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Duisburg
Ersatzmann Stöger war ein Volltreffer

Duisburg. Ein gut gelaunter Peter Stöger, Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln, sprang für FC-Manager Jörg Schmadtke beim Landhaustreff ein. Er war mehr als nur ein Ersatz. Von Volker Poley

Wo Jörg Schmadtke draufsteht, ist nicht immer Jörg Schmadtke drin. So war es jedenfalls am Montagabend beim 32. Duisburger Landhaustreff, der beliebten Mixtur aus Promi-Talk, Kultur und einem leckeren Drei-Gang-Menü. Der rührige Manager des 1. FC Köln musste kurzfristig absagen. Als im bis auf den letzten Platz besetzten Restaurant des Hotels Milser die Vorspeise gereicht wurde, befand er sich beruflich bedingt im Flieger nach Südamerika. Für ihn sprang ohne lange zu zögern Peter Stöger, der Trainer des derzeit erfolgreichen Kölner Bundesligisten ein. Die Entscheidung der Verantwortlichen, den österreichischen Fußballlehrer ans Mikrofon zu bitten, erwies sich als echter Glücksfall.

Für Moderator und Reporter-Legende Manni Breuckmann war es eh kein Problem, sich in kurzer Zeit auf einen anderen Fußball-Gast einzustellen, als absoluter Bundesliga-Experte ist der Düsseldorfer ja immer noch "nah am Thema". Der fetzige "I'm Your Radio"-Einspieler, übrigens ein echter Breuckmann-Song, kündigt beim Landhaustreff jeweils den Start der Talkrunde an, Messer und Gabel haben während dieser Zeit "Schweigepflicht". Zu Beginn des Interviews wurde rasch deutlich, dass der sympathisch und unaufgeregt rüber kommende Stöger über einen trockenen Humor verfügt, mit dem er die Lacher und das Publikum direkt auf seiner Seite hatte.

Seine Äußerung mit Blick auf die vollbesetzten Tische ("Interessant, wie viele Leute Geld bezahlen, um Jörg Schmadtke zusehen") sorgten genauso für Heiterkeit wie sein "Verständnis" für die plötzliche Absage seines Managers: "Wenn er schon mal was zu tun hat, soll man ihn nicht davon abhalten." Der frühere österreichische Nationalspieler, der seine Karriere beim "Favoritener AC" begann und seine erfolgreichste Zeit bei Austria Wien hatte, begann seine Trainerkarriere 2005. Im Jahr 2013 verpflichte ihn der 1. FC Köln, Stöger schaffte mit den Domstädtern auf Anhieb den Sprung in die Bundesliga. Zusammen mit Manager Jörg Schmadtke arbeitet er seitdem wohltuend ruhig und gelassen beim Kölner Bundesligisten, wie Schalke-Fan Breuckmann ("Seit Peter Stöger an Bord ist, haben wir alle Spiele gegen den FC verloren") feststellte. Dem Wiener kommt das Kölner Lebensgefühl sehr entgegen, die Mentalität der Menschen liegt ihm. Absolut wohl fühlt sich Stöger auch in seinem "Heimat-Kiez", dem Wiener Stadtteil Favoriten.

"Dort leben auch viele türkische Bürger und frühere Bürgerkriegsflüchtlinge aus Ex-Jugoslawien. Dass ist ein friedliches und buntes "Multikulti"-Völkchen, da bin ich gerne unterwegs", erwähnte der Kölner Trainer das besondere Flair des Wiener zehnten Bezirks. Klar, dass Manni Breuckmann das mit dem Arm erzielte Tor am Samstag, durch das der FC mit 0:1 gegen Hannover 96 verlor, nicht unerwähnt ließ. Stöger, der nach der Fehlentscheidung dem Schiedsrichterteam demonstrativ seine Brille anbot, nahm das Ganze gelassen: "Das passiert, der Schiedsrichter hat das nicht mit Absicht gemacht und es sollte jetzt auch gegen den Hannoveraner ,Torschützen' Leon Andreasen kein Spießrutenlaufen einsetzen, der Spieler ist in so einem Moment in einer schwierigen Lage." Peter Stöger kam mit seiner ruhigen und intelligenten Art beim Publikum spürbar gut an. So wurde aus dem "Ersatzmann" ein echter "Volltreffer".

Aldo Celentano brachte als "Celentano"-Double mit seinen Songs gegen Ende des Abends noch ein Stück "Bella Italia" in den trüben Duisburger Herbst. Die Ähnlichkeit seiner Stimme mit dem Original verblüffte. Ein gelungenes Finale eines kurzweiligen und wieder mal kulinarisch vortrefflichen Landhaus-Treffs.

Quelle: RP
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