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Duisburg
Ein besonderer Ort der Ruhe und Stille

Duisburg: Ein besonderer Ort der Ruhe und Stille
Der Neue Friedhof ist ein Ort der Besinnung. Hier gedenken in diesen Tagen viele Bürger ihrer Angehörigen oder nutzen den bewaldeten Park für besinnliche Spaziergänge. FOTO: Stoffel
Duisburg. Zum heutigen Feiertag Allerheiligen sind Friedhöfe hoch frequentiert. Der Neue Friedhof ist mit 67 Hektar Fläche der größte in Duisburg und lädt zu einem Spaziergang unter Bäumen ein, was ihm den Namen Waldfriedhof einbrachte. Von Emelly Dikerman

Am heutigen Feiertag Allerheiligen wird - wie der Name schon sagt - aller Heiligen gedacht. Die Zahl der Heiligen wurde im Verlauf der christlichen Jahrhunderte immer größer, so dass es irgendwann unmöglich war, jedem einzelnen von ihnen einen bestimmten Tag zu widmen. So entstand einst das christliche Fest. Brauch ist es nach wie vor, brennende Kerzen auf den Gräbern der Verstorbenen aufzustellen, der Toten zu gedenken sowie Gräber zu segnen. In den Mittelpunkt rückt dieser Tage daher vor allem ein Ort: der Friedhof.

In Duisburg gibt es insgesamt 17 Friedhöfe. Ein ganz besonderer befindet sich im Stadtteil Wanheimerort. Mit einer Fläche von rund 67 Hektar und mit seinen 6000 Bäumen macht die Ruhestätte ihrem Namen "Waldfriedhof" alle Ehre. Neben rund 25.000 bis 30.000 derzeit belegten Gräbern hat der Friedhof eine vielfältige Flora und Fauna zu bieten. Eichen und Buchen beispielsweise, die im vorletzten Jahrhundert gepflanzt wurden und teilweise über 170 Jahren alt sind, stehen inmitten der stilvoll angelegten Grabanlagen. Neben gewöhnlichen Sarg- und Urnengräbern gibt es zudem auch Baumgräber und den 2011 eröffneten Memoriamgarten. Der (eigentlich Neue) Friedhof ist jedoch nicht nur für Beisetzungen gefragt. Das Gelände zieht viele Spaziergänger an, die die frische Luft und die Ruhe genießen wollen. Außerdem befindet sich auf dem Waldfriedhof das Grab von Wilhelm Lehmbruck, das Bewunderer des Künstlers anzieht.

Harald Siegmund, Bereichsleiter Duisburger Friedhöfe, im Gespräch mit einem Mitarbeiter auf dem Waldfriedhof. FOTO: Christoph Reichwein

Eröffnet wurde der Waldfriedhof am 14. Juni 1923. Als sich zu Beginn der 20er Jahre die völlige Belegung des damaligen Alten Friedhofs am Sternbuschweg abzeichnete, entschied sich die Stadt dafür, eine neue Begräbnisstätte anzulegen. Die Wahl fiel auf das Waldgebiet an der heutigen Düsseldorfer Straße. Neben den für die beiden christlichen Konfessionen vorgesehenen Beerdigungsflächen, wurde im Jahre 1927 auch ein Begräbnisfeld für die jüdische Gemeinde der Stadt angelegt. In den 90er Jahren wurde auf dem Waldfriedhof zudem ein islamisches Gräberfeld für den südlichen Bestattungsbezirk reserviert. "Der Friedhof hat sich im Laufe der Zeit stark verändert. Damals war hier alles dicht bepflanzt und die Gräber waren nicht sofort zu sehen", erzählte Harald Siegmund, Bereichsleiter der Duisburger Friedhöfe. "Aber heute fühlen sich die Leute nicht mehr sicher, wenn alles so dicht zugewachsen ist", erzählt er weiter.

Vor allem jetzt, in der Herbstzeit, in der die Blätter von den Bäumen rieseln, herrscht ein erhöhter Pflegebedarf auf dem Friedhof. "Wir bemühen uns natürlich, vor allem die Wege frei zuhalten und die Sicherheit für Friedhofsbesucher zu gewährleisten", sagt Peter van de Wetering von den Wirtschaftsbetrieben. "Aber man muss sich vorstellen, wie viel Laub an einem Tag von 6000 Bäumen herunterfällt. Wenn wir morgens die Wege frei machen, sind die am Nachmittag wieder mit Laub bedeckt", sagt van de Wetering. Zudem sei es vom Personalumfang nicht machbar, das Laub auf dem gesamten Friedhof einzusammeln. Insgesamt 21 Mitarbeiter kümmern sich um die Ruhestätte. Glücklicherweise bemühen sich auch viele Angehörige von Verstorbenen um die Friedhofspflege. Sie sammeln das Laub um die Gräber oft selbst ein und füllen dieses in Säcke, die dann am Wegrand zur Abholung stehen.

Gerade heute, wenn wie jedes Jahr an Allerheilligen mit einem höheren Besucheraufkommen zu rechnen ist, bemühen sich die Wirtschaftsbetriebe, die Wege frei zuhalten. Zudem: "Da an Allerheilligen so viele den Friedhof besuchen, müssen wir mehr Kontrollen durchführen. Wir schauen zum Beispiel vermehrt danach, ob unbefugte Fahrzeuge das Friedhofsgelände befahren", sagt Siegmund. "Außerdem platzieren viele Besucher Kerzen an Stellen, an denen es nicht erlaubt ist. Diese müssen wir dann leider wieder entfernen."

Quelle: RP
 
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