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Duisburg
Emile Parisien und seine eigenwillige Klangsprache

Duisburg: Emile Parisien und seine eigenwillige Klangsprache
Das Quartett des jungen Saxofonisten Emile Parisien war im Intermezzo-Konzert in der Lutherkirche zu Gast. FOTO: Andreas PRobst
Duisburg. Emile Parisien gehört längst zu den wichtigsten Vertretern der jungen europäischen Jazz-Szene. Mit musikalischen Partnern wie dem Akkordeonisten Vincent Peirani oder dem Pianisten Joachim Kühn begeisterte der 34-jährige Sopran-Saxofonist und Komponist in den letzten Monaten auf den internationalen Festival-Bühnen ein großes Publikum. Dabei nahm er mit Alt-Star Joachim Kühn auch seine neue ACT-CD "Sfumato" auf. Emile Parisien: "Ich will mit meiner Musik Geschichten erzählen." Jetzt war der umtriebige Bandleader erstmals mit seinem Quartett beim Intermezzo-Konzert in der Lutherkirche zu erleben. Im wiederum sehr gut besuchten Kirchen-Konzertsaal beeindruckten die Gäste aus Frankreich mit fesselnden Arrangements zwischen modernem Jazz und zeitgenössischer Musik, die aber auch den tiefverwurzelten Folk der südfranzösischen Heimat von Emile Parisien atmen, der mit seinem Saxofon eine sehr persönliche und eigenwillige Klangsprache entwickelt hat. Von Thomas Becker

Zur jederzeit mit großem Spielwitz, mit musikalischen Zitaten und verblüffender Virtuosität überzeugenden Band gehören weiterhin Pianist Julien Touery, Kontrabassist Ivan Gelugne und Schlagzeuger Julien Loutelier, die hier den Abend mit einem Stück aus ihrem neuen Repertoire eröffneten. Zunächst gingen die vier wagemutigen Musiker vorsichtig aufeinander zu, um sich dann beinahe rauschhaft dem ekstatischen Finale zu nähern. Was nun folgte, waren wunderbar schräge Kompositionen voller versteckter Miniaturen und überraschender Wendungen.

Das junge Quartett spielte hier mitreißenden Modern-Jazz auf höchstem Niveau. Mit angedeuteten Melodien, fein gesponnenem Klangspiel und wildem Tempo atmeten diese hoch intellektuellen, aber packenden polyrhythmischen Arrangements den Geist des genialen Frank Zappa, den diese französischen Musiker offenbar verinnerlicht haben.

Emile Parisien und sein spieltechnisch herausragender Pianist Julien Touery sowie das pointiert begleitende Rhythmus-Duo luden ihr mit Ehrfurcht und Respekt lauschendes Publikum zu einer seltenen musikalischen Höllenfahrt ein, an dem dieses Quartett teuflischen Spaß hatte.

Die staunenden Zuhörer entließen die Gäste aus Frankreich mit donnerndem Applaus.

Quelle: RP
 
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