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Duisburg
Es gibt wieder Hoffnung für Paternoster-Liebhaber

Duisburg. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat angekündigt, dass die Beschränkungen für Paternoster bald wieder aufgehoben werden könnten. Seit Montag dürfen die nostalgischen Aufzüge wie berichtet nur noch von Beschäftigten betreten werden, die von ihrem Arbeitgeber in die richtige Nutzung eingewiesen wurden. Für Besucher sind sie nicht mehr zugänglich. Von Sandra Kaiser

Laut Ministerin Nahles soll über die Sicherheit der einzelnen Paternoster künftig konkret vor Ort entschieden werden. Ihr Haus werde schnellstmöglich dafür sorgen, dass die Bundesländer ermächtigt werden, die Beschränkungen aufzuheben. "Uns wäre das recht", sagt Peter Hilbrands, Pressesprecher der Stadt Duisburg. "Wir lieben unseren Paternoster. Wenn ihn bald alle mit ein paar Sicherheitseinschränkungen wieder nutzen dürften, wäre das doch schön."

Erst einmal sind die beiden Paternoster im Rathaus und im Stadthaus aber stillgelegt. "Wir richten uns jetzt nach den neuen Vorgaben vom Bund und basteln an einem Konzept, wie wir unsere Beschäftigten in die Nutzung einweisen", so Hilbrands. Mit an Bord sei das Institut für Arbeitssicherheit. Zudem sollen Schilder aufgestellt werden, die Besuchern des Rat- und des Stadthauses die Nutzung der Paternoster untersagen.

Gegen die Gesetzesnovelle von Bundesarbeitsministerin Nahles hatte es deutschlandweit Proteste gegeben - was sie wohl zum Zurückrudern veranlasst hat. "Der Paternoster ist der VW Käfer unter den Aufzügen", schrieb sie jetzt Facebook. "Nicht besonders viele Menschen fahren ihn noch, aber viele lieben ihn." Auch viele Duisburger können den Sinn der neuen Verordnung nicht verstehen.

Auf der Facebookseite von RP Duisburg schreibt etwa Nutzer Folke Brockmann Wattenscheid: "Auf einmal sind die Dinger gefährlich ... nach Jahrzehnten der Nutzung. Diese Begründung ist doch lächerlich ... Wir steuern auf eine Welt zu, in der Eigenverantwortung immer weniger gelebt wird." Thomas Wächter kommentiert: "So ein Blödsinn. Ich habe über 40 Jahre in einem Gebäude mit Beamtenbagger gearbeitet und es hat nur einen nennenswerten Unfall gegeben, der aber letztendlich auch auf Dummheit zurückzuführen war."

Oliver Schmidt bleibt da nur noch die Flucht in den Sarkasmus: "Politik ist auch gefährlich ... Sollte man auch verbieten!" Und Nutzerin Jessi Mis: "Wie gut, dass mein Sohn vor vier Wochen noch das Vergnügen hatte, damit mal fahren zu dürfen .... wir haben es tatsächlich überlebt ... lächerlich."

Für das plötzliche Zurückrudern von Nahles haben die Nutzer ebenso wenig Verständnis: "Kann die sich das nicht vorher überlegen?", fragt etwa Marcis Dehne.

Quelle: RP
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