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Duisburg
Ende 2018 zieht das Lanuv nach Duisburg

Duisburg: Ende 2018 zieht das Lanuv nach Duisburg
So werden das Labor- (links) und das Bürogebäude des Lanuv im Quartier 1 auf der Duisburger Freiheit einmal aussehen. FOTO: Aurelis
Duisburg. In drei Jahren will das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) im Quartier 1 seinen Betrieb aufnehmen. Gestern wurde der Mietvertrag mit Aurelis unterzeichnet. Von Sandra Kaiser

Auf einer Grundstücksfläche von 10.000 Quadratmetern sollen ein Bürogebäude mit knapp 7000 sowie ein Laborgebäude mit gut 9600 Quadratmetern Mietfläche entstehen. Außerdem will das Lanuv für seine Mitarbeiter 150 Stellplätze anmieten, wofür der Immobilienentwickler Aurelis die Infrastruktur schaffen wird. Der Bauantrag, sagt Ralph Schneemann, Leiter Projektentwicklung bei Aurelis, soll im Frühjahr 2016 gestellt werden. "Spätestens im September liegt hoffentlich die Baugenehmigung vor. Im Oktober/November 2016 könnte dann Baubeginn sein."

Aurelis-Geschäftsführer Ivo Iven (l.) und Lanuv-Präsident Dr. Thomas Delschen unterzeichnen den Mietvertrag. Vertreter der Stadt Duisburg waren gestern nicht anwesend. FOTO: Christoph Reichwein

Das Lanuv hat insgesamt 1300 Mitarbeiter. Der Hauptsitz befindet sich in Recklinghausen, zwei weitere große Dienststellen mit jeweils mehreren hundert Beschäftigten gibt es in Essen und Düsseldorf. Darüber hinaus gibt es NRW-weit Außenstellen und Labore. Nach Duisburg sollen vor allem die Mitarbeiter der Dependance in Düsseldorf ziehen, die dann aufgegeben wird.

Die neuen Duisburger Mitarbeiter - knapp 400 an der Zahl, davon 60 im Labor - werden sich schwerpunktmäßig dem Gewässerschutz widmen, so Lanuv-Präsident Dr. Thomas Delschen. "Sie werden hier Analysen unter modernsten Bedingungen durchführen können, auch mikrobiologische Untersuchungen - Stichwort Legionellen. Das ist in Düsseldorf bisher nicht möglich." Auch werde es in Duisburg ein hochmodernes Rechenzentrum geben.

Außerdem, so Delschen, wolle das Lanuv "Maßstäbe in der Energieversorgung setzen und so seiner Vorbildfunktion gerecht werden". So sollen bei dem geplanten Vorhaben die Gebäudehüllen des Bürogebäudes die Anforderungen der Energieeinsparverordnung um 50 Prozent, bei dem Laborgebäude um 30 Prozent unterschreiten. "Wir werden erhebliche Mengen an CO2 einsparen. Das kommt dem Passivhausstandard sehr nahe", so Delschen. Zudem werde das Lanuv in Duisburg selbst Solarstrom produzieren und über die Stadtwerke Fernwärme beziehen.

67 Millionen Euro soll das Lanuv-Projekt kosten - plus eine weitere Million Euro für den Straßenausbau. In die Planung, die bauvorbereitenden Maßnahmen und die Erschließung des Areals hatte Aurelis in den vergangenen Jahren bereits knapp sieben Millionen Euro investiert. Hinzu kamen rund vier Millionen Euro für die Renovierung des Gebäudekomplexes an der Mercatorstraße (hier hat die Aurelis Region West ihren Sitz, der Rest ist vermietet) sowie die Herstellung von Parkplätzen und Außenanlagen. Dass Aurelis dermaßen "in Vorleistung getreten" und auf die speziellen Wünsche des Lanuv eingegangen ist, sei ein wichtiges Kriterium für die Standortentscheidung gewesen, sagt Delschen.

Hinzu komme die zentrale Lage in NRW und die Nähe zu den anderen großen Standorten sowie die sehr gute Verkehrsanbindung durch den Hauptbahnhof.

Der Immobilienentwickler Aurelis wertet das Votum des Landesamtes als ein wertvolles Signal, mit dem die Entwicklung des 50.000 Quadratmeter großen Quartiers 1 vorangetrieben werden könne: "Mit der grundlegenden Modernisierung und Vollvermietung des Gebäudekomplexes an der Mercatorstraße, mit der Sanierung der Außenanlagen und der Einrichtung neuer Parkplätze, mit der Erschließung des Quartiers und mit dem Verkauf des Grundstücks zum Bau des B&B-Hotels, das noch in diesem Jahr eröffnen soll, haben wir bereits einige Projekte umgesetzt", resümiert Olaf Geist, Leiter der Aurelis Region West. Er setzt darauf, dass das Lanuv-Projekt weitere Ansiedlungen nach sich ziehen wird. Aktuell hat Aurelis im Quartier 1 noch drei Baufelder anzubieten.

Quelle: RP
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