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Duisburg
Erstmals mit der eigenen Kunst in Duisburg zu sehen

Duisburg. Franz-Joseph van der Grinten stellt kleinformatige Grafiken aus und liest auf dem Platzhirsch-Festival. Von Gabriele Harpers

"Mein ganzes Leben lang hat es mich mehr gereizt, die Kunst anderer zu sammeln, zu begleiten und auszustellen als meine eigene", berichtet Franz-Joseph van der Grinten schmunzelnd. Als Sammler, Kunstkenner und Stifter von Schloss Moyland ist van der Grinten seit Langem einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Mit seiner eigenen Kunst ist der 82-Jährige jetzt zum ersten Mal in Duisburg zu sehen und zu hören. Gezeigt werden kleinformatige Grafiken in Schwarzweiß, ein Querschnitt durch das druckgrafische Schaffen von den 50er bis zu den 90er Jahren.

Mit der heutigen Vernissage im Künstler- und Atelierhaus an der Goldstraße zur Ausstellung seiner Grafiken wirft das im August stattfindende Platzhirsch-Festival bereits einen ersten breiten Schatten voraus. Seit 1950 habe er selbst damit begonnen, Kunst zu produzieren, erzählt van der Grinten. "Grafiken und Holzschnitte haben zunächst mein Interesse geweckt. Mitte der 50er Jahre begann ich mit der Malerei, im Laufe der 60er kamen Radierungen hinzu."

Einen weiteren für ihn ebenso wichtigen Part seines Schaffens - seine Lyrik - präsentiert van der Grinten hier erstmals in einer Lesung zum Abschluss des Platzhirsch Festivals am Sonntag, dem 16. August, ab 15 Uhr. "Seit mehr als 20 Jahren sind Gedichte Hauptteil meiner künstlerischen Arbeit", erzählt er. "Die Zweigleisigkeit ist kein Widerspruch, Gedichte und Grafiken gehören zusammen, denn alle Kunst entspringt denselben Gesetzmäßigkeiten.", so van der Grinten weiter.

Der Gedichtband "Wort, Klang, Linie - Ausgewählte Gedichte" erschien 2013 zum 80. Geburtstag des Künstlers. Etwa 320 Gedichte, gegliedert in 24 Themenkreise wie Landschaften, Jahreszeiten, Reisen oder Satire bilden eine Auswahl seines Schaffens.

Schon als junge Erwachsene hatten die beiden Bauernsöhne Hans und Franz-Joseph van der Grinten aus Kranenburg am Niederrhein seit 1949 damit begonnen, Kunst zu sammeln und auszustellen. Die umfangreiche und bedeutende Sammlung moderner Kunst (allein der Bestand an Werken und Dokumenten zu Beuys umfasst rund 1000 Arbeiten), die die beiden zusammengetragen haben, befindet sich heute in Schloss Moyland im Kreis Kleve.

Quelle: RP
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