| 00.00 Uhr

Duisburg
Ein Kino für den Duisburger Norden

Duisburg: Ein Kino für den Duisburger Norden
Das Gelände um die Rhein-Ruhr-Halle in Duisburg-Hamborn mit der Autobahn 59 im Hintergrund. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Die Politik befasst sich in den kommenden Wochen mit den Ergebnissen der Ideenwerkstatt zur weiteren Nutzung der Rhein-Ruhr-Halle mit dem angrenzenden Hallenbad. Von Hildegard Chudobba

Seit 14 Jahren steht das Hamborner Hallenbad leer. Vor vier Jahren wurde die Rhein-Ruhr-Halle endgültig geschlossen. Beide Immobilien prägen zusammen mit der angrenzenden Zinkhüttensiedlung das Bild an der Abfahrt der A 59 in Marxloh. Es ist derzeit ein hässliches Bild. Denn Bad wie Halle fallen zusehends in sich zusammen. Und in der Siedlung stehen mehr Wohnungen leer als bewohnt sind. Es wird Zeit, dass sich dort was tut, sind Bürger wie Stadt einig.

Grund für den Verfall ist, dass noch bis vor wenigen Monaten geplant war, auf dem Areal ein Factory Outlet Center zu bauen. Davon rückte bekanntlich die Stadt ab. Die mehr als halbleere Siedlung hat inzwischen der Düsseldorfer Architekt und Projektentwickler Walter Brune gekauft, der vor Wochen bei einer "Ideenwerkstatt" für das 5,2 Hektar große Areal ebenso mit am Tisch saß wie Vertreter von Grillo, die IHK und vor allem die Bürger.

Herausgekommen ist eine Liste von Wünschen, deren Realisierung wesentlich von den benötigten Investoren abhängig ist, die die Lage des Viertels zwischen Hamborn und dem bekanntermaßen problematischen Marxloh ganz nüchtern bewerten werden.

Die Bürger wünschen sich beispielsweise Geschäfte, aber keine Ein-Euro-Shops und keine Discounter, wohl aber Höherwertiges. Sie wollen ein Kino, Clubs, Diskotheken, Indoorsport-Angebote und eine Markthalle. Grillo will einen Teil des Rhein-Ruhr-Hallen-Geländes für ein Parkhaus kaufen und könnte sich vorstellen, dass dort auch ein Demenzzentrum gebaut wird, Nahversorger sich ansiedeln und ein Freizeitkomplex (mit Kino) entsteht. Auch die Industrie- und Handelskammer sieht auf dem Grundstück der einstigen Sport- und Veranstaltungshalle gute Chancen für Einzelhandel und nennt wie Grillo als gewünschten Anbieter "Decathlon" (Sportartikel).

Die Brune Immobilien Gruppe will für das Rhein-Ruhr-Hallen-Gelände einen neuen "Stadtplatz" und verweist dabei auf das Klemensviertel im vornehmen Düsseldorfer Stadtteil Kaiserswerth. Eine Nutzung des ehemaligen Hallenbades als Ort für Sport, Freizeit und Wellness halten die Planer gleichfalls für realisierbar, eine Markthalle dort einzurichten aber nicht.

Keine der Seiten kämpft für den Erhalt des Rhein-Ruhr-Hallen-Gebäudes. Alle sind darüber informiert, dass in einem Abstand von 40 Metern zur A59, die auf Stelzen über das Grundstück führt, nicht gebaut werden darf. Und ebenfalls allgemein bekannt ist, dass die Nähe zu den Grillowerken die Nutzungsmöglichkeiten einschränkt. So war wesentlicher Grund für die FOC-Absage, dass bei einem Störfall in dem Chemiebetrieb die Sicherheit der Menschen im Freien nicht gewährleistet ist.

Aus dem Katalog der Wünsche und Forderungen wird nun unter anderem über die Politik und die Stadtverwaltung ein abgestimmter Nutzungskatalog entwickelt. Er ist die Grundlage für Ausschreibungen. Danach beginnt die Investorensuche und die Konkretisierung der Planungen unter Berücksichtigung der Forderungen seitens der Geldgeber, die noch gefunden werden müssen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Duisburg: Ein Kino für den Duisburger Norden


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.