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Duisburg
Ein Stadtviertel bricht auf

Duisburg: Ein Stadtviertel bricht auf
Die Interessengemeinschaft Altstadt hat sich in der Vergangenheit enttäuscht von der Arbeit der Stadtverwaltung gezeigt. FOTO: Archiv
Duisburg. Altstadtanlieger brachten bei der ersten Ideenbörse viele gute Vorschläge ein, wie aus dem Schmuddelviertel ein schöner Lebensort werden kann. Sie wünschen sich unter anderem, dass Stadtfeste nicht nur auf der Kö stattfinden.

Der erste Ideenworkshop des Quartierbüros Altstadt ist am Montagabend über die Bühne gegangenen und "war ein vielversprechender Anfang", resümierte Ralf Meurer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung. Rund 50 Teilnehmer - darunter mehrheitlich Anwohner, Unternehmer und Interessierte - waren in ein leerstehendes Ladenlokal an der Beekstraße gekommen und meldeten sich mit frischen Impulsen für eine Revitalisierung der Altstadt zu Wort. Über die Vorzüge und Schwierigkeiten des Viertels wurde ebenso gesprochen, wie über all das, was es braucht, damit die Altstadt wieder zu einem vitalen, wirtschaftlich aufstrebenden und bunten Quartier wird. Die Altstadt umfasst das Straßennetz zwischen Unterstraße, Schwanenstraße und Steinsche Gasse.

Der Gedankenaustausch gestaltete sich überaus rege, so dass sich die Ideensammlung am Ende des Abends sowohl qualitativ als auch quantitativ sehen lassen konnte. Zuvor war das Ladenlokal mit Hilfe von Petra Manoah (Knüllermarkt), Frank Fendel, Lars Hoffmann (City Electronicer)und Akteuren der Diakonie "workshoptauglich" hergerichtet worden.

Der Ideenworkshop der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung stieß auf großes Interesse. FOTO: GFW

Die Bandbreite der Ideen reichte vom Urban Gardening (Stadtgärten) als temporäre Zwischen-Nutzung über die zielführende Beschilderung der Altstadt für touristische Zwecke und die Etablierung einer Nightlife-Szene mit Cocktailbars und innovativen Gastronomiekonzepten bis hin zum Mehrgenerationen-Wohnen. Darüber hinaus äußerten die Teilnehmer den Wunsch, in der Altstadt soziokulturelle Angebote für die Jugend ebenso zu verorten wie eine starke Gründerszene. Auch könne das Viertel zum Lernort werden, an dem Bildungsträger wie selbstorganisierte Gruppen qualifizierte Weiterbildung und Wissenstransfer bieten.

Für Stadt und Wirtschaftsförderung gleichermaßen interessant war die Idee, Stadtfeste in die Altstadt zu holen, anstatt ausschließlich die Königsstraße zu "bespielen". Last, but not least, wurde noch der Wunsch nach einem Zuwandererhaus geäußert, an dem Kunsthandwerker aus fernen Ländern ihr Können zeigen und ihre Unikate verkaufen. "Diesmal ging es darum, ein Stimmungsbild einzufangen und den Anliegern zuzuhören, damit wir wissen, wo unsere Unterstützung gebraucht wird", so Yvonne Bleidorn, Quartiersmanagerin Altstadt der GFW Duisburg. Jetzt werden die Ideen ausgewertet und systematisch nach Themenfeldern zusammengefasst, so dass beim nächsten Treffen in Projektgruppen gearbeitet wird. "Auf diese Weise können wir dann immer konkreter und detaillierter ausarbeiten, wie was von wem vor Ort umgesetzt werden kann", fasst Francesco Mannarino zusammen. Der Quartiersmanager der GFW Duisburg wird gemeinsam mit seiner Kollegin einen 14-tägigen Stammtisch einrichten, zu dem alle Unternehmer, Hauseigentümer, Anwohner und Interessierte eingeladen werden, die Gespräche zu intensivieren.

Der nächste Ideenworkshop ist für den 27. Oktober geplant, wieder in dem Ladenlokal an der Beekstraße 38

Quelle: RP
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