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Duisburg
Evangelisch für Anfänger

Duisburg. "Die Hirten und die Weisen aus dem Morgenland begegnen sich ja in der Bibel gar nicht", sagt Pfarrerin Sarah Süselbeck, "die einen gibt es nur in der Geburtsgeschichte bei Lukas, die anderen nur bei Matthäus". Süselbeck bereitet für den evangelischen Kirchenkreis einen Glaubenskurs für Erwachsene vor, der Ende August starten soll. Mit ihr zusammen sitzen ehrenamtliche Helfer, die alle als Experten des Glaubens gelten können, weil sie Theologie studiert haben, oder noch studieren.

Das junge Team trifft sich regelmäßig an Süselbecks Arbeitsplatz, der Salvatorkirche, und bespricht, wie die Grundzüge des christlichen Glaubens an den drei Abenden des Kurses vermitteln werden sollen. Was ist das mit Gott? Wofür dieser Jesus? Das sind die Fragen. Dabei gerät das Vorbereitungsteam ab und an in knifflige Diskussionen. Alle bemühen sich, vom Komplizierten zum Einfachen zu kommen. "Kein erhobener Zeigefinger, keine Schulbank, keine Prüfung", so steht es auf der Werbepostkarte für den Kursus, die auch in Kneipen und Cafés Neugierige anlocken soll. Süselbeck hat durch ihren Dienst in der Eintrittsstelle des Kirchenkreises so ihre Erfahrungen mit Vorurteilen über Kirche, die vielen Leuten im Kopf rumspuken. Die Teilnehmer sollen Spaß haben. Und sie sollen möglichst anschaulich mit Informationen versorgt werden, damit sie Lust kriegen, mitzureden und sich näher mit ihrem Glauben zu befassen. "Der Grundwasserspiegel der christlichen Kenntnisse ist gesunken, aber die Neugier an den Inhalten nimmt zu", so hat Nikolaus Schneider, der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, den Trend beschrieben, auf den die Glaubenskurse reagieren. Die Geschichte mit den Hirten und den Weisen kann dazu dienen, mal die Nase ins Buch zu stecken.

Und rauszukriegen, was über Jesu Geburt wirklich drinsteht in der Bibel und was nicht. Das Vorbereitungsteam überlegt, zum Abend über Jesus eine Krippe aufzubauen, aus der die Teilnehmer dann alles "rausschmeißen" könnten, was nicht im Text vorkommt. "Und zum Thema Taufe haben wir ja das Matthäus-Fenster", sagt Theo Heisterkamp. Er ist ausgebildeter Kirchenführer und liebt die riesigen Fenster der Salvatorkirche.

Quelle: RP
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