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Duisburg
Ein Nahversorger für die Steinsche Gasse

Duisburg: Ein Nahversorger für die Steinsche Gasse
Der ehemalige Schotterparkplatz an der Steinschen Gasse ist seit Jahren eine Brachfläche. Der Kölner Entwickler Euroareal wollte hier das Gesundheitszentrum "Marientor Carrée" bauen, zog sich dann aber wieder zurück. FOTO: reichwein
Duisburg. Für die Brachfläche, auf der einst das "Marientor Carrée" entstehen sollte und die seit dem Scheitern des Projekts immer mehr zum Schandfleck mutiert, zeichnet sich jetzt eine Lösung ab. Laut Stadt gibt es mehrere interessierte Investoren. Von Sandra Kaiser

Bald könnte sich etwas bewegen auf der unschönen Brachfläche an der Steinschen Gasse. Die Ausschreibungsfrist ist abgelaufen, der Stadt liegen nach eigenen Angaben mehrere Angebote vor. "Alles deutet darauf hin, dass dort ein Nahversorger hinkommt", sagt Wilhelm Bommann, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Niederrhein. "Wir warten darauf, dass bald eine Entscheidung fällt. Das wird jetzt spannend. Wir sind sehr nah dran an einer Entwicklung."

Die Stadt äußerte sich gestern zurückhaltender. Die Angebote würden derzeit geprüft und bewertet. "Als nächsten Schritt steigen wir in vertiefte Gespräche mit den potenziellen Käufern ein", so eine Sprecherin. Zu der genauen Art der Nutzung wolle sich die Stadt nicht äußern, so lange sich die Gespräche noch im Verhandlungsstadium befänden.

Einzelhandelsverbands-Chef Bommann geht mehr ins Detail. Er könne sich einen Nahversorger an dieser Stelle "sehr gut vorstellen", sagt er. "Und da sind wir gar nicht so weit von den Vorstellungen der Stadt entfernt."

Bommann sieht in einem Nahversorger an dieser Stelle viele Vorteile: Endlich käme dadurch die hässliche Dauerbaustelle weg. "Entstehen würde ein schönes neues Gebäude mit Öffnung Richtung Beekstraße, mit Blickfang der Steinschen Gasse. Das ist ein Eyecatcher, der da entstehen könnte", schwärmt er. Und dann hätten die Bürger in der direkten Umgebung einen vernünftigen Nahversorger. "Das wäre dringend nötig. Wir bemängeln schon seit Jahren, dass eine Nahversorgung in der Altstadt nicht gewährleistet ist", so Bommann. Zudem könnten mit dieser Planung - entstehen würden dann auch viele Parkplätze - die fehlenden Stellplätze in diesem Bereich kompensiert werden.

"Und der Nahversorger wäre auch ein Frequenzbringer, der den anderen Geschäften guttun würde", so Bommann. "Die Leute besorgen Güter des täglichen Bedarfs und sind dann im Altstadtbereich unterwegs, kaufen vielleicht noch woanders ein." Der Nahversorger, ist Bommann sicher, wäre "ein belebendes Element für die ganze Altstadt". Zusammen mit dem neuen Stadtfenster würde er einen dynamischen Prozess auslösen. "Dann entwickeln sich auch die Beekstraße, die Münzstraße und andere umliegende Straßen. Denn wenn irgendwo investiert wird, tut sich links und rechts davon relativ schnell auch etwas. Das ist unsere Erfahrung. Dadurch werden weitere Entwicklungen losgetreten." Er meint vor allem das ehemalige C&A-Gebäude, das heruntergekommene Parkhaus am Ende der Münzstraße, aber auch die kleineren Geschäfte.

Und Bommann denkt noch einen Schritt weiter: "Wenn wir die Altstadt beleben, kommen wir auch weiter in Sachen Innenstadtbelebung. Die Altstadt ist die Entwicklungsfläche, die im Zusammenhang mit der Düsseldorfer Straße zu sehen ist. Wir müssen eine kompakte Innenstadt bekommen, vom Hauptbahnhof bis zum Schwanentor. Die Altstadt spielt da eine ganz wichtige Rolle."

Das Grundstück an der Steinschen Gasse ist 7300 Quadratmeter groß. Viele Jahre war hier ein Schotterparkplatz. Dann wollte die Euroareal-Gruppe aus Köln dort das Gesundheitszentrum "Marientor Carrée" errichten. 2013 zog der Entwickler den ursprünglichen Bauantrag zurück; jetzt wollte er ein Wohnprojekt in Angriff nehmen. Wohneinheiten für Pflege und Betreutes Wohnen sowie Studentenwohnungen sollten entstehen. Im Sommer 2014 scheiterte das Projekt nach sechs Jahren dann aber gänzlich, man trennte sich von dem Investor. Die Stadt ließ verlauten, sie verfolge weiter das angedachte Nutzungskonzept mit den Elementen Betreutes Wohnen, Pflege, Dienstleistungen und Wohnnutzungen.

Quelle: RP
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