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Duisburg
Erste Schritte in den Beruf

Duisburg. Beim Praktikumspräsentationtstag der Karl-Lehr-Realschule stellten jetzt Schüler der neunten Klassen ihren Mitschülern ihre Praktika vor. Dadurch machen sie es ihren Nachfolgern einfacher, die richtige Wahl zu treffen. Von Stefan Ossenberg

Wanheimerort Im Westflügel der Karl-Lehr-Realschule in Wanheimerort wimmelt es von Schülen und Eltern. Jeder will in einem der fünf Räume Informationen erhalten. Bei den "Praktikumspräsentationstagen" der Realschule informierten jetzt Schüler, die gerade ihr Praktikum in einem Duisburger Betrieb geleistet haben, ihre Mitschüler der unteren Klassen und deren Eltern über die rund zwei Wochen, in denen sie erste Erfahrungen im Berufsleben sammelten.

Hans-Ulrich Lober, Projektleiter des Praktikumspräsentationstages und Lehrer für Sozialwissenschaften, Politik, Erdkunde, Katholische Religion und Erste Hilfe hat zum achten Mal einen solchen Tag organisiert. Für ihn liegen die Vorteile einer solchen Veranstaltung klar auf der Hand. "Im Gegensatz zu sogenannten Berufsbörsen, bei denen Unternehmen an die Schule kommen und sich präsentieren, haben die Schüler keine Hemmschwelle, sich zu informieren", so der Pädagoge. Denn dadurch, dass Schüler ihre Mitschüler informieren würden, kämen ganz andere Gespräche zu Stande. "Oft stellen sich die Schüler unter ihrem Praktikum etwas ganz anderes vor, als es dem Alltag dieses Berufes entspricht. Jetzt hatten wir eine Schülerin, die anfangs gerne in einem Hotel arbeiten wollte, doch nach wenigen Wochen hat sie dann ihr Praktikum in das einer Zahnarzthelferin geändert und kann jetzt, wenn sie will, nach ihrem Abschluss dort als Auszubildende anfangen", berichtet Lober.

Doch viele würden während ihres Praktikums auch genau den Beruf finden, der zu ihnen passen würde. Zwei dieser Schüler sind die beiden Mädchen Hamide Orhan und Betül Tasci (beide 15 jahre). Beide haben in einer Arztpraxis drei Wochen lang den behandelnden Doktoren über die Schultern geblickt. "Ich habe unter anderem bei der Mikroskopierung und bei der Blutabnahme zugeschaut und viel gelernt. Das hat richtig Spaß gemacht", berichtet Betül.

Jeden Tag zwei Stunden Fahrzeit

Später möchte sie auf jeden Fall einen Beruf im medizinischen Bereich ergreifen, sagt sie. Ihre Stufenkamaradin Hamide hat den gleichen Traum. Einen Raum weiter sitzt Malte Vogel an einem Tisch mit einem Laptop und einer Glasskulptur. Der 15-Jährige hat sein Praktikum in einem Modellbaubetrieb in Rheinhausen absolviert. Dafür ist er jeden Tag mit seinem Roller eine Stunde hin und eine Stunde zurück gefahren. Ihm habe die Arbeit Spaß gemacht. Später will er etwas "mit den Händen machen und keinen langweiligen Schreibtischjob." Am Ende des Praktikums habe man ihm geraten, sich nach seiner Schulzeit nochmal zu melden.

Für Hans-Ulrich Lober ein ganz normaler Fall. "Realschüler sind bei den Unternehmen gefragt. Beim Praktikum knüpfen sie erste Kontakte, die oft in einer Azubistelle münden."

Im nächsten Jahr wird er einen solchen Praktikumspräsentationsttag wieder veranstalten.

Quelle: RP
 
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