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Duisburg
Durch Reformationsjubiläum geprägt

Duisburg: Durch Reformationsjubiläum geprägt
Pfarrerin Karin Holdmann und Pfarrer Stefan Korn als Katharina von Bora ("Herr Käthe") und Martin Luther. FOTO: Ev. Kirchenkreis
Duisburg. Die Tagung der Evangelischen Synode Duisburg war Anlass für einen Rückblick auf viele erfolgreiche Aktionen und für einen Ausblick auf das nächste Jahr.

Die gewählten Vertreter aus den 15 Gemeinden sowie berufene Mitglieder kamen in diesen Tagen zu den Beratungen im Meidericher Christophoruswerk zusammen. Nach dem Abendmahlsgottesdienst gab es eine Aussprache zum Bericht des Superintendenten Armin Schneider. In seiner Rückschau auf die vergangenen zwölf Monate zog er unter anderem eine Bilanz des Reformationsjubiläums in Duisburg mit seinen 40 Veranstaltungen. Das Fazit war positiv: "Wir sind wahrgenommen worden als eine lebendige Kirche, die stolz auf ihr reformatorisches Erbe ist; die sich aber gleichzeitig in Verantwortung vor diesem Erbe als ein Teil unserer bunten und vielfältigen Stadtgesellschaft versteht und sich für diese Stadt und ihre Menschen engagiert."

Überrascht habe ihn, so Schneider, dass die beiden Formate die meiste öffentliche Aufmerksamkeit gefunden hätten, "bei denen wir als Protestanten bei unserem Ureigensten geblieben sind, nämlich bei der Bibel: Der Bibel-Marathon in der Salvatorkirche und das Projekt der handgeschriebenen Bibel."

Das Jahr sei wesentlich geprägt durch das Reformationsjubiläum, stellte Superintendent Schneider am Schluss seines Berichtes nochmals fest. "Das konnte ja nicht anders sein. Aber auch daneben ging das normale kirchliche Leben seinen Gang. Und das ist gut so." Viele Menschen hätten in den Gemeinden, den kreiskirchlichen Einrichtungen und Diensten ihre Arbeit getan, manchmal unter den Augen der Öffentlichkeit, manchmal eher im Verborgenen, aber deshalb nicht weniger engagiert und nicht mit weniger Herzblut.

Seinen normalen Gang ging auch der weitere Verlauf des ersten Verhandlungstages, denn die Synodalen berieten und beschlossen die Haushaltspläne des Kirchenkreises, des Verwaltungsamtes, des Bildungswerkes und der Beratungsstelle für das nächste Jahr. Sie beschlossen auch den Haushaltsplan Kirchensteuerverteilungsstelle 2018: Mit 69.743 Mitgliedern in den 15 Gemeinden des evangelischen Kirchenkreises Duisburg kalkulieren der Kirchenkreis und seine Gemeinden über den Finanzausgleich der Evangelischen Kirche im Rheinland für das Haushaltsjahr 2018 mit 168,02 Euro pro Gemeindeglied. Dies entspricht einer Summe von 11.718.219 Euro, davon machen die Duisburger Kirchensteuergelder nur rund die Hälfte der Summe aus. Von dieser Summe werden im Vorwegabzug teilweise Gemeindepfarrstellen, kreiskirchliche Pfarrstellen oder zum Beispiel der Trägeranteil für die Kindergartenarbeit entnommen. Nach diesen Abzügen erhalten die Gemeinden von der restlichen Summe von 6.986.586 Euro einen anteiligen Verteilbetrag von 75,36 Prozent (5.264.848 Euro), der Kirchenkreis 24,64 Prozent (1.721.738 Euro).

Die beiden Summen unterscheiden sich nur unwesentlich von denen des Vorjahres. Wie sie sich in den nächsten Jahren entwickeln, ist von vielen Faktoren abhängig. Ausschlaggebend ist, dass die zu verteilende Summe in der evangelischen Kirche im Rheinland durch die wirtschaftliche Entwicklung und die damit verbundenen Kirchensteuerzahlungen bedingt wird. Die Höhe hängt auch davon ab, wie viele evangelische Kirchenmitglieder kirchensteuerpflichtig arbeiten. Der Haushalt "Kirchensteuerverteilungsstelle" sowie alle weiteren beschlossenen Haushaltspläne liegen zur Einsicht bis zum 21. Dezember im Verwaltungsamt, Am Burgacker 14 - 16, öffentlich aus. Interessierte melden sich bitte unter Telefon 0203 29510 an.

Der zweite Tagungstag begann mit der Andacht, die Pfarrerin Karin Holdmann und Pfarrer Stefan Korn gemeinsam hielten. Für die Predigt zogen beide historische Kostüme aus der Zeit Luthers an: Pfarrer Korn schlüpfte in die Rolle des Reformators, und Pfarrerin Karin Holdmann spielte "Herr Käthe", wie Luther seine Ehefrau Katharina von Bora in seinen Briefen oft nannte. Aus den Quellen recherchiert und belegt nahm die kurze Dialogpredigt Synodale und Gäste mit hinein in die Lebensumstände und Gedankenwelt des Ehepaares Luther.

Bei den anschließenden Beratungen zeigte eine erstmals erstellte detaillierte Übersicht den Synodalen, dass es auf der Ebene des Kirchenkreises insgesamt 63 Gremien, Ausschüsse, Arbeits- und Projektgruppen gibt. Bis 2019 soll ein Vorschlag für eine Neuregelung des Ausschusswesens innerhalb des Kirchenkreises Duisburg erarbeitet werden. Ein Ausschuss wurde bereits auf dieser Tagung aufgelöst: Seit Oktober 2017 verwaltet das Diakonische Werk Rheinland Westfalen Lippe die FSJ (Freiwilliges soziales Jahr) - und BFD (Bundes Freiwilligen Dienst)-Stellen in evangelischen Gemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises, wobei die pädagogische Begleitung nach wie vor beim Evangelischen Bildungswerk Duisburg verbleibt. Mit der Aufgabe der Verwaltung dieser Stellen vor Ort in Duisburg ist nach der Satzung "Soziale Friedensdienste Duisburg" der formale Grund für das weitere Bestehen des Fachausschusses nicht mehr gegeben.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war der Sachstand zum Pfarrstellenrahmenplan. Die Prognose hat sich hier gegenüber der Synoden-Tagung im Juni 2017 kaum verändert: Bei dem zu erwartenden Rückgang der Gemeindegliederzahlen wird es im Bereich des Kirchenkreises Duisburg 2030 nur noch die Hälfte der jetzigen Pfarrstellen geben. Die Zahl der Gemeindepfarrstellen beträgt dann für die Region Nord 5,56, für die Region Mitte 3,75 und für den Süden 5,13. Die Arbeitsgruppe, die diese Planungen erarbeitet und stetig fortführt, wurde um weitere Mitglieder vergrößert, da die "AG Personalplanung", so der neue Name, nun nicht mehr nur für Pfarrstellen zuständig ist. Sie soll mit ihrer Arbeit die Stellenplanungen in den Regionen und im Kirchenkreis bezüglich der hauptamtlichen Nicht-Theologen unterstützen. Schließlich standen noch verschiedene Wahlen auf der Tagesordnung.

Mehr dazu im Internet auf www.kirche-duisburg.de.

Quelle: RP
 
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