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RP-Serie Bildungslotse
Erfolg, der sich herumgesprochen hat

RP-Serie Bildungslotse: Erfolg, der sich herumgesprochen hat
Bei der Vorstellung des MINT-Raumes trugen Schüler wie Schulleiter dem Anlass angemessene "coole" 3D-Brillen. FOTO: Hohl, Ralf (hohl)
Duisburg. "Jedes Kind zählt!" – diese Devise hat sich das Albert-Einstein-Gymnasium in Rumeln-Kaldenhausen auf die Fahne geschrieben. Mit einigem Erfolg: Die "MINT-freundliche Schule" nahm zuletzt 128 Kinder in fünf fünfte Klassen auf. Von Mike Michel

Die Kinder kommen aus Rumeln-Kaldenhausen, Rheinhausen, Krefeld-Uerdingen oder den benachbarten Moerser Stadtteilen Schwafheim und Vennikel. Und sie kommen so zahlreich, dass es im vergangenen Schuljahr 128 Anmeldungen für das Rumeln-Kaldenhausener Albert-Einstein-Gymnasium gab. "Das waren weit mehr, als die Prognosen für unsere Schule hergaben", sagt der sichtlich zufriedene Schulleiter Karl-Heinz Weber. So konnte er im Schuljahr 2012 / 2013 fünf Eingangsklassen bilden. Damit gerade der Übergang von der Grundschule zum Gymnasium gelingt, legen Schulleiter Weber, Erprobungsstufenkoordinator Steffen Jelitto und das übrige, rund 70-köpfige Kollegenteam großen Wert auf die Umsetzung des Mottos "Jedes Kind zählt!"

Auszeichnungen wie das "Komm mit"-Zertifikat, der Titel "Schule der Zukunft" für Nachhaltigkeit in der Bildung und die Klassifizierung als MINT-freundliche Schule sprechen da für sich. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Dies ist ein wichtiger Schwerpunkt des AEG, wie das Gymnasium im Volksmund genannt wird. Unterstrichen wird das nicht zuletzt durch die neuen Fachräume für Chemie und Physik und zuletzt durch die Einweihung des "MINT-Raumes" im Dezember, den das Partner-Unternehmen Arcelor Mittal mit 20 000 Euro unterstützte. Der MINT-Raum dient vor allem dazu, naturwissenschaftliche Präsentationen vorzustellen und das Ergebnis von Arbeiten in diesem Bereich zu dokumentieren. Dafür ist der Raum mit modernster Technik ausgestattet. Weber möchte das Albert-Einstein-Gymnasium aber nicht auf den MINT-Bereich reduziert sehen. Schließlich bekommt der sprachliche oder der musisch-künstlerische Bereich ebenfalls breiten Raum.

Bewährt hat sich das 90-Minuten-Modell bei der Unterrichtsgestaltung: Die Zahl der Fächer pro Tag bleibt überschaubar, Still-Arbeitszeiten innerhalb einer Unterrichtsstunde werden zur Regel und entlasten zudem von zu viel Hausaufgaben. Regelungen für die "kleine Pause" können flexibel getroffen werden, und die "Schülerwanderungen" von Klassenraum in Fachräume oder die Turnhalle halten sich in Grenzen.

Das soziale Miteinander wird von Beginn an groß geschrieben. Rechte und Pflichten aller Beteiligten werden in einem "Schulvertrag" festgehalten. Wer dagegen verstößt, braucht häufig nur an sein Versprechen aus dem Vertrag erinnert zu werden.

Karl-Heinz Weber sieht die achtjährige Schulzeit am AEG als "Erfolgsmodell". Nach mehreren Jahren Erfahrungen mit "G 8" gibt es nicht viel Nachteiliges zu berichten. "Die Zahl der Sitzenbleiber hält sich bei uns in Grenzen, und die Abitur-Durchschnittsnoten können sich auch im landesweiten Vergleich sehen lassen", so Weber. Zahlreiche Arbeitsgemeinschaften und das Angebot der Mensa helfen dabei, auch einen langen Schultag erfolgreich hinter sich zu bringen. Individuelle Förderung und Nachhilfeangebote gehören zum ständigen Programm der Schule, die zurzeit über 800 Kinder in Richtung Abitur führt.

Bereits im November gab es zwei Infoabende für die Eltern der künftigen Schüler. Wer sich noch nicht sicher ist, sollte auf jeden Fall den "Einstein-Tag" im Kalender rot anstreichen. Am Samstag, 12. Januar, können Eltern und Grundschüler das Albert-Einstein-Gymnasium "live" erleben. Von 10 bis 13 Uhr gibt es ein buntes Programm. Es reicht von Einblicken in die neuen naturwissenschaftlichen Räume und die Mensa, Mitmach-Aktionen für Viertklässler, unter anderem auch aus den Bereichen Chemie, Physik, Roboter, Kunst und Sport. Schulführungen und Beratungsangebote sollen die Orientierung erleichtern.

Karl-Heinz Weber hofft wie in den Vorjahren auch wieder auf rege Beteiligung. Dass das Albert-Einstein-Gymnasium inzwischen über einen hervorragenden Ruf im Duisburger Westen verfügt, hat sich längst herumgesprochen – auch bei den Pädagogen. Acht neue Referendare wurden zuletzt aufgenommen. "Wo man stark ist, da hat man auch Erfolg – hat der große Philosoph Jürgen Klopp einmal gesagt", zitiert Weber. Diesen Spruch hat man sich am AEG zu eigen gemacht. Obwohl der Schulleiter schon mit einem blau-weißen Fanschal der Konkurrenz aus Schalke gesehen wurde ...

(RP/ac)
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