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Duisburg
Ein Brückenbauer zur Verständigung der Generationen

Duisburg. Giora Feidmann, "The King of Klezmer", gastierte mit einem grandiosen Beatles-Revival-Konzert in der gut besuchten Salvatorkirche. Von Olaf Reifegerste

Er ist wieder auf Tour, der weltbekannte Klarinettist Giora Feidman, und machte auch in der Duisburger Salvatorkirche Station. Mit seinem Programm "Feidman plays Beatles" kam er aber nicht alleine, sondern wurde begleitet vom einzigartigen "Rastrelli Cello Quartett" und vom jungen "Jerusalem Duo".

Allein in diesem Monat ist der fast 82-Jährige an 24 Tagen zwischen Lübeck und Koblenz sowie Düsseldorf und Cottbus mit diesem Programm unterwegs. Die Premiere des neuen Programms fand am 25. November 2016 in der Berliner Philharmonie statt und setzte sich deutschlandweit das Folgejahr über fort. Die dazugehörige CD mit 18 Titeln erschien Anfang 2017. Auf die Idee, etwas Musikalisches von den Beatles zu machen, kamen er und das Cello Quartett während ihrer gemeinsamen Tournee "Cello meets Klezmer" im April 2016. Doch konnten die Songs wegen der fehlenden Gesangsstimmen nicht einfach eins zu eins übernommen werden, sondern mussten neu interpretiert und instrumental arrangiert werden. Auf diese Weise entstanden viele neu klingende Beatles-Lieder altbekannter Ohrwürmer.

Gemeinsam mit dem "Rastrelli Cello Quartett" und dem "Jerusalem Duo", das aus seiner Enkelin Hila Ofek an der Harfe und ihrem Ehemann André Tsirlin am Saxophon besteht, brachte Feidman in der Duisburger Salvatorkirche insgesamt über 20 Beatles-Kompositionen auf die kammermusikalische Kirchenbühne.

Doch schon die Beatles selbst verwendeten seinerzeit Streicher, so in ihrem weltberühmten "Yesterday". Und "als sie 1966 'Eleanor Rigby' aufnahmen", heißt es, "spielten die Streicher viel zu geradeaus und hart, um dem empathisch-melancholischen Text des Songs gerecht zu werden. So musste alles, was Paul McCartney einst an Emotion in diesen Song hineingepackt hatte, jetzt allein durch Instrumente Ausdruck finden." Weitere Songs am Donnerstag waren unter anderem ein hauchzart vorgetragenes "The Fool On The Hill" mit dampferartiger Bassklarinette des Maestros, ein beschwingt swingendes "All My Loving", ein hartes "Back In The USSR" sowie ein das Publikum zum chorischen Singen anstiftendes "Obladi-Oblada". So richtig zum allseitigen Mitmachen, ob musizierend, singend oder klatschend, kam es dann bei der Zugabe von "Hey Jude".

Auf diese Weise gelang es Feidman durch Musik eine Brücke zwischen den Generationen zu bauen, aber auch zur Verständigung zwischen Religionen und Kulturen beizutragen.

Quelle: RP
 
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