstadt. Dieser Zahl standen im vergangenen Jahr gerade mal 1404 genehmigte Wohnungen gegenüber. Gleichzeitig soll die Einwohnerzahl bis 2040 von 630.000 auf rund 680.000 Menschen wachsen. Ergo müssten bis dahin mindestens 25.000 Wohneinheiten entstehen. Das ist im Stadtgebiet kaum möglich, denn der Platz ist endlich.

Das Problem in Düsseldorf ist laut Schnorrenberger auch, dass viele hochwertige Wohnungen gebaut wurden, die sich z.B. Studenten und Auszubildende nicht leisten könnten. Wie etwa am ehemaligen Güterbahnhof. "Da standen aufgrund der hohen Mieten lange Wohnungen leer." So hätte Düsseldorf in der Vergangenheit zahlreiche unbesetzte Lehrstellen gehabt, weil entsprechender bezahlbarer Wohnraum fehlte, hat Schnorrenberger beobachtet. "Wir hatten neulich für ein Appartement von 29 Quadratmetern für 250 Euro rund 900 Anfragen", sagt er. Irgendwann würden sich die Menschen fragen, ob sie das alles in Kauf nähmen, nur, um in einer "gewissen" Stadt wohnen zu können. Schnorrenberger sieht in der Stärkung des Umlands eine Chance: "Um der Wohnungsknappheit Herr zu werden, müssen wir enger mit unseren Nachbarstädten zusammenarbeiten." Helfen könne auf lange Sicht nur eine bessere Verzahnung mit der Region, mit einer besseren Anbindung per Straße und ÖPNV.

Hierbei denkt der Immobilienfachmann vor allem an Mönchengladbach, Ratingen, Neuss, Krefeld - aber auch an Duisburg. Diese Städte böten zum Wohnen eine gute Infrastruktur bei Schulen, Kitas, Nahversorgern und Ärzten.

Einzig zum Arbeiten sind viele gezwungen, in die Landeshauptstadt zu fahren. Über 230.000 Menschen machen sich täglich auf den Weg. Die 2018 beginnende bessere Bahn-Verbindung durch den Rhein-Ruhr-Express sei ein erster Schritt.

Doch der Immobilienexperte weiß: Nicht jeder Winkel Duisburgs kommt für Düsseldorfer zum Wohnen in Frage. "Insbesondere der Duisburger Süden ist interessant", sagt Schnorrenberger.

Durch die hohe Nachfrage sind allerdings auch dort die Preise gestiegen. Darum weite sich das Gebiet, das für Wohnungssuchende interessant ist, immer weiter aus. "Auch das Zentrum von Duisburg rückt in den Fokus", sagt der Experte und fügt hinzu: "Da tut sich ja auch eine Menge. Die Stadtmitte und auch der Duisburger Hauptbahnhof werden immer attraktiver." Für Duisburg ist diese Entwicklung nur von Vorteil, sowohl in finanzieller Hinsicht, als auch das Image betreffend.

Doch will die Stadt für Zugezogene eine echte Alternative darstellen, gebe es noch Luft nach oben, sagt eine, die es wissen muss. Jutta Wellmann wohnte in Düsseldorf und arbeitet nach wie vor dort. "Der Liebe wegen" sei sie nach Duisburg gezogen. In Wedau, nahe der Sechs-Seen-Platte, hat sie ein neues Zuhause gefunden, in dem sie sich wohl fühle. "Bei mir gibt es viel Natur, das schätze ich sehr. Außerdem ist Duisburg sehr zentral, alles ist gut erreichbar", sagt sie. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis spreche für die Stadt. Was ihr aber fehle, sei ein breiteres Abendangebot. "Einfach mal fußläufig einen Cocktail trinken oder ausgehen - das ist nicht möglich", sagt sie. Es gebe ein paar Hotspots, doch das Angebot sei mit Sicherheit noch ausbaufähig. "Gerade für Menschen um die 40 Jahre", sagt sie.

Quelle: RP
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