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Duisburg
Ein Juwel oder doch ein Klotz am Bein?

Duisburg: Ein Juwel oder doch ein Klotz am Bein?
Protestplakat der Anwohner in der Altstadt. FOTO: Christoph Reichwein (crei)
Duisburg. Die Stadt hat einen neuen Anlauf gemacht, um einen Investor für das unbebaute Grundstück an der Steinschen Gasse zu finden. Der muss in jedem Fall viel Geld mitbringen. Von Hildegard Chudobba

Der ehemalige Innenstadtentwickler Ralf Oehmke versprach uns vor fünf Jahren ein Ärztezentrum vom Feinsten, das auf dem ehemaligen Parkplatz an der Steinschen Gasse gebaut werden sollte. Daraus wurde nichts. Oberbürgermeister Sören Link versprach vor einem Jahr, im Frühjahr (2015) werde sich die Baugrube füllen. Ganz unrecht hatte er nicht. Aber dass sie mit Unrat gefüllt wird und mit einem Auto, dessen Fahrer vor wenigen Wochen versehentlich durch den Bauzaun preschte - hatte er damit sicherlich nicht gemeint. Immerhin trifft seine Prognose in so weit zu, als gerade die Suche nach Investoren begonnen hat, die bis Ende Mai ihre Angebote machen können.

Daraus lässt sich schon mal entnehmen: Es steht derzeit kein konkreter Bauherr zur Verfügung. Und es besteht in der Stadspitze die Hoffnung, dass sich Interessenten melden und dann aus mehreren Vorschlägen eine Auswahl getroffen werden kann. Wer auch immer den Zuschlag erhält, muss erst viel Geld mitbringen. 2,4 Millionen Euro beträgt der Kaufpreis für das fast 8000 Quadratmeter große Grundstück. Und er muss bereit sein, auf die Wünsche der Stadt einzugehen.

Sie stellt sich vor, dass dort Büroraum entsteht oder Gebäude für Handel und/oder Gastronomie und/oder auch für Dienstleitungsunternehmen. Ebenso sind - zumindest in den oberen Stockwerken - Wohnungen vorstellbar. Kurz: Das Projekt soll nicht nur zur vorhandenen Altstadt passen, sondern muss entschieden dazu beitragen, das eher heruntergekommene Viertel wieder aufzupeppen.

In den Unterlagen für mögliche Investoren steht zudem, dass vorwiegend viergeschossig gebaut werden soll, aber durchaus mit höheren Bauteilen Akzente gesetzt werden könnten. Als städtebaulich sinnvoll wird erachtet, öffentlich begrünten Innenraum anzulegen, zum Beispiel für Gastronomie. Dass der Gebäudekomplex über Tiefgaragenplätze verfügen sollte - hierbei ist zu berücksichtigen, dass im Boden Reste des alten Duisburgs liegen - sei nur am Rande erwähnt.

Mit Sicherheit werden sich Investoren das Geländes erst einmal persönlich anschauen, was sie an der Steinschen Gasse erwartet. Sie sehen dann, dass das Grundstück an einer der am stärksten befahrenen Innenstadtstraßen liegt - dafür aber auch fast einen eigenen Autobahnanschluss hat, dass sich in Sichtweite Duisburgs Rotlichtviertel breit gemacht hat und dass die Altstadt weit mehr als nur einen Investor benötigt, um sie wieder attraktiv zu machen.

Quelle: RP
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