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Duisburger Zoo
Tiger-Babys heißen Makar und Arila

Duisburger Zoo: Tigerbabys werden getauft
Duisburger Zoo: Tigerbabys werden getauft FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Tiger-Taufe im Duisburger Zoo: Die beiden Tiger-Babys  haben die Namen Makar und Arila bekommen. Der Zuchterfolg ist wichtig: Viele Sibirische Tiger gibt es nicht mehr auf der Welt. Von Jan Luhrenberg und Wiebke Scheffler

Vor zehn Wochen hat Tigerdame Dasha aus dem Duisburger Zoo zwei Junge zur Welt gebracht. Bislang war das Zwillingspaar noch ohne Namen. Doch gestern haben Direktor Achim Winkler und Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender von Evonik, Sponsor des neuen Reviers, die Namenstafeln der kleinen Sibirischen Tiger enthüllt. Das männliche Junge heißt Makar, seine Schwester Arila.

Tierpflegerin Bianca Königshausen muss sich erst noch an die Namen gewöhnen, die aus dem sibirischen Sprachgebrauch stammen. Für sie waren die Namensvorschläge der Besucher, über die abgestimmt wurde, nicht von Belang. "Ich habe beide immer mit Kosenamen angesprochen, da muss ich erstmal umdenken", so die Pflegerin. Aufgrund ihres Verhaltens hatte sie die beiden Jungtiere Ernie und Bert genannt – eines sehr neugierig und pfiffig, das andere eher zurückhaltend und skeptisch. Als klar wurde, dass ein Tier weiblich ist, wurde Ernie durch Erna ersetzt.

Die Schwangerschaft von Muttertier Dasha kam für den gesamten Zoo überraschend. Erst im März hatte sie den Vater El-Roi kennengelernt, der nach einjährigem Exil in den Niederlanden zurück in sein neues Gehege kehrte. "Schon nach zwei Wochen war Dasha rollig", erklärt Könighausen. "Insgesamt haben sie sich dann eineinhalb Wochen gepaart, circa 15 Mal am Tag." Nach einer Tragzeit von 108 Tagen kamen die Jungen am 24. Juni auf die Welt.

Da Makar und Arila der erste Wurf von Dasha ist, sind die Pfleger sehr behutsam mit der Mutter umgegangen. Sie wussten nicht, wie das Tier auf den ersten Nachwuchs reagieren würde. "Im schlimmsten Fall hätte sie die Jungen aufgrund der Schmerzen bei der Geburt totgebissen", sagt Könighausen. Doch die Mutter hat beide Kinder gut angenommen und sofort mit Milch versorgt. Deshalb war kein Eingreifen nötig und Dasha wurde die nötige Zeit gegeben. Erst nach 48 Stunden betraten die Pfleger zum ersten Mal die Geburtsstation.

Das Geschlecht des Tigernachwuchses ist erst nach acht Wochen festgestellt worden, als die beiden ihre erste Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche erhielten. Neben einer Wurmkur, die ebenfalls nach acht Wochen notwendig wurde, sind sie auch gewogen worden: Stolze acht Kilo brachten die Katzen auf die Waage. "Das ist schon zwei Wochen her, geschätzt wiegen sie heute knappe zehn Kilo", so die Pflegerin. "Rundum sind wir mit der Entwicklung der Jungen glücklich und entspannt", ergänzt sie.

Bis zum Alter von fünf bis sechs Monaten ernähren sich Makar und Arila noch von Muttermilch. Sie haben aber auch schon Milchzähne und bekommen kleine Fleischstücke serviert. Mit ein bis zwei Jahren sind die Tiger ausgewachsen. Schon nach einem Jahr ist für Laien der Unterschied zwischen Jung- und Elterntier kaum noch zu erkennen. Ab diesem Alter können die beiden an andere Zoos vermittelt werden. Da Tiger außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger sind, müssen die Geschwister getrennt werden.

Seit ihrer Geburt hatten die zwei Jungtiere noch keinen direkten Kontakt zu ihrem Vater, der sich in einem separaten Teil des Geheges befindet. "El-Roi muss abgetrennt sein, da er sich nur in der Paarungszeit mit Artgenossen versteht", erklärt Könighausen. Das trifft auch auf weibliche Tiger mit Jungen zu. Zudem geht eine große Gefahr von Konkurrenzkämpfen mit dem Vater aus. Im schlimmsten Fall könnte El-Roi sogar seine eigenen Kinder töten. Könighausen sieht in der Arbeit mit den kleinen Raubkatzen etwas Besonderes: "Im Vergleich zum Rest meiner Tätigkeit, die zu 80 Prozent aus Schnibbeln und Saubermachen besteht, ist das hier ein echtes Highlight".

Zoodirektor Winkler freut sich ebenfalls sehr über den Nachwuchs: "Viele Besucher kommen nur wegen der Tiger. Der Zustrom ist riesig." Und auch für die weltweite Arterhaltung leiste der Zoo so einen Beitrag. Denn in freier Natur in Sibirien leben laut Angaben von Winkler nur noch etwa 450 Sibirische Tiger.

 
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