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Duisburg
Eiskalte Erfrischungen und "Obst to go"

Duisburg: Eiskalte Erfrischungen und "Obst to go"
FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Schwitzen ist seit gestern wieder angesagt. Beim Spaziergang über die Königstraße zeigt sich, dass die Duisburger den Aufenthalt in der City auch bei fast 30 Grad schätzen. Von Lara Duyster

Einen schweren Job haben derzeit die Bauarbeiter, die das Pflaster auf der Königstraße zwischen Kuhtor und Düsseldorfer Straße erneuern. Teilweis fällt kein Schatten auf die Baustelle. Und in der prallen Sonne buddeln und schuften - da haben diese Herren die mitleidigen Blicke der Passanten, die die rund 30 Grad im Schatten vom Stadtbummel nicht abhält, mehr als verdient. Die Duisburger scheinen ein Völkchen mit großem Durchhaltevermögen zu sein, denn leer ist es trotz der Hitze in der City nicht.

Neben den Eisdielen profitiert der Bauernmarkt auf der Kö von der Rückkehr des Sommers. Obst- und Gemüseverkäuferin Petra Petrausch kann sich nicht beklagen. "Bei den hohen Temperaturen kaufen viele Menschen frisches Obst", sagt die 55-Jährige. "Am beliebtesten sind Erdbeeren und Johanissbeeren." Viele Passanten nehmen die Ware nicht einmal mit nach Hause, sondern beißen gleich rein in die Früchte - Obst "to go" sozusagen.

Hans-Jürgen Bernthaler profitiert von dem reichhaltigen Angebot. Der 69-Jährige kommt mehrmals die Woche extra aus Mülheim hierher. "Duisburg hat sich sehr positiv entwickelt", findet er. "Und gerade an solchen Tagen, lässt es sich hier ganz gut aushalten", lacht er. Bei Kaffee und mit Sonnenbrille genießt Bernthaler das Wetter. Seine Pläne für das heiße Wochenende? "Geburtstags feiern.", schmunzelt der 69-Jährige. "Man wird ja nur einmal 70".

Wo die einen entspannen, müssen die anderen arbeiten. Jessica Schmitt steht seit 7.30 Uhr in der Sonne und verkauft Eier. Viele Passanten seien besorgt, dass die empfindliche Ware der Hitze nicht standhalten könnte. Doch Schmitt klärt auf: "Durch ihre natürliche Schutzschicht werden die Eier in der Sonne nicht schlecht", erklärt die 38- Jährige. Sobald man sie in den Kühlschrank stelle, gehe diese Schicht verloren. Dann sind sie nur noch gekühlt haltbar. Bis 13 Uhr muss die Duisburgerin noch durchhalten. Dann kann sie das tun, was sie am liebsten bei diesem Wetter machen würde: ins Schwimmbad gehen. Ein besonders beliebter Ort zum Abkühlen ist der "Lifesaver". Dort sitzt Sarah Ferocino mit ihrer sechsjährigen Tochter Ilenia und ihrer Mutter Ingrid. Die gebürtigen Duisburger genießen das kühle Nass des Brunnens. Besonders die kleine Ilenia tobt sich mit ihren Händen im Wasser richtig aus. Dazu bleibt ihr allerdings nicht mehr so viel Zeit. Denn seit gestern ist Ilenia ein Schulkind. Auf hitzefrei wird sie vermutlich noch nicht lauern. Auf die Frage, was sie denn mal werden will, zuckt die Kleine nur mit den Schultern. Krankenschwester oder Popstar vielleicht? Alles unterinteressant, wenn man gerade ein Eis in die Hand gedrückt bekommen hat...

Quelle: RP
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