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Duisburg
Eier-Skandal: Bauern spüren Unsicherheit

Duisburg: Eier-Skandal: Bauern spüren Unsicherheit
Während die Discounter vielfach ihre Eier aus den Regalen nahmen, gab es auf den Wochenmärkten das übliche Angebot wie hier auf dem Neudorfer Markt am Ludgeriplatz. Sogar gefärbte Partyeier wurden angeboten. FOTO: Charlotte Raskopf
Duisburg. Der Skandal um mit dem Insektizid Finopril belastete Eier macht auch vor Duisburg nicht Halt. Auch in den Duisburger Aldi-Filialen waren gestern keine Eier zu bekommen. Die Marktverkäufer verzeichnen dafür eine um so größere Nachfrage. Von Charlotte Raskopf

Aufgrund der Insektizid-Belastung durch Fipronil nimmt der Lebensmittel-Discounter Aldi, wie auch andere andere Ketten, deutschlandweit die Eier aus dem Sortiment. Es handle sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, teilten Aldi Nord und Aldi Süd gestern mit. Es könne weiterhin davon ausgegangen werden, dass die Gesundheit durch den Verzehr von Eiern nicht beeinträchtigt ist. Millionen Eier, die meisten davon aus den Niederlanden, sollen betroffen sein. Diese Vorsichtsmaßnahme wirkt sich auch auf die Duisburger Filialen des Discounter aus. Bereits gestern war es schwer, in den Geschäften noch Eier zu finden.

Eine Alternative, um doch noch an Frühstückseier für das Wochenende zu kommen, sind Wochenmärkte wie der in Neudorf. "Wir bekommen unsere Eier seit 25 Jahren aus dem Münsterland und hatten nie Reklamationen", berichtet Heinz Werner, einer der Verkäufer an einem der Stände auf dem Ludgeriplatz. Unsichere Kunden könnten über den Code auf den Eiern schnell erkennen, woher diese stammten und ob sie von der Belastung betroffen seien. Das ginge ganz einfach, indem man die Stallnummer im Internet suche. "Bei uns kann man aber unbesorgt einkaufen, unsere Eier sind definitiv nicht belastet", sagt er.

Die Insektizid-Belastung ist für ihn ein Skandal. "Man weiß ja gar nicht, wie lange diese belasteten Eier schon im Umlauf sind", sagt er. Daher sei es gut, dass die Discounter-Ketten die Eier schnell aus dem Sortiment nehmen würden. Doch auch bei ihm würden viele Kunden genauer als sonst nachfragen, woher die Eier stammen. "Die Leute sind wesentlich vorsichtiger als sonst", sagt Heinz Werner, der schon viele Jahre auf dem Neudorfer Markt verkauft.

Ähnliches berichtet die Verkäuferin eines anderen Standes. Jeder zweite Kunde frage bei ihr nach, ob die Eier auch ganz sicher unbelastet seien, berichtet sie. Ihre Eier kämen aus Wegberg vom Niederrhein und seien auf gar keinen Fall von der Belastung betroffen, sagt sie. Die Unsicherheit sei derzeit aber offenbar sehr groß.

Das in den Eiern gefundene Insektizid Fiponil wird unter anderem zur Bekämpfung von Flöhen, Läusen und Zecken eingesetzt. Der Einsatz von Fipronil ist bei Tieren in der Lebensmittelproduktion in allen EU-Mitgliedsländern verboten. Für Erwachsene ist es in kleinen Mengen nicht akut gesundheitsgefährdend, es kann allerdings schädlich für Kinder sein. Bei einer erhöhten Dosis kann es zu einer Reizung von Haut und Augen, sowie zu Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen kommen. Unter www.lebensmittelwarnung.de gibt es aktuelle Informationen zu betroffenen Stallnummern.

Quelle: RP
 
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