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Duisburg
Ein Leben für das Glück der Tiere

Duisburg: Ein Leben für das Glück der Tiere
Renate Zolopa mit der Ponystute Fee. Sie lebt mit der Shetlandpony-Stute Rita zusammen. FOTO: Andreas Probst
Duisburg. Renate Zolopa und ihr Mann betreiben einen Gnadenhof in Rheinhausen. Dort pflegen sie alte oder kranke Tiere. Von Carolin Skiba

Mr. Ed war einer der schwierigsten Fälle. Als damals der Anruf kam, dass ein Pferd abgemagert und allein auf einer Wiese stehen würde, zögerten Renate Zolopa und ihr Mann Hans nicht lange. Sofort haben sie sich auf den Weg gemacht und das Tier auf ihren Hof geholt. Sie haben den Tierarzt gerufen und den Tierheilpraktiker, haben Mr. Ed ausgiebig gefüttert, geputzt und verwöhnt. Sie haben getan, was sie eben seit 16 Jahren immer wieder machen - kranke, alte oder vernachlässigte Tiere bei sich aufnehmen und ihnen ein schönes Leben bereiten.

Auf ihren beiden Höfen in Rheinhausen und Bergheim finden die Tiere ein neues Zuhause. "So können sie wenigstens noch einen schönen Lebensabend verbringen", sagt Renate Zolopa. 300 Tiere leben mittlerweile auf ihren Höfen, darunter 75 Pferde, fünf Esel und jede Menge Hühner, Gänse, Enten, Ziegen und Schafe. Auch Katzen und Hunde gehören dazu. Der Fokus liegt aber auf den Pferden. Denn mit ihnen hat alles angefangen. "Damals war das hier mal ein Hof, wo man Ponys ausleihen und mit ihnen spazieren konnte", erzählt die 57-Jährige. Als die Besitzerin starb, bat man die Zolopas um Unterstützung: "Der Insolvenzverwalter hatte gefragt, ob wir uns um den Hof kümmern wollen, bis alles geregelt ist." Da das so gut funktionierte, stellte sich die Frage, ob das tierliebe Paar nicht ein Angebot für den Hof abgeben und diesen somit ganz übernehmen wolle.

Mit dem Hof haben die Zolopas auch einige der Ponys übernommen. Irgendwann kam noch eine Tierschutzorganisation aus Hamburg auf das Paar zu mit der Bitte, einige in Not geratene Pferde zu übernehmen. Auch mit dem Veterinär- und dem Ordnungsamt arbeiten die Zolopas zusammen. So kamen immer mehr Tiere auf den Hof. Dieser wurde indes umgebaut und tierfreundlich gestaltet. "Die Boxen waren viel zu klein und damals gab es hier noch Ständerhaltung."

Rita kann mit Medikamenten ein gutes Leben führen, doch die sind teuer. FOTO: Andreas Probst

In Ständerhaltung werden Tiere dauerhaft mit einer Kette oder einem Strick fixiert, was absolut tierschutzwidrig ist. "Das musste erst mal beseitigt werden", sagt Zolopa. Mittlerweile leben die Tiere im Winter in geräumigen Ställen, im Sommer stehen sie ohnehin 24 Stunden des Tages draußen. Normalerweise. Der starke Regen der vergangenen Wochen hat dazu geführt, dass in diesem Jahr die Weiden zum ersten Mal seit 16 Jahren überschwemmt sind. "Eigentlich haben wir das im Winter und im Frühjahr, da stört uns das nicht, aber jetzt ist es wirklich problematisch." Die Tiere müssen zurück in den Stall. Und neben der Tatsache, dass es für die Pferde auf der Weide schöner ist, ist es eben auch eine finanzielle Sache. Denn das fette Gras ersetzt vielen Tieren im Sommer das Kraftfutter; Stroh und Heu werden ebenso in geringeren Mengen gebraucht. Nicht aber, wenn die Wiesen unter Wasser stehen.

Wer so viele Tiere zu versorgen hat, muss ohnehin immer auf das Geld achten. Und das in Zeiten, in denen die Spenden laut Zolopa deutlich weniger werden würden. "Wir sind richtig gute Jongleure", sagt sie und lacht. Das müssen sie auch. Allein die Tierarztrechnung betrage alle sechs Monate um die 10.000 Euro. Die Tiere müssen viermal im Jahr entwurmt werden, viele von ihnen brauchen regelmäßig Medikamente. Wie das Shetlandpony Rita. "Mit ihren Medikamenten lebt sie gut, aber die kosten natürlich auch einiges." Ein mulmiges Gefühl sei das schon, nie zu wissen, ob es reicht, um die Rechnungen zu zahlen. "Genug ist es eh nie", sagt sie. Aber ein anderes Leben könnte sie sich trotzdem nicht vorstellen. "Es war schon immer unser Traum, ein Reich für Tiere zu schaffen, wo sie ihren Lebensabend verbringen können." Auch wenn das eigene Leben seitdem viel zu kurz komme, würde Zolopa diesen Weg immer wieder gehen. Für viele Hof-Bewohner ist es leider nur ein kurzer Lebensabschnitt, den sie glücklich verleben. Mr. Ed hat es nur vier Monate geschafft. Das sei die traurige Seite an dem Job, an die man sich nie gewöhnen könne, sagt Zolopa und fügt hinzu: "Wenigstens hatten sie bis zu ihrem Tod ein schönes Leben. So, wie es ihnen zusteht."

Quelle: RP
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