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Duisburg
EG DU soll wohl zur Gebag wechseln

Duisburg: EG DU soll wohl zur Gebag wechseln
Für den Grüngürtel wurden in Bruckhausen zahlreiche Häuser abgerissen. Inzwischen ist der Grüngürtel Nord weitgehend fertig. FOTO: Probst
Duisburg. Wie geht es mit der Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG-DU) weiter? In jedem Fall nicht wie bisher, denn die Finanzierungsmöglichkeiten verschlechtern sich. Von Hildegard Chudobba

Die EG-DU kann in ihrer heutigen Form nicht mehr lange bestehen. Vor allem die Personalkosten sind nicht mehr zu stemmen, weil neue Förderrichtlinien hier Einschränkungen nötig machen. Einen eigenen (hoch bezahlten) Geschäftsführer zum Beispiel wird es dort künftig nicht mehr geben können.

Der Rat will am 20. Juni in seiner Sitzung die Weichen für die Neuausrichtung der EG-DU stellen. Derzeit gilt es am wahrscheinlichsten, dass sie Teil der Duisburger Wohnungsbaugesellschaft Gebag wird, mit der es im Alttagsgeschäft immer schon die meisten Berührungspunkte gab. Die mit einem Zukunftskonzept beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft NRT hält es aber auch für möglich, dass die Wirtschaftsbetriebe die EG-DU übernehmen. Auch die Variante, sie in die Kernverwaltung einzubinden oder an die Gesellschaft für Beschäftigungsförderung anzudocken, wurden geprüft. Bei Abwägung aller Vor- und Nachteile präferieren die Prüfer diese Varianten allerdings ebenso wenig, wie die, die EG weiterhin alleine agieren zu lassen, aber mit viel geringeren Personal- und Sachkosten.

Die EG-Du wurde 1998 aus der Taufe gehoben und hatte die Aufgabe, die Stadtteile Marxloh und Bruckhausen auf "Vordermann" zu bringen. Beide waren auf dem besten Wege, zum unkontrollierbaren Ghetto zu werden. Es galt, die Eigentümer von heruntergekommenen Wohnhäusern zu Investitionen zu überreden, die soziale und wirtschaftliche Situation zu verbessern und die Integration voranzutreiben. Verschiedene Förderprogramm des Landes, Bundes und der EU legten die finanzielle Grundlage für die Arbeit. Unter Oberbürgermeister Sauerland fiel die Entscheidung, Teile der Wohnbebauung in diesen beiden Stadtteilen zugunsten eines Grünen Walls abzureißen, was ebenfalls von der EG-DU begleitet wurde.

Ob die Gesellschaft in den vergangen knapp 20 Jahren ihr Ziel erreicht hat? Die sozialen und wirtschaftlichen Probleme Marxlohs sind sicherlich nach wie vor beängstigend, aber ohne die EG-DU sähe es dort vermutlich noch viel schlimmer aus.

Wie viele Fördermittel seit 1998 in die beiden Stadtteile geflossen sind, dazu gibt es keine verlässlichen Angaben. Es dürfte ein nicht kleiner dreistelliger Millionenbetrag gewesen sein.

Inzwischen kümmert sich die Gesellschaft auch um andere Problemstadtteile wie Hochfeld und Laar. 2008 wurde als zusätzlicher Gesellschafter die Bürgerstiftung mit an Bord genommen, weil die Stadt als alleiniger Inhaber nicht mehr Fördermittel in benötigter Höhe hätte beantragen können. Sie beteiligt sich zudem nach wie vor unter anderem an den Personalkosten der EG-DU, weil sie Mitarbeiter beschäftigt, die ansonsten auf ihrer Gehaltsliste stehen würden. Inzwischen gibt es Beschlüsse, dass bei EU-finanzierten Programmen die Personalkosten weit weniger berücksichtigt werden dürfen als in der Vergangenheit. Die Bezirksregierung erkennt zudem Leistungen der EG-DU nur noch in geringerem Maße als förderfähig an. In den vergangenen Jahren sorgten die Gelder für den "Grüngürtel-Nord" noch für etwas finanzielle Bewegungsfreiheit. Doch diese Maßnahme ist abgeschlossen und gilt spätestens im kommenden Jahr als ausfinanziert. Andere Förderprogramm laufen gleichfalls aus, so dass die Finanzierbarkeit einer eigenen Entwicklungsgesellschaft für die Stadt immer schwieriger wird. Schon für dieses Jahr hat die EG-DU eine Basisfinanzierung (durch die Stadt) in Höhe von rund 920.000 Euro errechnet, doch im Haushalt sind lediglich knapp 780.000 Euro eingestellt.

Hinzu kommt: Die Führung der EG-DU geht in Pension, der Geschäftsführer Ende 2017, sein Prokurist im kommenden Monat.

Die Gebag kann mit dem Pfund wuchern, Experte beim Wohnungsbau, bei der Wohnungssanierung und der Wohnungsverwaltung zu sein und damit wesentliche Aufgaben der EG-Du abzudecken. Zudem haben die Wirtschaftsprüfer hier die geringsten Ineressenskonflikte gesehen, die einer Anbindung an einen städtischen Partner im Wege stehen könnten. Bei anderen Lösungen ist hingegen die Gefahr groß, dass die Bezirksregierung ihre Zustimmung verweigert.

Quelle: RP
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