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Duisburg
Ein alarmierender Fehlbetrag in der Zookasse

Duisburg. Jahr für Jahr schießt die Stadt Geld in den Zoo, um das "traditionelle" Minus auszugleichen. Doch diesmal muss die Mutter für die Tochter viel, viel tiefer in die Tasche greifen als üblich. Wesentlicher Grund: Bei der Bildung von Rückstellungen für Altersteilzeitverträge ist ein schwerer Fehler gemacht worden.

Stimmt der Rat am kommenden Montag zu, überweist die Stadt 4,3 Millionen Euro an den Kaiserberg. Kalkuliert worden war mit 2,5 Millionen Euro. Die Kämmerin will die nun zusätzlich benötigten Mittel aus dem Finanzposten "Übrige Beteiligungen" nehmen. Was genau zu der finanziellen Schieflage an der Mülheimer Straße geführt hat, soll eine Sonderprüfung ergeben, die nun durch einen externen Sachverständigen durchgeführt werden soll.

Laut Information an die Ratsmitglieder war diese alarmierende aktuelle Entwicklung noch nicht zu erkennen, als der Zoo im Sommer einen Zwischenbericht zur wirtschaftlichen Lage vorgelegt hat. Nun stellt sich heraus, dass er in diesem Jahr allein durch den Besucherrückgang (wegen des schlechten Wetters in den Ferien) 765.000 Euro weniger Einnahmen hatte und unerwartet rund 366.000 Euro für Instandhaltungsarbeiten ausgeben musste. Fast 800.000 Euro fehlen allerdings, weil im Zoo nicht im erforderlichen Umfang Pensionsrückstellungen für Mitarbeiter in Altersteilzeit gebildet wurden.

Ab Ende 2016 konnten Zoo-Beschäftigte davon Gebrauch machen. Geplant war, dass drei oder vier Mitarbeiter unterschreiben. Tatsächlich waren es allerdings zehn Beschäftigte. Neben den Zusatzkosten für die Rückstellungen ergeben sich weitere 426.000 Euro Zusatzbelastung dadurch, dass die Pensionsverpflichtungen hinsichtlich der Bezüge und Rentendynamik angepasst werden müssen. Ohne Hilfe der Stadt wäre der Zoo überschuldet. Seine Eigenkapitaldecke beträgt gerade mal nur 1,7 Millionen Euro.

Die Nachricht aus dem Zoo ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die Zoochef Achim Winkler am liebsten in die Wüste schicken würden. Ihm wird von seinen Kritikern im Aufsichtsrat vorgehalten, dass er die Geschäfte schlecht führe, weil ihm kaufmännisches Wissen fehle. Bekanntlich ist der Duisburger Versorgungs- und Verkehrskonzern (DVV - Stadtwerke und DVG) gerade dabei, den Zoo unter seine Fittiche zu nehmen und Hauptgesellschafter zu werden. Das geschieht mit dem Ziel, die Stadt finanziell zu entlasten.

Vor wenigen Wochen wurde bereits Astrid Stein als neue Zoo-Direktorin neben Winkler an den Kaiserberg geschickt. Sie ist verantwortlich für den betriebswirtschaftlichen und technischen Bereich. Die 44-Jährige kommt von der DVV-Tochter Octeo und wurde vom Aufsichtsrat zur neuen Vorstandsvorsitzenden am Kaiserberg bestellt. Achim Winkler leitet weiterhin den zoologischen Bereich.

(hch)
 
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