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Universität Duisburg-Essen
Experiment von Studenten fliegt ins Weltall

Universität Duisburg-Essen: Experiment von Studenten fliegt ins Weltall
Das ARISE-Team (von links): Maximilian Kruß, Teamchef Tobias Steinpilz, Anna Krämer, Gregor Musiolik, Tunahan Demirci und Jonas Tappe. FOTO: UDE
Duisburg. Ihr Experiment zur Planetenentstehung darf ins All . Das haben sechs Physik-Studierende der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Dienstagnachmittag erfahren. Die Gruppe ist damit einer von drei Gewinnern beim Überflieger-Wettbewerb des Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR.

Kein geringerer als Astronaut Alexander Gerst wird das Experiment im Sommer 2018 auf der Internationalen Raumstation betreuen. Für die UDE-Crew bedeutet das bis dahin noch viel Arbeit. Denn ihr Versuch muss in eine handtellergroße Box passen und darf nur wenig Strom verbrauchen. Damit diese Mission nicht am Geld scheitert, erhält das Team vom DLR 15.000 Euro.

Wie entstehen Planeten? Vor allem die frühe Phase ist immer noch nicht genau verstanden. "Man weiß, dass es zunächst eine Scheibe aus Gas und Staub um einen jungen Stern gibt. Die Staubpartikel kollidieren und bleiben aneinander haften. Dadurch wachsen bis zu ein Millimeter große Aggregate. Es muss jedoch für größere Körper, wie Planeten oder Asteroiden, eine andere Erklärung geben", beschreibt Doktorand Tobias Steinpilz. "Wir denken: Wechselwirkungen zwischen elektrisch geladenen Teilchen ermöglichen, dass auch größere Teilchen aneinander haften bleiben, wenn sie zusammenprallen — frei nach dem Motto: plus und minus ziehen sich an."

Astronaut Alexander Gerst geht in die Luft. FOTO: ESA

Mit dieser Idee und der experimentellen Umsetzung hatte das UDE-Team im April vor der Überflieger-Jury überzeugt. ISS-Kommandant Alexander Gerst wird das Experiment installieren und einschalten; dann wird es 30 Tage in Schwerelosigkeit laufen. "Wir werden die ganze Zeit Kontakt zur ISS haben. So können wir es selbst von der Erde aus kontrollieren und bekommen sofort Daten", so Steinpilz.

Die Duisburger Crew wird dem Astronauten ein 15 x 10 x 10 Zentimeter kleines Gehäuse mitgeben, in dem sich die selbstgebaute Versuchsanlage befindet. Diese muss deutlich weniger Strom verbrauchen, als ein Handy-Ladekabel liefert. Platz und Energie sind 400 Kilometer über der Erde kostbar. "In dieser Box simulieren dann Glasperlen die Staubpartikel und werden gezielt zur Kollision gebracht." Steinpilz und seine Mitstreiter werden live dabei sein, wenn - voraussichtlich im nächsten Mai - die Sojus-Kapsel startet.

 

Quelle: RP
 
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