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Duisburg
Eine etwas andere Weltreise

Duisburg: Eine etwas andere Weltreise
Philine Fischer und Carsten Tannhäuser zeigen einige Exemplare der Sammlung. FOTO: Christoph Reichwein (crei)
Duisburg. Im Kindermuseum Explorado sind in einer Sonderausstellung "Lesezeichen" aus aller Welt zu sehen. Von Jan Luhrenberg

Es ist ein Ruheplatz in all dem hektischen Treiben im Kindermuseum Explorado: In der siebten Etage des alten Speichergebäudes im Innenhafen sind mehr als 300 Lesezeichen ausgestellt. Die praktischen Lesehelfer stammen aus der privaten Sammlung der Duisburgerin Rosemarie Abel, die insgesamt im Besitz von 5.000 solcher Zeichen ist und früher für die SPD im Stadtrat saß.

Seit den 80er Jahren sammelt die Duisburgerin Lesezeichen, brachte einzelne Stück als Erinnerung an Reisen mit. Bei der Suche nach außergewöhnlichen Exemplaren geht sie verschiedene Wege. "Die meisten kaufe ich im Internet", so Abel. Ab und an frage sie auch in Antiquariaten nach. Hauptaugenmerk bei der Suche legt die Duisburgerin dabei nicht auf Massenartikel, die jeder in einem Laden kaufen kann. Sie bevorzugt kleinere Auflagen oder zumindest außerordentlich gut gestaltete Lesezeichen. "Ganz besonders schön finde ich geschnitzte und gestickte Lesezeichen oder handwerklich gestaltete Buchzeichen", sagt Abel.

Carsten Tannhäuser ist Direktor des Kindermuseums und zeigt sich erfreut, die privaten Stücke ausstellen zu können: "Die Lesezeichen passen sehr gut zu unserer Sonderausstellung 'Ganz weit weg - und doch so nah', auch sie sagen viel über Geografie und verschiedene Kulturen." Im Anschluss an den Kulturstammtisch im vergangenen Jahr, auf dem vom Explorado berichtet wurde, ist der Kontakt zu Rosemarie Abel entstanden. Es folgte ein reger Austausch über eine mögliche Ausstellung der privaten Schätze. Schon vor etwa zehn Jahren hatte die Duisburger Sammlerin mit der Ruhrorter Stadtteilbibliothek eine solche Ausstellung organisiert, die Resonanz sei sehr groß gewesen, sagt sie.

Die 300 ausgewählten Lesezeichen, die im Explorado ausgestellt sind, kommen aus den verschiedensten Ecken rund um den Globus. Neben einigen Exemplaren aus Deutschland oder anderen europäischen Staaten wie Spanien oder Frankreich, kommen viele Stücke aus dem asiatischen Raum. Philine Fischer, im Explorado für das Programm verantwortlich, hat gemeinsam mit Rosemarie Abel die Ausstellung geplant. Sie ist besonders über einige ausgefallene Ausstellungstücke verblüfft: "Die Lesezeichen sind zum Teil aus Edelstahl, Holz oder Bambus, also aus verschiedenen Materialien." Die teuersten Lesehilfen haben einen stolzen Preis, so Fischer. Diverse Handarbeiten aus Deutschland, Marokko oder Kanada zeigen typische Trachten aus den verschiedenen Ländern. Jedes Exemplar der Reihe hat einen Schätzwert von 45 Euro.

"Es soll keine langweilige Kunstausstellung sein, auch wenn die Lesezeichen hinter Glas zu bestaunen sind", so Fischer. Die Kinder sollen spielerisch neue Kulturen und Länder kennenlernen, indem sie die Lesezeichen und deren Herkunftsland erkunden. Für diesen Zweck hängt im Ausstellungsraum eine Liste, die zeigt, wo all die 300 Lesezeichen herkommen. Zudem können Kinder sich durch die Ausstellungsstücken inspirieren lassen und eigene Lesezeichen basteln. Dafür stellt das Kindermuseum Material zur Verfügung.

Bis Ende September können Kinder und Erwachsene die Sonderausstellung "Lesezeichen" besuchen. Danach gehen die Lesehelfer zurück in den Privatbesitz der Duisburgerin. Dann kann sich Rosemarie Abel auch wieder an ihrem Lieblingsstück erfreuen: eine kleine Hand aus Porzellan, in etwa so groß wie ein Streichholz. "Das ist fast schon ein kleines Kunstwerk", so Abel.

Quelle: RP
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