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Duisburg
Ein prachtvolles Konzert

Duisburg. Der Philharmonische Chor gastierte – unterstützt von Instrumentalisten der Duisburger Philharmoniker – in der Neudorfer St.-Ludger-Kirche ausschließlich Werke von Georg Friedrich Händel, darunter vier Krönungshymnen. Von Thomas Bremser

Der Philharmonische Chor Duisburg hatte ein prächtiges Konzert mit farbigem Lichtdesign, das St. Ludger durchflutete, mit der Musik von Georg Friedrich Händel, vorbereitet. Gut disponiert, mit Freude an der großen Aufgabe, sang der Philharmonische Chor Duisburg kunstvolle Krönungsmusiken, die selbst die Herrscher, für die sie einmal bestimmt waren, weit überlebt hatten. Der Chorklang in allen Stimmen satt, präzise, mit aufmerksamem Blick auf den Dirigenten - die Soprane leuchtend weich. Großartig! Die Chor-Koloraturen waren insgesamt ein wenig verschwommen, dies war aber ausdrücklich der Akustik in St. Ludger geschuldet. Der Dirigent und Chorleiter Markus Strümpe hatte die Damen und Herren des philharmonischen Chores und das wundervoll aufspielende Orchester fest im Griff. Gleich zu Beginn die prachtvolle Feuerwerksmusik mit phänomenalen Holz- und Blechbläsern. Allen voran mal wieder der Solotrompeter Roger Zacks mit silbrigem, königlichem Trompetenklang. Zacks zeigte keine Schwäche im Ansatz bei dieser, für einen 1. Trompeter anstrengenden Veranstaltung. Das anschließende Orgelkonzert in F-Dur "Kuckuck und Nachtigall" wurde von dem Oberhausener Organisten Christian Gerharz fachkundig und musikalisch einfühlsam betreut. Einige klitzekleine Unebenheiten im Orgelspiel versüßte das Streicherensemble samtig weich und fein zurückhaltend. Das Hauptstück dieser Veranstaltung waren vier Krönungshymnen; diesmal mit einem Solistenquartett plus Chor und Orchester. Es sang eine Sopranistin mit edlem, schönem Timbre, Inga-Britt Andersson, die mit dem sehr musikalisch singenden Tenor Markus Francke in den Duett-Passagen wunderbar harmonierte. Nun gehört zur englischen Chormusik der Countertenor wie die Butter zum Brot; hatte man hierfür einen internationalen Solisten, Matthias Koch, verpflichtet, der das Solistenquartett mit seiner besonderen Stimmfarbe bereicherte. Seine makellos geführte, schlanke, wohlklingende Stimme wurde leider im Duett-Part vom Solisten-Bass unfein übertönt. Überhaupt drehte der Bassist Gregor Finke zu sehr an der Solistenschraube, zum Nachteil des Quartetts. Trotzdem war gerade dieser Quartettgesang insgesamt ein Ohrenschmaus.

Solche Programm-Konzerte, die sich ausschließlich einem Komponisten widmen, sollten in Duisburg öfter stattfinden. Das war lebendige Musik für das Publikum, das frenetisch applaudierte und noch eine Zugabe bekam. Den Solisten wurden Blumen überreicht, dem fabelhaften Dirigenten und Chorleiter Strümpe gedankt und man hatte das Gefühl, dass bei so viel Krönungsbrimborium das britische Hochzeitsjahr mit Kate und Prinz William in Duisburg bereits eingeläutet war; wurde doch im dritten Teil von "Zadok the Priest" schon "God save the King" üppig skandiert.

Quelle: RP
 
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