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Duisburg
Einigung für Mitarbeiter der Sana-Klinik

Duisburg: Einigung für Mitarbeiter der Sana-Klinik
Nach schwierigen Verhandlungen gibt es Lösungen für die Beschäftigten am Sana Klinikum. Ob damit Ruhe am Kalkweg einkehrt, bleibt erst einmal abzuwarten. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Der Betriebsrat und die Geschäftsführung der Sana-Kliniken in Wedau haben im Streit um die bedrohten Arbeitsplätze Lösungen gefunden. Nicht alle Mitarbeiter profitieren jedoch - 72 Angestellte verlieren ihre Arbeit. Von Carolin Skiba

In dem Streit um den geplanten Abbau von 279 Stellen in den Duisburger Sana-Kliniken, konnten sich Betriebsrat und Geschäftsführung nun einigen, wie gestern bei einem Pressegespräch mitgeteilt wurde. Für 207 Mitarbeiter konnte eine Lösung gefunden werden.

Das Sana-Klinikum hatte im Februar mitgeteilt, die sogenannten "tertiären Bereiche", also Technik, Wäscherei und andere patientenferne Bereiche, auszugliedern. Sana hatte diese Umstrukturierungen angekündigt, als das Klinikum im vergangenen Jahr der Stadt ihre Krankenhaus-Anteile abgekauft hatte. Sana hält die Ausgliederung für "unumgänglich" und branchenüblich, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Die Mitarbeiter der Städtischen Seniorenzentren sind von Kündigungen nicht betroffen. Ab dem 1. Januar 2017 werden Küche mit Cafeteria und Speisenerfassung, Fahrdienst für den Essenstransport, Zentraler Schreibdienst, Finanzbuchhaltung, Einkauf, Zentrallager, Archiv, Wäscheverteilung, Servicekräfte im Bertha Krankenhaus, Poststelle und Bettenzentrale durch externe Dienstleister betrieben. Dadurch verlieren insgesamt 72 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze. 22 von ihnen gehen relativ schadlos aus dieser Situation heraus, wie es seitens des Betriebsrates heißt, da sie kurz darauf in den Ruhestand übergehen. In den anderen Bereichen werden zukünftig ausscheidende Mitarbeiter durch Mitarbeiter von Dienstleistungsgesellschaften ersetzt.

Neben den vertraglich vereinbarten Abfindungen besteht für die Mitarbeiter die Möglichkeit eines einjährigen Arbeitsverhältnisses in einer Transfergesellschaft zur Weiterbildung für zukünftige Beschäftigungen. Träger sind unter anderem das Land Nordrhein-Westfalen und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DBG). Bei Mitarbeitern der Bereiche, die nicht in der Transfergesellschaft beschäftigt sein möchten, endet das Arbeitsverhältnis Ende März oder Ende Juni 2017, je nach Beschäftigungsdauer.

"Die Mitarbeiter, die reinwechseln, bekommen 80 Prozent der Bezüge des Nettogehalts", sagte Helmut Böckeler, Vorsitzender des Betriebsrates. Alle Mitarbeiter bekommen Abfindungen nach dem Rationalisierungsschutz. Wer in die Tarifgesellschaft wechselt, erhält noch einige Zusatzleistungen. So gibt es beispielsweise pro Kind 2000 Euro oben drauf, bei Schwerbehinderung sind es 3000 Euro. Eine Vollzeitkraft erhält zusätzlich 2000 Euro, eine Teilzeitkraft 1000 Euro. Außerdem gibt es 160 Euro pro Beschäftigungsjahr extra sowie 4700 Euro Wechselgebühr zusätzlich zu der Abfindung. "Gemessen an dem, was der Arbeitgeber vorhatte, ist das ein Erfolg. Aber es bleibt dabei, dass sich betriebliche Strukturen ändern und Menschen ihre Arbeit verloren haben", sagt Wolfgang Cremer, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Soziales von Verdi NRW. Die Mitarbeiter seien teilweise schon älter und und würden nicht mehr so leicht eine neue Beschäftigung finden, da helfe auch eine mitunter recht üppige Abfindung nicht auf Dauer. Die große Frage sei ohnehin, wie es weitergehe. "Ein Konzern wie Sana wird auch weiterhin schauen, wie es günstiger geht, und er kann auch andere Bereiche in den Fokus nehmen", sagte Cremer. Das stoße auf wenig Verständnis bei Gewerkschaft und Betriebsrat. Bei anderen Häusern, die ebenfalls Teile ausgegliedert haben, zeige sich mittlerweile, dass es wirtschaftlich sinnvoller ist, gewisse Kernbereiche selbst in der Hand zu haben, um die Qualität zu sichern, von der am Ende vor allem auch die Patienten profitieren würden.

Quelle: RP
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